Mein Leben, Privates

Mein Jahresrückblick. Bye bye 2020, willkommen 2021

Komischerweise war ich mir das ganze Jahr über sicher – 2020 wird es einen Jahresrückblick geben!
Zwischendurch habe ich immer wieder überlegt, ob ich die ersten Monate, oder bestimmte Monate schon mal aufschreiben soll, aber nein, ich wollte bis zum Jahresende warten und hier sind wir nun.

Vorweg – machen wir ein kleines Trinkspiel? Jedes Mal, wenn ich das „C“-Wort schreibe, müssen wir einen trinken?
Kleiner Scherz (bei mir ist es 8 Uhr morgens), was ich aber damit sagen will: Ich würde gern versuchen das Thema zu umschiffen, mal sehen wie mir das gelingt. Hat es zwar das Jahr von fast allen irgendwie dominiert, aber wenn ich mir das Jahr so anschaue… Eher im Hintergrund. Wie ein nerviges Grundrauschen, was aktuell einfach da ist. Mal lauter, mal leiser, mal nerviger, mal erträglicher.

Als Einstimmung auf den Post habe ich mir den Jahresrückblick von 2019 noch mal angeschaut. Ich habe das Gefühl, dass der Blogpost aus einem anderen Jahrhundert und nicht nur Jahrzehnt stammt. :)
Nun denn – los gehts!

Januar

Der Januar startet maximal entspannt und zufrieden. Denke ich – ich nehme mein Handy als Gedankenstütze und schaue mir Bilder und Videos an. Ach sieh mal an, das Jahr startete damit, dass mein Auto mal wieder in die Werkstatt musste und ich kein warmes Wasser in der Wohnung hatte.
Hinterher sind die meisten Dinge in den Erinnerungen schöner als man sie damals empfunden hat, oder?

Ich bin mit meiner Schwester auf der Nordstil-Messe (ja, eine richtige Messe, live und mit vielen Menschen, wir erinnern uns dunkel? :)) und beschließe, dass es ein Sommer-Packendes 2020 geben wird. Alle Pakete sind innerhalb von 24 Stunden ausverkauft, es sind so viele Artikel und so viele Päckchen wie noch nie und zum Glück schiebe ich in dem Augenblick den Gedanken ans Packen noch weit von mir.

Ich verbringe ein Wochenende im Harz mit meinem neuen Freund, was wie einige wissen, noch zum großen Drama im Jahr werden soll.

Ein ganz tolles Workshop-Wochenende mit Max Strom (ich liebe sein Buch „Das Herz des Yogas“) stand an und ich freue mich, ihn live zu erleben und würde am liebsten den Workshop sofort noch mal machen.

Das erste Schnittmuster 2020 erscheint Ende Januar, der Mantel Göteborg, einer der lässigsten Mantelschnitte von mir, wie ich nach wie vor finde.

Es geht noch zu einem Bloggerevent zum Thema Blumen binden und wenn ich mir die Bilder anschaue, merke ich, wie sehr ich solche einfachen Dinge vermisse – eng mit anderen zusammen stehen, zusammen quatschen und lachen.

Februar

Ich schaue mir in Hamburg die Alsterdorfer Behinderten Werkstatt an, um ein Produkt für Packendes zu planen und freue mich, dass wir die Werkstatt so unterstützen können.

Es geht für 4 Tage nach Österreich, da ein guter Freund von mir dort seinen 40. Geburtstag feiert.
Ich freue mich sehr, dass ich eingeladen bin (immerhin ist er auch mein Ex :)) und genieße die Sonne und den Schnee, merke aber auch, dass mich die Tage ganz schön schlauchen, weil die Anreise mit Bahn und Leihwagen doch anstrengender war als gedacht.

Ende Februar ging es mit einem Freund nach Ägypten, eine der besten Entscheidungen rückblickend, weil ich von dieser Woche immer noch ein bisschen zehre – einfach mal eine Woche lang nichts tun, wenig arbeiten, die Kamera sogar Zuhause gelassen, nur Sonne, Bücher, lange Gespräche, gutes Essen und den einen oder anderen Wein.
So einen Strandurlaub hatte ich schon seit Jahren nicht mehr und ich merke, dass ich das hin und wieder für eine Woche zum Batterien auftanken wirklich genieße.

