Heute geht es mal um ein seeeeeehr intimes Thema. Thema Menstruation und Müllvermeidung.
Oh ha – ich hätte NIE gedacht, dass ich jemals vor tausenden Menschen so etwas schreiben würde. Da war meine Schamgrenze vor ein paar Jahren noch deutlich höher.
Aber heute ist mir egal, wie manche über bestimmte Themen denken mögen, solange ich denke, dass es einige von euch interessieren könnte und ich begeistert bin.
Und ich bin begeistert!
Von den Menstruationstassen (oder auch Menstruationskappen) habe ich vor einigen Jahren das erste Mal in einer Zeitschrift gelesen. Mein erster Gedanke war „igitt, wie unhygienisch und widerlich“ – als ich weiterlas erfuhr ich, dass die kleinen Cups aus Silikon ursprünglich für Frauen in Afrika hergestellt wurden, da viele Mädchen und Frauen kein Geld für Tampons oder Binden haben und sich dafür prostituieren müssen, um für Tampons Geld zu haben. Oh man, auf einmal kam mir diese Tasse gar nicht mehr sinnlos vor! Ich fand die Idee super, aber für mich als Europäerin? Nein, diese Idee kam mir nicht und der Gedanke war schnell wieder weg.
In letzter Zeit hört man aber immer öfter von den Tassen. Auf YouTube findet man hunderte von Videos wo erklärt wird, wie man die Tassen einführt, wie sie funktionieren, wie man sie reinigt usw.
Warum habe ich das nun ausprobiert? Ich war neugierig! Und mittlerweile ja offen für neue Dinge, bevor ich mir ein Urteil bilde. Die Tasse auszuprobieren hatte mehrere Gründe.
Zwei Gründe haben mich besonders überzeugt: Tampons sollen auf Dauer nicht gut für Frauen sein (auch meine Frauenärztin rät eher von Tampons ab), da man nie genau weiß, was vielleicht in der Baumwolle noch an restlichen Stoffen drinnen ist, was aber viel wichtiger ist, die Tampons saugen nicht nur das Blut auf, sondern auch alles an natürlicher Flüssigkeit, die eigentlich dort bleiben soll wo sie ist. Der zweite Grund war, dass ich die Vorstellung toll fand, nicht mehr monatlich Tampons einkaufen zu müssen und Monat für Monat eine Menge Müll zu produzieren – denn immerhin soll so eine Tasse 5-10 Jahre halten.
Weitere Vorteile sind für mich persönlich nach 4 Monaten: Man merkt die Tasse wirklich null! Selbst beim Yoga oder Fahrradfahren denke ich keine Sekunde daran, dass ich meine Periode habe und nichts kann verrutschen. Auch beim Schwimmen oder in der Sauna finde ich die unauffällige Tasse deutlich angenehmer und dezenter. Und noch ein Pluspunkt, die Tasse wird nur morgens uns abends einmal gewechselt und ausgespült. Gerade auf Reisen finde ich es super, dass ich keine Tampons mehr wechseln muss (Stichwort Flughafen- oder Bahnhofstoilette, gruselig).
Ihr seht, ich bin wirklich begeistert!
Okay, wie funktioniert das ganze nun?
Zunächst einmal tut man die Tasse für 5 Minuten in kochendes Wasser, damit sie völlig rein ist. Im Anschluss faltet man die Tasse 2x, also halbiert die Öffnung einmal und knickt sie dann noch mal – sieht ein bisschen aus wie ein Herz und wird in den mitgelieferten Beschreibungen noch mal ganz genau und mit Zeichnungen erklärt (oder wie gesagt, ihr befragt YouTube dafür). Im Anschluss wird der Cup wie ein Tampon eingeführt. Das Gefühl? Ein wenig so, wie als man das erste Mal ein Tampon eingeführt hat – etwas aufgeregt und ungewohnt. Sobald der Cup eingeführt ist, öffnet sich die Öffnung und dank der kleinen Löcher an den Seiten wird ein Unterdruck erzeugt, sodass nichts vertuschten kann.
Die Cups gibt es je nach Hersteller in 2-3 Größen, je nachdem wie stark man seine Periode, und ob man schon Kinder hat. Sich an seiner Tampongröße zu orientieren ist das einfachste und ich war gleich mit meinem ersten Cup zufrieden.
Das Herausholen des Cups kann am Anfang etwas ungewohnt sein, da man die Tasse am unteren Ende leicht zusammendrücken muss, damit das Vakuum verschwindet. Das fand ich nach den ersten paar Malen üben aber nicht mehr schlimm. Um ehrlich zu sein: Ja, der Anblick ist erst einmal ungewohnt und mein erster Gedanke, als ich damals den Zeitungsartikel lies fiel mir wieder ein – „igitt“, aber auch daran gewöhnt man sich genau so schnell wie an den Anblick von Tampons, gehört halt zu uns Frauen dazu! Die Tasse muss im Anschluss nur einmal mit kalten und warmen Wasser ausgewaschen werden, kann im Anschluss wieder eingeführt werden und nach der Periode wird sie wieder einmal abgekocht und verschwindet bis zum nächsten Monat in ein kleines Säckchen.
Und was ist, wenn man unterwegs ist? Es gibt kleine Reinigungstücher, die man verwenden kann, oder man spült die Tasse mit Wasser aus einer Flasche aus. Außerdem muss man die Tasse so selten wechseln, dass man sich in der Regel morgens und abends einmal Zuhause/im Hotel oder sonst wo aufhält, wo man die Tasse eh bequem wechseln kann. Das war also bisher noch kein Thema für mich.
Warum ich über so ein Thema schreibe? Weil alle meine Freundinnen gleich meinten „erzähl uns wie die ist!“ – mache hatten davon gehört, manche kannten das noch gar nicht und haben ihr Gesicht wie ich am Anfang etwas verzogen. Ich möchte damit ein Stück weit aufklären, damit man weiß, dass es auch noch Alternativen zu Tampons gibt, die besser für unseren Körper sind und zudem weniger Müll produzieren.
Seitdem ich die Tasse benutze, habe ich übrigens deutlich weniger Unterleibsschmerzen am Anfang der Periode. Ob das Zufall ist oder nicht, kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht sagen, aber ich werde das beobachten. :)
Einzig der Name könnte noch deutlich verbessert werden (Menstruationstasse oder – kappe klingt einfach echt nicht cool :)). Wo man die Tassen bekommt? Mittlerweile in fast jeder Drogerie, in Apotheken und natürlich auch in vielen Internetshops, zum Beispiel hier (Affiliate Link*).
Liebste Grüße,
Ricarda
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