Anleitung Patchworkdecke nähen Teil 1- Vom Stoff bis zum Muster

> Guten Morgen ihr Lieben,</p>
<div></div>
<div>so, heute geht es los mit dem ersten Teil der Anleitung <b>„Wie nähe ich eine Patchworkdecke“</b>, ich hoffe ihr habt euren Spaß. Auch wenn der erste Artikel soooo lang geworden ist :)</div>
<p>Diese Woche möchte ich euch zeigen, wie man eine Patchworkdecke näht und quiltet. Damit es (hoffentlich) auch anfängerfreundlich ist, habe ich versucht das ganze so ausführlich wie möglich zu machen und somit sind mehrere Teile der Anleitung entstanden, die ich euch die Woche nach und nach zeigen mag.</p>
<p><a href=Titelbild_Patchworkdecke1

Heute geht es also los mit „Vom Stoff bis zum Muster“

Am Anfang jeder Decke steht die Frage – Für wen will ich die Patchworkdecke nähen?

Baby, Kind, Schwester, Mann, Mutter, sich selbst?
Soll sie drinnen oder draußen benutzt werden?
Ist sie täglich im Einsatz oder eher als Überwurf gedacht?
Je nachdem sollte nämlich die Stoffwahl ausfallen und auch das Muster der Decke.
Hier zeige ich euch die wohl einfachste Variante, wie ihr einfach Quadrate aneinander näht um eine klassische Patchworkdecke zu nähen.
Welche Stoffe also nun?
Nach dem ihr wisst für wen die Decke ist, wird die Stoffwahl sich schon eingeschränkt haben (das Baby bekommt wohl eher keine Cupcakes und Totenköpfe und der Ehemann keine rosa Kinderstoffe). Da mir einige geschrieben haben, dass sie Schwierigkeiten bei der Stoffwahl und -anordnung haben, gehe ich hier ausführlicher drauf ein. Das hier ist nur meine persönliche Meinung und natürlich weder richtig noch falsch ;)
Das wichtigste: die Stoffe
Achtet auf die Qualität der Stoffe! Leider nicht ganz billig, aber mit einem 4 Euro Stoff werdet ihr in der Regel keine lange Freude haben. Die Decke soll ja was aushalten. Und leider leiden viele „Günstigstoffe“ nach einiger Zeit.
Daher ist es durchaus sinnvoll, Patchworkstoffe zu nehmen (der Name sagt wohl alles ;)), dies sind meist amerikanische Stoffe, 112 cm breit, haben eine tolle weiche und nicht zu dünne Baumwollqualität und hören gerne auf die Namen „Amy Butler, Michael Miller, Robert Kaufmann“ usw…
Man kann natürlich andere Stoffe nehmen, aber gerade bei Patchworkstoffen kann man ganze Serien kaufen, die sich wunderbar ergänzen (wie etwa bei dieser Decke).

Welche Stoffe ihr für das Top (die Oberseite) nicht nehmen solltet
Nehmt keine elastischen Stoffe, nur 100% Baumwolle.
Keine Jeans-, Cord-, Fleece- oder Jerseystoffe.

falsche_stoffe

Dehnbare Stoffe geben nach und da wird das leider nichts mit einem gleichmäßigen Muster.
Jeansstoffe, Fleece, sehr dicke Baumwollstoffe (Möbelstoffe oder viele vom Schweden) und Cord sind in der Regel zu dick, es können unschöne „Gnubbel“ beim Zusammennähen der Decke entstehen und zudem wird die Decke recht schwer. In seltenen Fällen mag Babycord vielleicht eine Alternative sein, aber beachtet, dass der Stoff schon selbst ein Muster hat und wenn man da nicht genau die Laufrichtung beim schneiden „trifft“ sieht das am Ende unruhig aus (es mag hier bestimmt Ausnahmen geben, habe aber bis jetzt noch keine gesehen).