Corona wird langsam ein Gesprächsthema, wir witzeln noch ein bisschen, dass wir schauen, ob wir abends am Tisch mit Kölnern zusammen sitzen wollen (der Kölner Karneval und erste Verdachtsfälle sind in den Medien) und auch am Flughafen schauen wir uns schmunzelnd an, wenn jemand hustet.
Noch ist das Thema nicht ganz nah, aber ich bin schon froh, dass zu diesem Zeitpunkt der Urlaub war und würde Stand Ende Februar erst einmal keine Reise mehr buchen. Tja, wie wahr das noch wird.

März

Anfang März geht mein absoluter Lieblingspulloverschnitt online, der Pullover Bergen, den ihr ähnlich gerne mögt wie wir hier im Büro.

Nadine mit Familie und ich schauen uns zum dritten Mal ein Haus (okay zwei Häuser auf einem Grundstück) in Escheburg an, welches uns gedanklich schon seit dem Sommer 2019 begleitet und wir sind uns sicher: Die Häuser wollen wir wirklich haben um dort zu leben.
Gespräche mit den Banken werden immer konkreter und wie Nadine und ich nun einmal sind – wir spinnen bereits die wildesten Ideen und sehen uns dort eigentlich schon wohnen.

Am Freitag, den 13. März, ist uns wohl allen klar, dass Corona auch bei uns angekommen ist und dass es einen ersten Lockdown geben wird. Die Regale im Supermarkt leeren sich merklich.

Ich überlege, wie ich mit dem Thema auf Instagram umgehen möchte. Nicht drüber reden? Darf man das verschweigen? Darf man trotzdem versuchen witzig zu sein oder ironisch?
Ich entscheide mich für letzteres und bin bis heute mit der Entscheidung zufrieden.
So wenig man weiß, was jetzt gerade kommen mag, ich funktioniere kurzfristig unter Druck ziemlich gut und versuche die kommende Zeit als Herausforderung zu sehen.
Pech&Schwefel geht sofort ins Home Office und das klappt erstaunlich gut die meiste Zeit. Die Jogginghose Berlin gibt es als neues Bürooutfit für Zuhause kurze Zeit gratis und wird von euch mehr als 35.000 Mal runtergeladen.

Ich mache die Beziehung zu meinem Freund öffentlich, da er durch den Lockdown und seinen Job quasi zu mir zieht und die nächsten Monate bei mir im Home Office arbeiten wird.

Ein herber Rückschlag in Sachen Haus kommt, weil die Bank sofort zum Lockdown beschließt Neukunden keine Kredite mehr zu geben. Wir beißen uns an dem Thema fest und geben die nächsten Monate alles, damit das doch noch klappt.

April

Der April ist für mich ein wirklich schöner Monat, trotz alledem, was in der Welt gerade so passiert.
Ich genieße die Zeit mit meinem Freund sehr, ich freue mich, dass die Welt ein bisschen ruhiger gerade wirkt, das Wetter ist seit Wochen hervorragend und die Sonne lacht, die Natur blüht, es wird länger hell draußen und es werden viele Spaziergänge gemacht.
Alsterwasser wird an der Elbe getrunken beim Spaziergang mit nem Freund – Verabredungen 2020 eben, wie wir im Rückblick alle wissen.
Ich verbringe sonnige Stunden auf meinem Balkon, meine Familie und ich essen Ostern alle zusammen draußen, jeder an seinem eigenen Tisch, ein bisschen wie im Restaurant und so schön, alle mal wieder zu sehen.

Das T-Shirt Kalifornien geht online und Nadine und ich können auf der menschenleeren Straße die Fotos machen.

Der Camper wird verkauft und es fühlt sich genau richtig so an, wie es gekommen ist.
Ich bereue in keiner Weise, dass ich ihn umgebaut habe, aber bin jetzt auch happy, dass er neue Besitzer hat und ich mich nicht mehr um ihn kümmern muss. Außerdem kann ich das Geld aus dem Verkauf gut fürs Haus gebrauchen.

Nadine und ich sagen immer wieder, wie toll es wäre, wenn wir jetzt schon im Haus wären, damit wir schon fleißig werkeln könnten!

Ansonsten nach wie vor jede Menge Spaziergänge, gutes Essen, viel Zeit zu zweit und an neuen Schnitten arbeiten.

Mai

Zum ersten Mai geht das Kleid Warnemünde online – das wohl kontroverseste Schnittmuster in diesem Jahr.
Entweder man mag es super gern, oder gar nicht. :)
Viele von euch nähen es, ähnlich wie ich, in bunten Farben und irgendwie fühlt der Mai sich nach einem tollen Vorboten auf den Sommer an.

