Ihr Lieben,
wie oft habe ich morgens schon den Rechner angemacht, meinen Kaffee getrunken und die Blogrunde gedreht, und danach gedacht „Oh – mein – Gott! Ist dein eigenes Leben trist/langweilig/normal/0815“.
Überall nur Powerfrauen mit unfassbar tollen Bildern, DIY-Ideen die nur so aus den Boden sprießen, man weiß gar nicht wohin mit seiner ganzen Energie, die Haare sitzen, die Haut ist makellos und die Familie könnte in jedem Film über Harmonie und Spaß mitspielen… Denkste!
Denn ja, es gibt sie, die Facebookgruppen wo Blogger (vor allem Frauen) sich darüber austauschen, dass sie gerade kein Bock/keine Zeit/keine Ideen haben, dass das eine Kind gerade die Bude voll spuc… und das andere Kind seine Trotzphase hat und man es am liebsten Gegend die Wand klatschen würde.
Und ich bin so unendlich dankbar, dass es diese Gruppen gibt! Und da dachte ich, kann ich doch auch mal ganz offen im Blog mit Klischees und Gerüchten umgehen, inkl. kleinen Richtigstellungen :)
1. Bloggerwohnungen sind immer aufgeräumt, hell und sind eh Wohnzeitschrift tauglich.
Ein schlichtes nein – nein nein nein nein. Erinnert ihr euch an meine Wohnzimmerposts? Es hat ein Grund, warum das Zimmer in Etappen gezeigt wurde! Weil die andere Dinge wie Laptop, Kabel (Kabel! Mal ehrlich – der Fotokiller), Zeitschriften, dem Geschirr vom Frühstück (nein Mama, du hast alles richtig gemacht in deiner Erziehung, ich bin nur leider echt faul), Zeitschriften, meine Fotohintergünde, Requisiten und irgendwelche Stoffe in der anderen Ecke zu netten Häufchen aufgetürmt wurden.
Nur um sie anschließen in die andere Ecke zu rücken.
Ganz ehrlich, an den meisten Tagen dürfte noch nicht einmal mein Freund ohne Vorankündigung zu mir kommen (ja wir sind noch in der Phase wo man sich etwas besser darstellt als man eigentlich ist – die dürfte aber bald vorbei sein ;))!
Zum Thema hell – okay ich gestehe – bei der Wohnungsbesichtigung war mein 5. Gedanke „geil ist die hell die Wohnung, super Licht für Blogbilder“ aber ich mache meine meisten Bilder aufm Fussboden vorm Sofa weil dort am meisten Licht ist – auf dem Foto sieht es dann aus als ob ich ein Loft hätte – schön wärs.
Ein kleines Foto von meinem Arbeitszimmer zur Zeit- wo ich mitten im Aufräumen aufgehört habe (es wird ja immer erst einmal schlimmer)? So wird es mindestens auch noch zwei weitere Wochen aussehen (auch hier Mama, bitte schau weg! Es ist nur zu deinem Besten)
Machen sich meine alten zwei Meter Sofa nicht ganz hervorragend in der Mitte der 10 qm? :)
2. Blogger ernähren sich super gesund – mit Ausnahme von den schönsten Torten/Cupcakes usw
Nahezu jeder Blogger zeigt morgens seinen Smoothie, seine Chia-Samen, seine Haferflocken mit mindestens 5 verschiedenen Obstsorten, dem Bioquark am Nachmittag und zwischendurch das unglaublich tolle Essen, wenn er unterwegs ist.
Na selbstverständlich zeige ich solche Bilder bei Instagram auch – ich klopfe mir damit selber auf die Schulter wenn ich es mal geschafft habe mir ein fototaugliches Essen zu machen (obwohl machen wir uns nix vor – nach dem Foto wird die Haferbrei-Obst-Mischung verrührt und es sieht wie bei jedem anderen aus – wie Pampe. Schmeckt allerdings echt super!). Ja wirklich, was soll ich euch den zeigen wenn ich mir ein Toast mit einen Klecks Marmelade gemacht habe? Sollte es allerdings mal so weit sein – bitte sagt es mir!
Genau so verhält es sich mit Fast Food – gelb und braun sind dann die vorherrschenden Farben, nicht schön – oder mit Omas Hausmannskost – selten schön aber sooooo lecker!
