Mein Leben, Privates

Endlich – Schwesterherz und ich haben ein Haus gefunden! Von der Suche, dem Finden und dem aktuellen Stand

Auf Instagram habt ihr es vielleicht schon mitbekommen – meine Schwester Nadine und ich werden bald Nachbarn sein!

Die Idee, dass wir gerne nebeneinander wohnen möchten war schon etwas länger da. Zunächst als Spinnerei und seit dem Sommer 2019 haben wir aktiv gesucht und hatten uns eigentlich recht schnell in eine Immobilie verguckt. In Escheburg, 15 Minuten Fahrzeit von uns aus, 2 Häuser auf einem Grundstück, riesiger Teich (eher ein kleiner See), Wald… Auf dem Papier ein Traum.
Okay, man hätte alles sanieren müssen (ich sage nur Wandfliesen im Flur aus den 70ern), aber wir fanden das schon gut. Waren uns dann aber doch zu unsicher. Haben weiter geguckt, Banken angefragt, aber irgendwie lief das immer noch so ein bisschen nebenbei. Ich war noch viel auf Reisen und das Thema Hauskauf gepaart mit dem Label Selbstständigkeit ist leider für die Finanzierung ein wirklich unfassbar anstrengendes Thema.
Irgendwann waren wir fast durch mit allem…
Und dann kam Corona und der erste Lockdown im Frühjahr. Die Bank hat sofort gesagt, dass sie keine Kredite an Neukunden vergeben und dann kam es wie es kommen sollte… Nachdem die Immobilie über ein Jahr online war, waren wir am Ende ein, zwei Wochen zu spät und wir waren todtraurig.
Wir hatten es uns dort schon so schön zurechtgemacht im Kopf und in dieser Situation war jeder Spruch a la „Wer weiß wofür es gut war.“ wie Salz in der Wunde!

Wir schauten weiter, schauten uns wirklich unfassbar gruselige Immobilien an… Efeutapete(!) im Badezimmer überall, mit passenden Duschvorhang, Häuser die keine Baugenehmigung hatten und wo man nichts renovieren durfte („das Haus müsse wenn schon abbrennen, dann geht das vielleicht“), ganz komische Hausbesitzer die einer Partei angehörten, die verboten gehören sollte (meine Meinung) und der im ersten Stock im Werkzeugzimmer eine große Tiefkühltruhe hatte (Kopfkino!).
Immobilienmakler die uns kurzfristig absagen wollten, weil die Hausbesitzer meinten, nachdem sie unseren Nachnamen gehört haben, wir könnten uns das Haus eh nicht leisten und sie wollen nicht, dass es Sozialneid in der Nachbarschaft gibt – da weiß ich bis heute nicht so richtig, was da los war. :) Anschauen „durften“ wir uns die Immobilie doch, aber nein…
Ja die Haussuche in Hamburg und im Umland ist wirklich nichts für schwache Nerven, wie wahrscheinlich in sehr vielen Teilen Deutschlands.

Zwischenzeitlich waren wir müde. So wirklich müde.
Wenn wir dann gehört haben, dass manche fünf Jahre ihr Haus gesucht haben, wurden wir noch müder. So lange wollten wir nicht warten. Geduld ist keine Stärke von Nadine und vor allem mir.
Und ich bin ehrlich, die Suche hat so viel Kraft gekostet.
Wir können uns schnell für Dinge begeistern und sind dann umso trauriger, wenn es nicht klappt. Emotional sind wir bei dem Thema sehr schnell und wir merkten, dass das unterschwellig immer irgendwo mitläuft.
Dann kam ein riesiges Haus in Kirchwerder, wo auch noch Mietwohnungen drinnen waren und da wollten wir auf Teufel komm raus uns dieses Haus schön reden.
Obwohl dort wirklich alles neu genmacht werden musste.
Und das Haus kein Schnäppchen dafür war.
Und die Raumaufteilung nicht so toll war.
Aber wir wollten es. Bis sich herausstellte, dass viele der Wände (selbst die innenliegenden) feucht waren. Und die Leute, die wir zur Beratung mit hatten meinten, dass dieses Haus unser finanzieller Ruin wäre, weil das ein Fass ohne Boden sei.
Uff, und da waren wir einmal mehr auf den Boden der Tatsachen gelandet.
(Und wie oft wir mittlerweile schon gesagt haben, wie froh wir sind, dass das nicht gekauft haben! Das wäre wirklich ganz furchtbar geworden.)