Masken werden genäht, noch mehr Spaziergänge gemacht, die Läden öffnen wieder und ein bisschen mehr Leben kehrt überall zurück.

Ich fahre das erste Mal in diesem Jahr in die Ferienwohnung meiner Eltern (man darf wieder nach Schleswig-Holstein reisen) und ich merke, wie sehr mir hin und wieder ein Tapetenwechsel fehlt. Dieser Duft von Wasser zusammen mit dem Möwengeschrei – wundervoll.

Es geht in die spannende Phase von Packendes, die Musterartikel kommen endlich alle und ich bin wild am mailen und telefonieren, ob denn auch wirklich alle Artikel rechtzeitig im Juni zum Packen ankommen werden.
So langsam steigt der Stresspegel – wie immer in dieser Phase.

Parallel werden nach wie vor Häuser angeschaut, obwohl wir nach wie vor Escheburg haben möchten.

Ich erfreue mich an den kleinen Dingen, wie ein Sushi-Picknick mit meiner Schwester und meinem Schwager am Hamburger Hafen und lasse den Mai in Laboe ausklingen.

Juni

Der Juni steht vor allem im Zeichen des Überraschungspäckchens für euch. Der Flyer wird in meiner Wohnung fotografiert und lässt mich für ein paar Tage im Chaos leben.

Ich mache mir sehr viele Gedanken, ob euch das Paket gefallen wird, oder ob die Erwartungen zu hoch sind.
In Nadines Lager werden Paletten rausgeholt und eingelagert, damit ich Platz zum Packen habe und ich mache mir tausend Gedanken zum Ablauf. Zwischendurch frage ich mich, ob die Kartons auch wirklich die richtige Größe haben, wie viele Packkräfte wir bekommen können, was in welcher Reihenfolge ins Paket kommt, ob wir genügend LKWs bekommen, sodass alles an einem Tag versendet werden kann und und und.
Nachdem das letzte Produkt mit einer Verspätung endlich da ist, geht es ans Packen.
Die Wochen wo wir packen sind die wärmsten des Jahres und ich bin wirklich, wirklich müde und kaputt abends, aber auf eine gute Art und Weise.

Manchmal geht es noch kurz an den See abends, um kurz den Kopf abzuschalten, aber ansonsten bin ich froh, wenn ich abends früh ins Bett kann.
Der Versand verzögert sich um gerade einmal zwei Wochen, was ich in Anbetracht der Tatsache, dass einige Container im Lockdown irgendwo auf den Weltmeeren fest hingen ziemlich gut finde und bin super froh, als die Rollcontainer mit den Paketen abgeholt werden. Wir haben über 4 Tonnen an Sachen aus- und umgepackt und ich bin etwas stolz, dass wir das mit recht wenig Chaos hinbekommen haben.

Ich habe eine schlaflose Nacht, weil ich sehr gespannt auf das erste Feedback von euch am nächsten Tag bin und breche in Erleichterungstränen aus als ich nach den ersten 20-30 Nachrichten merke, dass der Inhalt wieder gut ankommt.
Puh, was für ein Monat!

Leider bekommen wir die Absage für die Häuser in Escheburg. Die Finanzierung stand nun endlich, aber wir waren am Ende eine Woche zu spät – die Häuser waren verkauft. Nadine und ich sind unendlich traurig und das Thema Haus nagt so langsam an uns, verstärkt auch durch den ersten Lockdown, wo wir gemerkt haben, wie schön so ein Garten sein würde.

Juli

Ich mache eine Woche Urlaub in Laboe, ins Ausland möchte ich dieses Jahr nicht fahren bei durchwachsenen Wetter.
Die Woche ist zwar schön, aber wirft auch private Fragen bezüglich meiner Beziehung auf, was Ende des Monats in einer totalen Katastrophe enden soll…

Wir schauen uns mal wieder ein Haus an, wollen es unbedingt haben nach der Enttäuschung zuvor und gerade Nadine ist ein wenig… bockig in dieser Hinsicht. :)
Zum Glück wird uns von dieser Immobilie abgeraten, es müsste einfach so unfassbar viel getan werden – es wäre ein Fass ohne Boden geworden.

