Zwischen Schein und Sein

Die Bloggerwelt – mittlerweile weiß wohl jeder, dass sie nicht immer nur glamourös ist. Bereits vor 2,5 Jahren habe ich den Bericht 6 Fakten über Blogger – die so nicht stimmen geschrieben.

Nach wie vor unterschreibe ich diesen Artikel genau so. Seitdem hat sich bei mir und in der Bloggerwelt trotzdem viel verändert. Nicht nur, dass es gefühlt mehr Instagram, Snapchat, Facebook usw. gibt, sondern bei mir persönlich ist das Hobby auch noch zum Beruf geworden.

ScheinSein

Und oh man, wie sehr ich meinen Beruf liebe! Nicht immer, aber meistens. Wenn jemand mich fragt was ich mache und ich merke, dass mein Gegenüber sich für meine Branche interessiert, bin ich nur schwer zu stoppen und quassele in einer Tour von meiner Arbeit. Ich würde mich aktuell in keiner anderen Rolle sehen wollen. Klar, es ist oft viel, stressig, eine Menge Verantwortung und manchmal weiß ich nicht wo mir der Kopf steht, aber das ist in Ordnung.

Schwieriger wird es, wenn es dann im Privaten vielleicht mal nicht ganz so rund läuft. Da merkt man auf einmal, dass man halt keinen Schreibtischjob hat, wo Dinge einfach nur abgearbeitet werden müssen. Denn ganz ehrlich, Sachen abarbeiten wie Rechnungen bezahlen, Dinge bestellen, Schnittmuster vorbereiten, Packendes planen, mit Lieferanten schreiben, Bilder bearbeiten… All das ist aktuell kein Problem. Denn dafür brauche ich nicht das, was für Blogger wohl am wichtigsten ist: Eine Mischung aus Leichtigkeit und Kreativität.

Versteht mich nicht falsch, ich schreibe das gerade nicht, weil ich Mitleid haben möchte. Ich bin jemand, der sich gerne selber aus Sachen raus zieht und lösungsorientiert denkt und ansonsten habe ich da noch meine engsten Lieblingsmenschen. Das wird alles schon irgendwann wieder – egal wie und egal in welche Richtung, es geht nun einmal immer weiter. Und es ist jetzt auch nicht so dramatisch, dass meine Mama sich Sorgen machen muss (ich weiß doch, dass Du das liest Mutti, alles gut). Aber es gibt gerade einfach Dinge, die mir viel Energie entziehen, dass ich machen kann was ich will, es wird nicht von heute auf morgen nicht besser. Da muss man halt einfach dann durch und irgendwie weiter funktionieren.

Aber ich mag es nun einmal nicht, wenn ich hier, aufm Blog, nur funktioniere. Das habt ihr nämlich nicht verdient. Ihr kommt hier vorbei, nehmt euch die Zeit, lest meine Beiträge und dafür möchte ich euch etwas geben. Sei es Unterhaltung, Tipps, Rezepte, neue Ideen und und und. An diesem Punkt kommt bei mir die Leichtigkeit ins Spiel. Ich habe aktuell so viele Posts im Kopf, Ideen, teilweise auch schon die Bilder auf der Speicherkarte, aber die Tastatur und ich sind gerade keine guten Freunde. Weil die Leichtigkeit etwas fehlt. Und ich denke, dass man das an meinem Schreibstil merkt. Es strengt einfach gerade alles ein bisschen mehr an.

Kurze Bilder auf Instagram? Aus dem Ärmel geschüttelt. Facebookposts? Kein Problem. Aber mein Baby, den Blog, mit liebevollen, witzigen und kreativen Artikeln zu füllen. Puh, gerade etwas schwerfällig und nachdenklich.

Wie immer habe ich also 2 Möglichkeiten damit umzugehen. Krampfhaft versuchen das zu überspielen und leicht gequälte Posts schreiben, mit denen ich nicht ganz zufrieden bin, oder euch einfach schreiben wie es gerade ist.

Es ist halt gerade schwierig hier im Seelenleben Pech&Schwefel. Punkt.

Und wenn es euch vielleicht gerade ähnlich geht, vielleicht weil ihr gerade an einer Weggabelung steht und nicht wisst ob ihr nach rechts oder links gehen sollt, oder bei euch gerade im Umfeld etwas nicht so gut läuft und ihr gerade nichts aktiv daran ändern könnt, dann mag ich euch sagen, dass das okay ist. Ich bin der festen Überzeugung, wenn man sich dies eingesteht und nicht mehr dagegen kämpft, sondern die doofen Umstände gerade versucht anzunehmen, dass es dann bereits etwas leichter wird.

Man sieht, auch in Bloggerhausen sieht es nicht nur außen oft nicht ganz so glamourös aus, sondern manchmal auch im Inneren. Und dafür müssen auch keine ganzen Welten durch Schicksalsschläge einbrechen, sondern da reicht manchmal das ganz normale Leben.

Ist aber auch in Ordnung. Und das solltet ihr wissen.

Liebste Grüße,
Ricarda

Nach oben scrollen