Und dann fiel uns dieses eine Haus ein. Welches wir im Mai diesen Jahres schon einmal angeschaut hatten. Was auch das erste (oder eins der ersten) Häuser war, die wir vor 1,5 Jahren online gesehen haben und wo wir meinten „oh das ist aber hübsch“.
Allerdings war es damals noch zu teuer und wir dachten, dass das Grundstück zu klein sei (damals war noch der Wunsch nach ein paar Lamakas im Kopf :)). Im Mai fanden wir das Haus allerdings schon alle richtig gut. Bis auf mein damaliger Freund.
Der war jetzt aber Geschichte (wer mit bei Insta folgt hat die Geschichte vielleicht mitbekommen) und wir dachten „Was war denn eigentlich mit dem Haus?!“.

Mittlerweile war das Haus etwas günstiger geworden und auch bei der zweiten Besichtigung fühlte es sich für uns alle einfach richtig an. Die Energie ist dort einfach unfassbar gut. Wir wussten sofort, wer welche „Haushälfte“ in dem Zweifamilienhaus nimmt.
Wir haben eine große Garage, die wir zum Atelier umbauen können. Das Haus liegt in einer ruhigen Spielstraße und trotzdem ist der nächste Lebensmittelladen zu Fuß zu erreichen. Es ist ein Haus mit Charakter und Charme, das war uns wichtig, denn in einem Neubau haben wir uns einfach nie gesehen, auch wenn dieser oft bestimmt praktischer wäre.
Zufällig sind dann auch gerade rechtzeitig die Mieter ausgezogen (das war vorher immer noch so ein kleiner Knackpunkt, komplizierte Geschichte).

Unser kleiner Familiensitz (so hat es letztens jemand genannt und ich mag das Wort :)) ist von ca. 1890 und wurde 1995 kernsaniert. Natürlich sind ein paar Schönheitssachen und Umbauarbeiten zu machen, aber so finden wir das auch gut. Ich möchte meinem Haus (wie das klingt! Ich will immer noch Wohnung sagen, hihi) meine persönliche Note geben.
Wir haben einen hübschen kleinen Garten, der herrlich verwinkelt ist und genügend Plätze für jeden bietet, wenn man auch mal seine Ruhe haben mag.
Ich bin super happy, dass meine Schwester plus Familie meine Nachbarn sein werden und dass man zusammen sein kann, aber nicht muss.

Zunächst habe ich mich gefragt, ob ich wirklich alleine, ohne Partner, diesen Schritt und auch diese finanzielle Verantwortung tragen möchte. Aber warum sollte ich mein Leben auf Pause stellen, nur weil kein Partner da ist? Und mal ganz ehrlich, ich bin verdammt stolz, dass ich das alleine machen kann und mich das traue.
Gibt es Momente, wo ich mich frage, ob ich noch ganz dicht bin das alleine zu machen? Wo ich Zweifel und etwas Angst habe? Natürlich!
Aber davon lebt das Leben doch. Momente die Mut erfordern. Wo man sich selber spürt. Mit allen Emotionen.

Ich freu mich wahnsinnig auf diese Reise und Nadine und ich nehmen euch auf dem neuen Account Hanseherzen auf Instagram auch fleißig mit.
Von Zeit zu Zeit wird es auch hier mit Sicherheit ein Update geben. Ich bin dann mal weiter Tapeten abreißen.


Der Text oben ist schon vor ca. 6 Wochen entstanden.
Allerdings wollte ich ihn dann doch noch nicht posten, solange nicht wirklich alles in trockenen Tüchern ist (sprich das Geld bei den Verkäufern ist und die offizielle Übergabe war). Und ja, trotzdem hatte ich schon Tapeten abgerissen, Sachen bestellt (ich habe meine Küche drei Wochen vor Übergabe bestellt und auch schon die Hälfte angezahlt gehabt :)) und haben euch auf einem neuen Instakanal mit auf die Reise genommen.

Nur hier konnte ich irgendwie noch nicht auf veröffentlichen drücken. Genauso wie der Haustürschlüssel erst Anfang dieser Woche an meinen Schlüsselbund wandern durfte, davor war er lose in meiner Handtasche.
Montag war endlich das letzte Geld bei den Verkäufern und die offizielle Übergabe durch die Maklerin.
Während sie die Zählerstände aufgeschrieben hat, haben unsere Handwerker am anderen Ende des Hauses um 17 Uhr angefangen die Fliesen aus meinem Esszimmer zu stemmen. An diesen Augenblick und das Gefühl dazu werde ich mich wohl ewig erinnern.

Gerade findet bei mir der große Umbau statt. Als ich den Text oben eben gelesen habe mit „nur kleine Schönheitsreparaturen“ musste ich sehr schmunzeln. Immerhin ist meine Haushälfte gerade komplett nackt. Keine Küche, keine Bäder, keine Fliesen, kein Fußboden, keine Tapeten mehr. Der Kamin musste auch raus und wie wir heute gehört haben sollte der Stromkasten auch ausgetauscht werden.
Gut, ist jetzt so. Lieber jetzt einmal richtig als nach und nach. Und dann haben wir mit den gröbsten Themen hoffentlich erst einmal ein paar Jahre Ruhe.
Denn ein paar Jahre auf einer Baustelle zu wohnen… das wäre dann doch nicht meins.