Ich verbringe ein Wochenende mit meinem Freund in der Nähe von Husum, bevor ich direkt danach herausfinde, dass er seit 5,5 Jahren in einer Beziehung ist. Ich mache quasi per Whatsapp unwissentlich für ihn mit seiner Freundin Schluss, während er daneben steht und ich noch denke, dass es sich nur um eine Freundin handeln würde…
Es wird sehr, sehr hässlich, sehr viele, unfassbare Lügen kommen zum Vorschein und ich frage mich mehr als einmal, ob das gerade wirklich passiert.

Zuviel möchte ich hier zu dem Thema nicht schreiben, aber es gehört nun einmal zu meinem Jahr dazu und ich möchte hier auch nicht nur happy life zeigen, wenn es in Wirklichkeit anders war.
Nur soviel: Hätte ich einen Film mit genau dieser Geschichte angeschaut, ich hätte ihn nach 15 Minuten ausgemacht, weil alles mir so übertrieben und unrealistisch vorgekommen wäre.
Ich flüchte spontan nach Laboe, wo gerade meine ganze Familie ist und genieße trotz allem, dass ich diese tollen Menschen gerade um mich herum habe.

August

Anfang August gehen zwei neue Schnitte online, die Hose Weissenhäuser Strand und das Kleid bzw. Tunika St. Peter Ording.

Die Fotos dazu entstanden zum Ende Juli an der Ostsee und zum ersten Mal in meinem Leben finde ich meinen Job ganz furchtbar emotional anstrengend.
Ich ,möchte mich zurück ziehen und meine Wunden lecken, nicht aber vor der Kamera stehen und lächeln müssen.
Ich möchte mein Leben kurz auf Pause stellen und nicht Schnitte vorstellen müssen oder Kooperationen planen und umsetzen müssen.
Manche sagen mir, dass ich mir die Zeit dann nehmen soll, was leichter gesagt als getan ist, wenn man selbstständig ist und man nur Gehälter und Mieten bezahlen kann, wenn man auch aktiv ist.
Ich habe viele Gespräche mit Freunden und so fies und doof ich mein Leben gerade auch finde, ich bin super froh gute Freunde und meine Familie zu haben und finanziell unabhängig zu sein.

Ich buche für mich eine Yoga- und Schweigewoche im Schwarzwald und freu mich darauf eine Woche lang mein Handy auslassen zu können.
Die Woche war so wundervoll, anstrengend, voller Lachen, Tränen, unbequemer Momente, glückseliger Momente…
Ich würde es sofort wieder machen und bin mir auch sicher, dass ich es noch einmal machen werde. Dann hoffentlich unter etwas einfacheren Vorzeichen als im August.

Ich beende den August mit einem Sonnenaufgang in der Nordheide, was ich eigentlich gerne mit meinem Freund machen wollte und treffe mich jetzt zum Frühstück und Spaziergang spontan mit einer Freundin. Es tut so unfassbar gut und ich merke, dass das Leben doch noch weiter geht.

September

Der September startet mit jeder Menge Arbeit und das Schnittmuster Lima erscheint. Das Lächeln fällt mir mittlerweile etwas leichter, auch wenn es in mir noch anders aussieht.
Am sozialen Leben will ich eigentlich noch nicht so richtig teilnehmen und es folgen noch viele tränenreiche Momente.

Mitte September besichtigen Nadine und co und ich ein Haus, was wir im Mai schon einmal angeschaut hatten und sind nach wie vor hin und weg (der Freund fand es damals nicht so toll, aber der war ja nun Geschichte). Wir sprechen mit der Bank und hoffen so sehr, dass es dieses Mal etwas wird.

Ich mache im September seit 5 Jahren Schnittmuster, lasse die Zeit Revue passieren und beschäftige mich ansonsten viel mit mir.
Ich meditiere viel und suche mir eine Therapeutin, um das Erlebte aufzuarbeiten. Ich habe keine Lust die Wunden nur zuzukleben, ich möchte gerne, dass sie heilen können und ich glaube, dass ich dazu Hilfe von jemanden haben möchte.
Zwischendurch wechsle ich die Therapeutin und bin super happy mit der jetzigen und arbeite an verschiedenen Dingen an mir. Ich bin sehr froh, mir diesen Luxus leisten zu können und gönne mir zudem ein paar private Yogastunden, um meinen Körper und mich wieder richtig spüren zu können.

