
Heute geht es also los mit „Vom Stoff bis zum Muster“
Am Anfang jeder Decke steht die Frage – Für wen will ich die Patchworkdecke nähen?
Welche Stoffe ihr für das Top (die Oberseite) nicht nehmen solltet
Nehmt keine elastischen Stoffe, nur 100% Baumwolle.
Keine Jeans-, Cord-, Fleece- oder Jerseystoffe.
Dehnbare Stoffe geben nach und da wird das leider nichts mit einem gleichmäßigen Muster.
Jeansstoffe, Fleece, sehr dicke Baumwollstoffe (Möbelstoffe oder viele vom Schweden) und Cord sind in der Regel zu dick, es können unschöne „Gnubbel“ beim Zusammennähen der Decke entstehen und zudem wird die Decke recht schwer. In seltenen Fällen mag Babycord vielleicht eine Alternative sein, aber beachtet, dass der Stoff schon selbst ein Muster hat und wenn man da nicht genau die Laufrichtung beim schneiden „trifft“ sieht das am Ende unruhig aus (es mag hier bestimmt Ausnahmen geben, habe aber bis jetzt noch keine gesehen).
Desto kleiner die Quadrate, desto mehr Quadrate müsst ihr zuschneiden und aneinander nähen und desto mehr Ungenauigkeiten können am Anfang beim Zusammennähen der Reihen entstehen. Also ruhig etwas größere Quadrate am Anfang nehmen.
Diese Decke wird am Ende ca. 1 x 1 Meter groß sein.
Ich finde: Desto größer die Decke, desto ausgefallener und raffinierter darf auch das Muster der Decke sein. Bei so einer kleinen Decke mag ich es also lieber etwas einfach, hier findet ihr ein Beispiel für ein aufwändigeres Muster einer großen Decke (obwohl ich eine der Blumen auch für eine kleine gut finden würde).
Wenn ihr es gerne wild und durcheinander mögt, dann nur zu, dies soll ja nur eine Möglichkeit von vielen sein.
Hier ein paar Beispiele wie ein Muster aussehen könnte:
Die Zahlen sind die Anzahl der Stoffe (hier bräuchte man also immer 6 unterschiedliche Stoffe, es können natürlich auch mehr oder weniger sein) und in der Anordnung gibt es unendlich viele Möglichkeiten.
Am einfachsten geht das anhand eines Beispiels.
Ich habe 6 Reihen und 6 Stoffe, brauche also von jedem Stoff 6 Quadrate.
Diese sollen am Ende 15 x 15 cm groß sein, mit Nahtzugabe also 16,5cm (15 + 2 x 0,75).
Nun ausrechnen wie viele Quadrate nebeneinander auf meine Stoffe gehen, bei einem Stoff der 112cm breit ist wären das z.B. 6 (da 112:16,5=6,79), ich brauche also ca 20 cm von jedem Stoff (eigentlich nur 16,5 cm aber sicher ist sicher).Puh, damit hätten wir den doofen Teil hinter uns :)Das Schneiden
Nun fertigt ihr euch aus Pappe oder dickem Papier eine Schablone an (hier 16,5 cm).
Bei der ersten Decke habe ich jedes Quadrat ausgemessen anstatt eine Schablone zu machen… Waren ja nur ca 250 Stück – könnte mir immer noch an die Stirn klatschen :)Die Pappe auf den Stoff legen, beschweren und mit dem Rollschneider ausschneiden.
Alternativ und mit ein bisschen Übung könnt ihr den Stoff auch falten, sodass ihr mehrere Quadrate auf einmal schneidet.
Am liebsten mache ich mir den Fußboden so weit es geht frei und lege drauf los. Habe ich eine Variante fertig, mache ich ein Foto davon und versuche gerne noch weitere Varianten. So kann man am Ende gut vergleichen welche einem am besten gefällt und weiß auch für später immer, welcher Stoff in welcher Reihenfolge kommt.
Morgen geht es dann weiter. Wie nähe ich die Quadrate aneinander und wie die Reihen? Kurz: Wie entsteht das Top?
So, das wars für heute. Ich hoffe ihr seid überhaupt bis hier her gekommen :)
Solltet ihr Fragen haben, gerne! Ich versuche die dann hier unter nach und nach noch zu beantworten.
Liebste Grüße und viel Spaß beim Stoffe aussuchen,
Ricarda
Die weiteren Teile der Anleitung findest Du hier:
Anleitung Patchworkdecke nähen Teil 2 – Von Stoffstücken zum fertigen Top
Anleitung Patchworkdecke nähen Teil 3 – Quilten
Anleitung Patchworkdecke Teil 4 – Das Einfassen
Ist es nicht einfacher, die Teile mit einem breiten Lineal (Omnigrid) auszumessen, anstatt extra eine Schablone anzufertigen?
Klar kann man das Lineal nehmen, mir verrutscht das nur hin und wieder gerne, die Schablone nicht, wenn ich sie beschwert habe.
Aber klar, kann man auch mit dem Omnigrid alles zuschneiden, dann ist man halt auf die Größe festgelegt (und sobald die Größe abweicht und man anfängt zu messen… eine Schablone machen, der Mehraufwand macht sich schnell bezahlt ;))
Wasche ich die Stoffe vorher, bevor ich sie zusammennähe?
Jein. Früher wirklich immer, weil ich Angst hatte, dass die Stoffe nach der ersten Wäsche färben oder einlaufen.
Mittlerweile wasche ich nicht mehr so oft vor, da ich meist Stoffe von Miller, Kaufman oder Butler benutze und die laufen weder ein, noch verfärben sie (in der Regel, ich will hier nichts garantieren ;)). Trotzdem tue ich je nach Farbvielfalt bei der ersten Wäsche immer (egal ob vorgewaschen oder nicht) ein oder zwei von diesen Farbauffangtüchern rein (gibt es in jeder Drogerie). Die kosten wenig und saugen überschüssige Farbe auf, sicher ist sicher.
Welchen Rollschneider/Schneidematte ist gut?
Da kann ich nur von dem Sprechen was ich kenne. Mein Rollschneider (45mm) und meine Matte ebenso, sind von Olfa. Mit beiden komme ich gut zurecht, aber es gibt bestimmt noch viel mehr gutes Zubehör.
Welche Farbkombi ist gut, wenn man nicht weiß, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird?
Puh, das finde ich gar nicht mal so einfach :)
Ich finde gut sind auf jeden Fall grün, rot, sehr dunkles lila und helle grau Töne. Kinderstoffe sind auf jeden Fall immer eine tolle Lösung, mit freundlichen Motiven, da ist die Farbe dann fast zweitrangig.
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