Zum Glück habe ich meine Wohnungskündigung von Ende Dezember auf Ende Januar gelegt – wird immer noch verdammt sportlich! Aber hey, es wird schon irgendwie alles passen. :)

Demnächst wird es denke ich mal ein richtiges Baustellenupdate geben – ich hoffe ihr kommt gern mit auf diese neue, spannende Reise!

Viele vernünftige Bilder gibt es noch nicht merke ich gerade. :) Meist nur schnelle Handybilder zwischendurch. Aber egal. Dafür fahre ich morgen mal zur Baustelle und schaue mir in Ruhe an, was bisher geschafft wurde und mache ein paar Bilder.

Liebste Grüße
Ricarda

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20 Kommentare
  1. Ria

    5. Dezember 2020 um 20:26

    Das ist ein so schönes Zuhause für euch alle zusammen,ich freu mich wahnsinnig für euch!
    Dicken Kussi 💖

    Antworten

    • Ricarda

      6. Dezember 2020 um 12:49

      Vielen lieben Dank! :)

      Antworten

  2. Claudia

    5. Dezember 2020 um 20:44

    Hallo liebe Ricarda,
    mit meiner Schwester und ihrer Familie Tür an Tür zu wohnen, könnte ich mir auch richtig gut vorstellen… Toll, dass Ihr das umsetzt!
    Es geht ja sehr gut voran mit den Umbauarbeiten – ich schaue Dir immer wieder gern dabei über die Schulter. ;)
    Ich wünsche Dir, dass alles nach Plan läuft und Euch als Familie ein schönes Zusammenwohnen. :)

    Alles Liebe
    Claudia

    Antworten

    • Ricarda

      7. Dezember 2020 um 10:41

      Danke Dir! Ja wir freuen uns da auch schon wirklich sehr drauf :)

      Antworten

  3. Heike

    5. Dezember 2020 um 22:20

    Ein schönes Haus, ich freue mich für Euch. Nach der Renovierung wird es sicher sehr heimelig sein.

    Antworten

    • Ricarda

      6. Dezember 2020 um 12:49

      Auf jeeeeden Fall :)))

      Antworten

  4. Nina

    6. Dezember 2020 um 7:46

    Sooo spannend.und ich freu ich sehr für euch. Das wird toll!

    Antworten

    • Ricarda

      6. Dezember 2020 um 12:49

      Danke Dir! :)

      Antworten

  5. Anita

    6. Dezember 2020 um 8:55

    Liebe Ricarda, vielen Dank dass Du soviel unbekannte Menschen wie mich an Deinem/ eurem Leben teilhaben lässt. Ich kann deine Emotionen verstehen, ich habe das vor 3 Jahren genau so gefühlt und erlebt.

    Antworten

    • Ricarda

      6. Dezember 2020 um 12:48

      Vielen Dank! Hach wie schön!

      Antworten

  6. Ilka

    6. Dezember 2020 um 9:45

    Glückwunsch, da drücke ich die Daumen für die Renovierung und wünsche gute Nerven (braucht man, immer).
    LG Ilka

    Antworten

    • Ricarda

      6. Dezember 2020 um 12:48

      Oh ja, das merke ich jetzt schon. :) Danke!

      Antworten

  7. Susanne Will-Weiße

    6. Dezember 2020 um 12:29

    Das Haus ist wunderschön und sucht Seinesgleichen. Lässt es euch nie wieder wegnehmen. LG Susanne

    Antworten

    • Ricarda

      6. Dezember 2020 um 12:48

      Vielen Dank!

      Antworten

  8. Christina

    6. Dezember 2020 um 20:12

    Wow!
    Das sieht wunderschön aus!
    Die Fenster, diemBäume, herrlich!!
    Ich wünsche ganz viel Erfolg und ein wunderbares Leben dort!

    Antworten

    • Ricarda

      7. Dezember 2020 um 10:40

      Danke! Wir freuen uns schon sehr dort nächstes Jahr zu wohnen.

      Antworten

  9. Michaela

    7. Dezember 2020 um 9:35

    Ein wunderschönes Haus – auch wenn noch einiges zu tun ist – es lohnt sich! Viel Glück!

    Antworten

    • Ricarda

      7. Dezember 2020 um 10:40

      Vielen Dank! :)

      Antworten

  10. Bine

    28. Dezember 2020 um 8:34

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Ricarda! Ich freue mich sehr für Dich und natürlich auch für Nadine! Das wird bestimmt toll!
    Liebe Grüße, Bine

    Antworten

    • Ricarda

      28. Dezember 2020 um 22:16

      Danke Dir! :)

      Antworten

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