Ende September ist es dann soweit – wir haben den Zuschlag fürs Haus erhalten! Ich bin unfassbar glücklich und weine einige Freudentränen.
Nicht nur, weil ich bald die besten Nachbarn der Welt habe, sondern auch, weil ich ein bisschen stolz bin, dass ich mir diesen Wunsch auch ohne Partner erfüllen kann und es sich absolut richtig anfühlt.

Oktober

Im Oktober dreht sich sehr viel um das Haus. Notartermine, Bankgespräche, Maklergespräche, Angebote einholen, in Möbelhäusern gucken, Küchen werden angeschaut und geplant, der Bankberater genervt und vor allem – schon einmal die Schlüssel fürs Haus bekommen, obwohl es noch nicht einmal unseres ist.

Ich reiße dennoch schon einmal Tapeten ab (haben die Besitzer erlaubt) und mache jede menge Pläne für meine eigenen vier Wände.

Ich darf eine Hochzeit von Freunden fotografieren, wo man schon merkt, dass Corona wieder präsenter wird, als es im Sommer war. Dennoch freue ich mich sehr, dass sie noch im „kleinen“ Kreis mit ca. 20 Personen feiern können. Undenkbar heute.

Ich fahre mit einem Freund nach Dänemark, wo wir eigentlich eine Woche bleiben wollen, reisen nach einem Tag aus verschiedenen Gründen wieder ab, was mich tierisch ärgert, wollte ich noch einmal vor der Umbauphase Kraft tanken.
Egal, auch die beiden Spaziergänge am Meer taten schon etwas gut.

Die Jacke Juist geht online und ansonsten bin ich viel im Garten und lese gefühlte 345 Kilo Kastanien auf.

November

Der November wird für mich nervlich noch einmal eine Probe, da die Bank sich wirklich bis zum letzten Tag Zeit lässt das Geld auszuzahlen.
Dennoch wird weiter geplant, ein bisschen gewerkelt und auch trotzdem schon einmal die Küche bestellt.

Mitte November geht der Schnitt Heidelberg online und Nadine und ich freuen uns, dass wir neue Fotolocations für uns gefunden haben.

Der Lockdown light kommt, und ich merke, dass ich ihn dieses Mal anstrengender finde als den ersten richtigen Lockdown.
Die Tage werden kürzer, mir fehlen auf einmal banale Dinge wie Restaurantbesuche, Kino und Theaterbesuche.
Die fehlende Leichtigkeit durch Corona wird langsam anstrengend und das Jahr war auch so mit seinen Hochs und Tief herausfordernd genug.
Es folgen – oh Wunder – viele Spaziergänge und Home Office.

Ende des Monats geht das Kleid Tokio online, mein absolutes Lieblingskleid bisher und ich fühle mich einfach gut in der Paillettenversion.

Dezember

Das Geld der Bank ist endlich da und auch die Handwerker können spontan schon einmal für 2,5 Wochen kommen und nicht wie geplant erst im Januar.
So werden pünktlich während der Übergabe schon einmal die Fliesen raus gestemmt und die nächsten Wochen bis zum 2. richtigen Lockdown sind die wohl stressigsten des Jahres für mich.
So plane und bestelle ich in 4 Tagen spontan 2 komplette Bäder, inkl. Fliesen, bin jeden Tag auf der Baustelle, im Baumarkt und im Büro (oder Home Office). Schlafe nachts schlecht und wenig, weil so viele Sachen auf meiner To Do Liste stehen und sitze regelmäßig morgens um 5 Uhr schon am Rechner um Fußböden und Farbe zu recherchieren und zu bestellen.

Das alte Bad musste doch weichen

Gleichzeitig werden Aktionen und Schnitte geplant und umgesetzt.
Und oh – auf einmal ist es Mitte des Monats und ich habe Geburtstag.
Die Handwerker sind seit 2 Tagen weg bis Anfang/Mitte Januar und ich habe einen wunderbar entspannten Tag, zum ersten Mal seit Wochen, laufe nicht meinen Aufgaben hinterher und bin einfach zufrieden mit mir und der Welt.
Das Tempo wird langsam rausgenommen, der 2. Lockdown ist da und seitdem wird es von Tag zu Tag etwas ruhiger.
Der 24. Dezember ist ein wunderschöner Abend, wo die alte Leichtigkeit für kurze Zeit aufblitzt, auch wenn wir uns nicht umarmen, versuchen Abstand zu halten und jeder vorher einen Coronatest beim Arzt gemacht hat.