Hier nun meine Stoffauswahl für eine Babydecke
Die Motive:
Zum Teil kindlich, teils floral und dann kleine Muster die sich wiederholen
Stoffwahl
Warum diese Stoffe
Das Farbschema ist hauptsächlich grün und rosa. Ich finde es ganz wichtig, dass man nicht die ganze Decke Ton in Ton macht, das sieht meistens überladen aus und erschlägt einen (abgesehen davon, dass der Farbton „grün“ von bis geht und oft dann nicht zusammen passt…). Gerne habe ich einen Wechsel, sprich einen Stoff mit hellen Untergrund, dann wieder einen bunten, einen hellen usw… Das bringt automatisch eine Harmonie ins Gesamtbild.
Dann je zwei Stoffe aus der selben Kollektion/Art. Dass die Blumenstoffe harmonieren ist durch die selbe Kollektion gegeben und die beiden Kinderstoffe harmonieren durch die gleiche Thematik. Ihr seht, ich mag es harmonisch ;)
Das Muster und die Größe der Decke
Genau so wichtig ist natürlich das Patchworkmuster der Decke. Hier habe ich mich für Quadrate (siehe weiter unten) entschieden.
Desto kleiner die Quadrate, desto mehr Quadrate müsst ihr zuschneiden und aneinander nähen und desto mehr Ungenauigkeiten können am Anfang beim Zusammennähen der Reihen entstehen. Also ruhig etwas größere Quadrate am Anfang nehmen.
Diese Decke wird am Ende ca. 1 x 1 Meter groß sein.
Ich finde: Desto größer die Decke, desto ausgefallener und raffinierter darf auch das Muster der Decke sein. Bei so einer kleinen Decke mag ich es also lieber etwas einfach, hier findet ihr ein Beispiel für ein aufwändigeres Muster einer großen Decke (obwohl ich eine der Blumen auch für eine kleine gut finden würde).
Entscheidet euch am besten entweder erst für die Stoffe und dann für das Muster oder umgekehrt, je nachdem was euch für die Decke gerade wichtiger ist. Das andere bedingt sich dann dadurch bzw. man muss dann auch mal Kompromisse machen
Den Stoff für die Rückseite und den Rand wähle ich eigentlich immer erst aus wenn das Top (also die Oberseite der Decke) fertig ist, dann findet sich das meist von selbst und zeige ich euch in den nächsten Tagen (ebenso wie das Thema Vlies).
Die Arbeitsmaterialien:
– Nähmaschine
– Bügeleisen (mindestens so wichtig wie die Nähmaschine beim patchen, es ist leider so :))
– Einen Rollschneider (so viel genauer als eine Schere in diesem Fall)
– Eine Matte für den Rollschneider
– Stecknadeln
– Linear / Schneidebrett
– Gewichte (kann natürlich auch eine Schere oder sonst etwas schwereres sein)
– dickeres Papier oder Pappe für eure Schablone
IMG_0700
Die Reihenfolge und Menge der Stoffe:
Zuerst: Wie groß soll die Decke werden?
Dann: Wie groß sollen die Quadrate werden (plus eine Nahtzugabe von 0,75 cm)?
Danach wisst ihr wie viele Reihen ihr habt (hier bei mir 6, die Quadrate sind am Ende ca 15 x 15 cm groß, die Decke mit Rand also fast 1 x 1 Meter)
Ich gestehe, bei kleinen Decken schneide ich erst und probiere dann das Muster und die Harmonie der Stoffe aus. Das sollte man bei großen Decken aber auf keinen Fall tun (so habe ich schon mal Stoffe für 80 Euro in die Tonne gekloppt, bzw. mit Müh und Not eine Alternative gebastelt, kann man sich definitiv sparen).
Ich bin kein Fan vom wilden querbeet anordnen, meist gibt es bei mir dann 2-3 Quadrate die am Ende rausstechen und mir die Freude an der Decke nehmen. Ich mag halt Ordnung :)
Wenn ihr es gerne wild und durcheinander mögt, dann nur zu, dies soll ja nur eine Möglichkeit von vielen sein.

Hier ein paar Beispiele wie ein Muster aussehen könnte:

Patchworkdecke nähen Anleitung Muster anordnen

Die Zahlen sind die Anzahl der Stoffe (hier bräuchte man also immer 6 unterschiedliche Stoffe, es können natürlich auch mehr oder weniger sein) und in der Anordnung gibt es unendlich viele Möglichkeiten.