Also ganz ehrlich, mein Körper freut sich wenn ich mal eine Obst-und-gesund-Phase habe, aber es gibt mindestens genauso oft die trockene-Nudeln-mit-Ketchup-Phase… inkl. Eis und Chips als Dessert.
Und was sieht ansprechender aus? Die unbearbeiteten Hummerravioli (oh Gott waren die gut! Und hässlich…) oder das nett angerichtete, bearbeitete French Toast was nun wirklich nichts „besonderes“ ist, aber mit ein bisschen Farbe (und die kommt nunmal meist durch Obst, Gemüse und Kräuter) dekorativ wirkt :)
3. Bloggerfotos kommen genau so aus der Kamera wie sie im Blog zu sehen sind
Ich fall gleich vom Stuhl vor lachen. Natürlich nicht! Ja es gibt sie – die Fotos die du aufm Rechner nach dem Shooting anschaust und denkst „verdammt, was soll ich da denn jetzt verändern“ aber sind wir ehrlich – sie sind selten und seeeehr stark abhängig vom Objektiv (weniger von der Kamera). Ich habe mittlerweile mein Objektiv gefunden wo es solche Bilder gibt, aber oft genug ist doch die Helligkeit und der Kontrastregler der beste Freund des Bloggers.
Hier ein typisches vorher-nachher Foto
4. Blogger haben keine Falten oder unreine Haut und sind super gestylt
Oh hallo du wunder der Zeitschriften, wie gut, dass es dich auch für den Hausgebrauch gibt – Photoshop. Ja, mein Baby, ich gebe es zu. Oder einfach nur mit dem Handy 1-2 Filter setzen, zeichnet alles weich, macht ein tolles Licht und man sieht ansehnlich aus. Der User vergisst nur zu gern, dass es davor 34 andere Fotos gab, wo man niemals nie mit gesehen werden möchte. Warum die Filter? Naja es ist ein bisschen so wie mit dem Schminken – ich würde auch nicht ungeschminkt zur Arbeit gehen, also muss ein wenig retuschiert werden bei Bildern.
Sowieso Bilder retuschieren – auch Stillleben für den Blog werden manchmal so lange bearbeitet, bis jeder Regler in Photoshop mal hoch und runter geschoben wurde (und immer ist das doofe Licht schuld! Also bitte doch ein Loft :))
Und auch hier, so sieht es auch und so soll es in meinen Augen am Ende aussehen ;)
5. Die Kinder lieben es Fotos zu machen
Okay ich habe selber noch keine Kinder – aber ich kenne die Gerüchte ;) Manche Kinder lassen sich natürlich gern fotografieren, indem man „Modell und Fotograf“ spielt, aber genug Kinder werden auch schon mal mit Süßigkeiten oder einem Eis für ein paar Fotos bestochen, was ich großartig und sehr unterhaltsam finde! Das macht soooo symphatisch! Ich hatte schon Angst, dass ich später „normale“ Kinder bekommen muss ;)
6. Blogger sprudeln nur so vor Ideen und Kreativität
Jeder Blogger hat sie – die Phasen wo man gerade keine Lust hat. Wo ein DIY oder Rezept so völlig nach hinten los geht, wo selbst die dusselige Heißklebepistole gegen dich ist, die Nähmaschine mit Absicht Dinge falsch zusammen näht, wo kreative Möbelideen durch Billy-Regale ersetzt werden und sowieso – fertig gekauft ist doch auch ganz schön.
Und warum dann das ganze gestylte, retuschieren und bearbeiten? Wie meine Schwester letztens so treffend gesagt hat „Die Realität hast du jeden Morgen im Spiegel“ und genau das ist es. Wenn ich online Blogs anschaue, möchte ich nicht das eigene Chaos wie bei mir Zuhause sehen, dafür muss ich nicht online gehen. Obwohl – mal darüber lesen mag ich auch gern ;)
Und außerdem habe ich so immer genug Anregungen, wenn mich mal wieder eine kein-Bock-Phase droht zu erdrücken – danke an all die tollen, kreativen und inspirierenden Blogger da draußen!
Liebste Grüße, ich geh dann mal auf die Couch mit meinen hässlichen, aber sehr leckeren überbackenen Pilzen :)
Ricarda