Seitdem lasse ich es total ruhig angehen und das wird diese Woche auch noch so bleiben. Ich mag es zwischen den Jahren für mich zu sein und meine Gedanken gehen automatisch auf liebevolle Wanderschaft, ohne Wertung und Druck.
Dieses Jahr habe ich mich etwas mehr mit den Rauhnächten beschäftigt und praktiziere ein paar der Sachen auch.

Letztes Jahr hatte ich für mich eine Tarotkarte für 2020 gezogen – die Karte der Enttäuschung (nicht nur ich, auch eine Freundin hatte sie für mich gezogen) – es ist gruselig, wenn man sich die Beschreibung zu der Karte durchliest, wie sehr all dies auf mein Jahr 2020 zutraf.
Nicht alles war schlecht, aber vieles nicht einfach.
Dennoch denke ich, dass es kein schlechtes Jahr war, es war ein Jahr des Lernens, des nicht weggucken können, des dankbar sein für die kleinen Dinge und Momente.

Mit dieser Freundin habe ich mir per Video am 24.12. gegenseitig Karten gezogen für 2021 und auch ich habe wieder eine Jahreskarte für mich gezogen. Ich sage mal so – die Karte(n) nehme ich für das kommende Jahr. Und schon was für die Vergangenheit auf der Karte steht stimmt einfach zu hundert Prozent. Wir werden sehen, ob auch der Rest eintreten wird. :)
Ich berichte in knapp einem Jahr.

So, das war also mein Roman zu 2020 – wer bis hierhin gekommen ist: Danke fürs Durchhalten! Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen. Ich habe versucht das Jahr so zu zeigen, wie es wirklich für mich war.

Und was kommt jetzt?

Was ich mir für 2021 wünsche?
Ich bin genügsam und demütiger geworden und möchte gar nicht so weit in die Zukunft schauen, sondern lieber gucken, was jeder einzelne Tag mit sich bringt.

Vorsätze werden hier keine gemacht, ich glaube dieses Jahr hat uns deutlich gezeigt, dass wir zwar Pläne machen können, dass dann aber eh das Leben dazwischen kommt.

Ich wünsche mir noch einen guten Umbau, einen entspannten Einzug, ein schönes Ankommen im Haus, vielleicht eine Fellnase im Laufe des Jahres… und ein richtiger Urlaub, nach Norwegen oder Schottland wäre schön. Mal schauen, ob man so etwas im kommenden Jahr wieder machen kann. Ich glaube noch nicht daran, dass das Leben so schnell wieder wird wie früher.
Ich laß die Tage etwas von Steven Bartlett, was ich sehr treffend fand.
Er glaubt nicht, dass 2021 das beste Jahr wird, wo er alles bekommt. Sondern, dass es das Jahr wird, wo er weiter wächst, achtsam ist und einen weiteren Schritt macht, um die beste Version seiner selbst zu werden.
Mit diesem Bild, kann ich gut und zufrieden ins kommende Jahr gehen.

Obwohl halt – ich arbeite gerade daran, dass es nicht die „beste Version“ meiner selbst sein muss, sondern dass ich jetzt schon gut genug bin.
Ich mag den Gedanken immer mehr.

Ich bin gespannt, was das Jahr 2021 für jeden von uns bereit hält, hoffentlich viel Gesundheit, Lachen und wieder Umarmungen und Momente der Leichtigkeit.

Liebste Grüße
Ricarda

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31 Kommentare
  1. 78_marieke

    28. Dezember 2020 um 22:13

    Dankeschön 🙏

    Antworten

  2. Sandy

    28. Dezember 2020 um 22:26

    Sehr schön geschrieben! Alles Gute für 2021!

    Antworten

  3. Christine

    28. Dezember 2020 um 22:31

    Liebe Ricarda,
    Was für ein Jahr! Du hast so viel erlebt, durchlebt und geschafft und erzählst das sehr selbstreflektiert! Ich wünsche Dir für das neue Jahr viel Glück, Gesundheit und Erfolg für alles, was du vorhast und einen tollen Vierbeiner aus dem Tierschutz (glaube mir, es lohnt sich!)
    Liebe Grüße
    Christine

    Antworten

  4. Anja

    28. Dezember 2020 um 22:40

    You are enough ❤️
    Mehr braucht es für 2021 nicht! Viel Glück und Erfolg für deinen Neustart im Haus! ❤️
    Alles Liebe ❤️