Nachdem ihr euch für eine Variante entschieden habt, könnt ihr den Stoffverbrauch ermitteln.
Am einfachsten geht das anhand eines Beispiels.
Ich habe 6 Reihen und 6 Stoffe, brauche also von jedem Stoff 6 Quadrate.
Diese sollen am Ende 15 x 15 cm groß sein, mit Nahtzugabe also 16,5cm (15 + 2 x 0,75).
Nun ausrechnen wie viele Quadrate nebeneinander auf meine Stoffe gehen, bei einem Stoff der 112cm breit ist wären das z.B. 6 (da 112:16,5=6,79), ich brauche also ca 20 cm von jedem Stoff (eigentlich nur 16,5 cm aber sicher ist sicher).Puh, damit hätten wir den doofen Teil hinter uns :)Das Schneiden
Nun fertigt ihr euch aus Pappe oder dickem Papier eine Schablone an (hier 16,5 cm).
Bei der ersten Decke habe ich jedes Quadrat ausgemessen anstatt eine Schablone zu machen… Waren ja nur ca 250 Stück – könnte mir immer noch an die Stirn klatschen :)Die Pappe auf den Stoff legen, beschweren und mit dem Rollschneider ausschneiden.
IMG_0716

Alternativ und mit ein bisschen Übung könnt ihr den Stoff auch falten, sodass ihr mehrere Quadrate auf einmal schneidet.

IMG_0723

Nun sind alle Stoffstücke fertig und es kann ans Musterlegen gehen
IMG_0715

Am liebsten mache ich mir den Fußboden so weit es geht frei und lege drauf los. Habe ich eine Variante fertig, mache ich ein Foto davon und versuche gerne noch weitere Varianten. So kann man am Ende gut vergleichen welche einem am besten gefällt und weiß auch für später immer, welcher Stoff in welcher Reihenfolge kommt.

IMG_0726

Das war dann meine Wahl für die Decke.

Morgen geht es dann weiter. Wie nähe ich die Quadrate aneinander und wie die Reihen? Kurz: Wie entsteht das Top?

So, das wars für heute. Ich hoffe ihr seid überhaupt bis hier her gekommen :)
Solltet ihr Fragen haben, gerne! Ich versuche die dann hier unter nach und nach noch zu beantworten.

Liebste Grüße und viel Spaß beim Stoffe aussuchen,
Ricarda

Die weiteren Teile der Anleitung findest Du hier:
Anleitung Patchworkdecke nähen Teil 2 – Von Stoffstücken zum fertigen Top
Anleitung Patchworkdecke nähen Teil 3 – Quilten
Anleitung Patchworkdecke Teil 4 – Das Einfassen

Edit:
Hier die Fragen und meine Antworten, die mich zu diesem Teil erreicht haben


Ist es nicht einfacher, die Teile mit einem breiten Lineal (Omnigrid) auszumessen, anstatt extra eine Schablone anzufertigen?
Klar kann man das Lineal nehmen, mir verrutscht das nur hin und wieder gerne, die Schablone nicht, wenn ich sie beschwert habe.
Aber klar, kann man auch mit dem Omnigrid alles zuschneiden, dann ist man halt auf die Größe festgelegt (und sobald die Größe abweicht und man anfängt zu messen… eine Schablone machen, der Mehraufwand macht sich schnell bezahlt ;))

Wasche ich die Stoffe vorher, bevor ich sie zusammennähe?
Jein. Früher wirklich immer, weil ich Angst hatte, dass die Stoffe nach der ersten Wäsche färben oder einlaufen.
Mittlerweile wasche ich nicht mehr so oft vor, da ich meist Stoffe von Miller, Kaufman oder Butler benutze und die laufen weder ein, noch verfärben sie (in der Regel, ich will hier nichts garantieren ;)). Trotzdem tue ich je nach Farbvielfalt bei der ersten Wäsche immer (egal ob vorgewaschen oder nicht) ein oder zwei von diesen Farbauffangtüchern rein (gibt es in jeder Drogerie). Die kosten wenig und saugen überschüssige Farbe auf, sicher ist sicher.

Welchen Rollschneider/Schneidematte ist gut?
Da kann ich nur von dem Sprechen was ich kenne. Mein Rollschneider (45mm) und meine Matte ebenso, sind von Olfa. Mit beiden komme ich gut zurecht, aber es gibt bestimmt noch viel mehr gutes Zubehör.

Welche Farbkombi ist gut, wenn man nicht weiß, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird?
Puh, das finde ich gar nicht mal so einfach :)
Ich finde gut sind auf jeden Fall grün, rot, sehr dunkles lila und helle grau Töne. Kinderstoffe sind auf jeden Fall immer eine tolle Lösung, mit freundlichen Motiven, da ist die Farbe dann fast zweitrangig.

Sag es weiter auf Pinterest:

Nach oben scrollen