    Antworten

    • Ricarda

      29. Dezember 2020 um 9:15

      Ganz genau so. :) Danke Dir :)

      Antworten

  5. Christina

    28. Dezember 2020 um 22:59

    Sehr schön! Danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast!
    Genieße die Ruheblase zwischen den Jahren und schöpfe Kraft für deinen Umbau!
    Und für neue kreative Ideen ;-)
    Ich freue mich drauf!
    Liebe Grüße Christina

    Antworten

    • Ricarda

      29. Dezember 2020 um 9:43

      Danke Dir! Dir auch schöne Entspannung! 😊

      Antworten

  6. Nadine Model

    29. Dezember 2020 um 6:48

    Liebe Ricarda,danke für deine Zeilen. So schön geschrieben. Lass es dir gut gehen

    Antworten

  7. Katja

    29. Dezember 2020 um 7:33

    Ein schönes neues Jahr, wünsche ich dir, mit Allen Dummheiten und Wünschen und Erfahrungen die dazu gehören….Du schaffst Alles!

    Antworten

  8. Roswitha

    29. Dezember 2020 um 7:52

    Danke für den Jahresrückblick. Es tut mir gut zu lesen, dass 2020 aus verschiedenen Gründen nicht nur für mich schwierig war.

    Antworten

  9. Tina

    29. Dezember 2020 um 8:20

    Liebe Ricarda,
    vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Das Leben ist immer ein Lernprozess und ich wünsche dir für das neue Jahr weiterhin stetigen Wachstum und wunderschöne Erfahrungen. Du bist in deinem sein und tun für viele eine Inspiration.
    Ich habe für das neue Jahr auch eine Karte gezogen und bin gespannt :-)
    Lg aus dem Hamburger Süden
    Tina

    Antworten

    • Ricarda

      29. Dezember 2020 um 9:14

      Vielen lieben Dank Tina! Oh ja, so eine Karte kann wirklich spannend sein :)

      Antworten

  10. Kavija21199

    29. Dezember 2020 um 8:55

    Sehr emotionaler Jahresrückblick. Ich habe Dich und deine supertollen Schnittmuster erst Ende des Jahres aufgrund einer Empfehlung kennengelernt, aber alles was ich bisher gelesen habe hat mich total fasziniert. Deine Schnittmuster haben eine supertolle Passform, wenn ich demnächst dazu komme, werde ich für entstandenen Kleidungsstücke fotografieren und dich verlinken.
    Für 2021 wünsche ich Dir Gesundheit und dass deine Wünsche in Erfüllung gehen.

    Antworten

    • Ricarda

      29. Dezember 2020 um 9:13

      Oh das freut mich sehr, dass Du die Passform magst! Ganz viel Spaß weiterhin beim Nähen :)

      Antworten

  11. Gabi Jäkel

    29. Dezember 2020 um 9:07

    Danke für Dein Vertrauen. 😔

    Antworten

  12. Carina

    29. Dezember 2020 um 10:21

    Vielen Dank für deinen Jahresrückblick, ich folge dir so gerne weil du so offen und ehrlich bist und auch schlechte / negative Erfahrungen nicht verschweigst.
    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für das neue Jahr 2021 und dass du nicht nur in deinem neuen Zuhause glücklich bist sondern auch viele positive Erinnerungen sammeln kannst

    Antworten

  13. Katharina (by.kaethe)

    29. Dezember 2020 um 11:00

    Toll geschriebener Jahresrückblick. Es ist wirklich spannend dir zu folgen. Durch deine Schnitte kam ich vor einigen Jahren auf dich und jetzt folge ich dir eher wegen der ganzen anderen Dinge. Bleib so wie du bist. Ich wünsche dir alles Gute!

    Antworten

  14. Janine

    29. Dezember 2020 um 11:01

    Toll geschrieben! Ich mag deinen authentischen Schreibstil sehr – und deine Schnittmuster auch ☺️ Dir einen entspannten Jahresausklang und einen guten Start ins neue Jahr 🙂

    Antworten

  15. Mandy

    29. Dezember 2020 um 11:56

    Hallo Ricarda,
    vielen Dank für deinen wunderbaren Jahresrückblick. Was für ein Jahr! Er motiviert mich sehr, auch einen zu schreiben.

    Ich wünsche dir alles alles Gute für 2021!
    Viele Grüße,
    Mandy

    Antworten

  16. Daniela

    29. Dezember 2020 um 13:25

    Wahnsinn, du Powerfrau! Ich hoffe, dass das Universum dir ein wunderbares 2021 beschert, mit mehr Höhen als Tiefen. Einen guten Umbau und Einzug wünsch ich dir noch.

    Antworten

  17. Julia

    29. Dezember 2020 um 13:27

    Hallo Ricarda,
    Ich bin sonst immer stiller Mitleser und schreibe nie was. Aber der Satz mit der Fellnase hat mich berührt und ich kann dir nur empfehlen das in die Tat umzusetzen. Ein Hund gibt einem so unbeschreiblich viel, das kann man sich als Nichthundebesitzer gar nicht vorstellen.
    Ich wünsche dir alles Gute.
    Grüße Julia

    Antworten

  18. Erika

    29. Dezember 2020 um 13:47

    Liebe Ricarda,
    das war ein sehr herausforderndes Jahr. Ich mag , dass du es nicht geschönt hast, sondern berichtest was passiert ist, was dich aus der Bahn geworfen hat, aber auch was schön war. Ich hab mich so mit euch gefreut, als ihr die Zusage für das Haus bekommen habt und drücke für den Umbau die Daumen. Ihr werdet es euch richtig schön machen. Da bin ich mir sehr sicher. :)
    Alles Liebe,
    Erika

    Antworten

  19. Susanne

    29. Dezember 2020 um 14:33

    Ein sehr schöner Beitrag und Gedanke für 2021! <3
    Ich wünsche dir nur das Beste und schicke dir eine Umarmung!
    Liebste Grüße
    Susanne

    Antworten

  20. Anabelle

    29. Dezember 2020 um 14:54

    Wirklich schön geschrieben. :) Ich wünsche dir einen guten Start in ein supertolles Jahr 2021!

    Antworten

  21. Jana

    29. Dezember 2020 um 17:47

    Lieben Dank für die Einblicke und die wunderschönen Fotos! Danke, dass Du uns daran teilnehmen lässt! Alles Gute für Dich und viel Erfolg für den Hausumbau. Jana

    Antworten

  22. Yvonne Mitzscherling

    29. Dezember 2020 um 18:46

    Einfach wunderbar ehrlich geschrieben.Man denkt man hat all das miterlebt. Ich wünsche Dir für 2021 viel Glück, viel Liebe mögen all Deine Vorhaben(Umzug,neue Schnitte ect.) in Erfüllung gehen. Danke für Deine tollen SM und ich freue mich auf mehr im Jahr 2021
    Bleib gesund und komm gut ins neue Jahr
    Liebe Grüße aus Dresden
    Yvonne

    Antworten

  23. Petra

    29. Dezember 2020 um 23:17

    Ich fand deinen Bericht sehr schön aber auch emotional. Danke dass du es mit uns geteilt hast, dein Jahr 2020. alles Gute für 2021

    Antworten

  24. Anne

    30. Dezember 2020 um 8:36

    Ein schön geschriebener Rückblick, auch wenn der Inhalt ziemlich hart für dich war. Krass mit der Tarot
    Karte. Sollte ich vielleicht auch mal machen? Spannend was du für dich tust. Ich fand es inspirierend! Danke dir fürs Teilhaben lassen.
    Lieben Gruß Anne

    Antworten

  25. Sandra

    30. Dezember 2020 um 8:50

    DANKE ❤ für diesen ehrlichen, persönlichen Jahresrückblick.
    Ich freue mich auf den „gemeinsamen“ Einzug bei Hanseherzen.
    Liebe Grüße aus NRW 🙋🏼‍♀️

    Antworten

  26. Annette

    30. Dezember 2020 um 9:55

    Wunderschöner Artikel. Danke an dich und dein Team und startet gut und gesund ins neue Jahr. <3

    Antworten

  27. Daniela Mecking

    2. Januar 2021 um 12:59

    Liebe Ricarda.
    Ein sehr schöner Artikel. Sehr schön geschrieben. Ich werde 2021 auch mal ein paar Schnittmuster von dir ausprobieren, finde sie sehr gelungen, aber erst muss meine Nähmaschine zur Inspektion. Ich wünsche dir noch einen schönen Umbau, lass dich nicht stressen und viel Gesundheit und Freude im neuen Jahr.
    Liebe Grüße Daniela

    Antworten

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