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Klartext: Was ist Menstruationsunterwäsche?

Der eine oder andere mag sich jetzt vielleicht fragen „Bin ich auf der falschen Seite gelandet?“.

Nein, ihr seid hier ganz richtig. :) So sehr ich das Nähen und mein kleines Business rund ums DIY-Thema liebe – ich mag meine Reichweite auch für andere Themen nutzen. So rede ich hier gerne auch mal über private Gedanken, meinen Camperumbau (okay, ist auch noch DIY :)), meine Yogaausbildung, meine Reisen und vieles mehr.
Ich mache also genau das, was man nicht machen sollte. Nicht nur in einer Nische bloggen, was laut Experten gut für das Wachstum der Seite wäre. :)
Aber das ist mir zum Glück nicht so wichtig, solange ich ein paar von euch neue Dinge zeigen kann oder auf andere Gedanken bringen kann.

So fällt auch der heutige Post aus den normalen Blogmuster. Obwohl… Vor fast drei Jahren habe ich schon einmal über ein ähnliches Thema geschrieben und zwar Warum ich Menstruationstassen benutze.

Nach wie vor bin ich ein großer Fan von diesen kleinen Tassen und habe seitdem kein einziges Mal mehr Tampons benutzt.

Natürlich muss man auch bei Menstruationstassen ein paar Punkte beachten und hinterfragen (Wie gut ist Latex oder medizinisches Silikon? Wie sieht es mit der Hygiene aus? Das Abkochen hinterher ist sehr wichtig! Wie gut funktioniert das Einführen? Wie ist der Tragekomfort?) – jede Frau ist anders und am Ende kennt jede von euch euren Körper am besten!
Ich kann für mich sagen, dass die Tassen eine super Sache für mich sind.

Für mich sind die Vorteile gegenüber Tampons deutlich.
Die Tassen sind flexibel, sodass der Tragekomfort für mich viel höher ist. Tampons produzieren viel mehr Müll, sie sind in Plastik eingeschweißt und ob die Baumwolle Biobaumwolle ohne Schadstoffe ist? Da kriege ich schon beim Gedanken Gänsehaut, was ich dann vielleicht in mir habe. Außerdem können die Schleimhäute durch Tampons austrocknen… Alles Gründe für mich um auf die Tassen, oder auch Cups genannt, umzusteigen.

Über zwei Jahre habe ich mir dann keine Gedanken um eine Alternative gemacht. Dann ploppte Werbung sei Dank auf Insta und Facebook immer mal wieder Menstruationsunterwäsche in meinem Feed auf.

Ähm was?

Menstruationsunterwäsche sind Höschen, welche im Schritt etwas dicker sind als normale Slips (allerdings nicht unangenehm dick aus meiner Sicht, es stört zumindest mein Tragegefühl null) und speziell dafür entwickelt wurden, das Blut aufzunehmen und sicher in der Wäsche drinnen zu halten, ohne Gerüche zu entwicklen.
Es gibt mittlerweile einige Anbieter dafür, zum Beispiel Ooshi (welche in nächstes Mal testen würde, weil sie aus Deutschland kommen), Thinx (welche ich jetzt habe), Femtis und kora mikino (unbeauftragte Werbung wahrscheinlich an dieser Stelle, mir wurde nichts kostenlos zur Verfügung gestellt und ich habe auch kein Geld für diesen Beitrag bekommen), – zu den Materialien und co. erkundigt ihr euch am besten direkt auf den einzelnen Seiten, da das variieren kann, genauso wie das Design.

Meine Erfahrungen nach zwei Zyklen mit der Unterwäsche sind auf jeden Fall durchweg positiv. Am Anfang war das Gefühl etwas ungewohnt und ich bin auch ein-zwei mal öfter ins Bad gegangen, um zu schauen, ob noch alles okay ist, aber jetzt würde ich sagen, ich würde die Unterwäsche selbst zum Yoga anziehen!
Gewechselt wird die Unterwäsche einmal morgens und abends, kurz mit kaltem Wasser ausgespült und dann ganz normal bei der nächsten Wäsche mit gewaschen (achtet da bitte auf die Empfehlungen der einzelnen Anbieter). Sowohl das Design finde ich gut (mit Spitze am Bund, in zwei verschiedenen Farben habe ich sie), das Tragegefühl gefällt mir und ich kann vergessen, dass ich meine Periode habe. Geruchstechnisch habe ich auch nach 12 Stunden nichts festgestellt, was natürlich sehr wichtig ist.
Gerade der Punkt, dass ich keinen Fremdkörper in mir habe, gefällt mir maximal gut! Nichts kann verrutschen oder stören.

Der Preis der Unterwäsche ist vielleicht nicht ganz günstig, aber ich finde gerechtfertigt. Halten soll die Unterwäsche ca. zwei Jahre – ich bin gespannt, was der Langzeittest mit sich bringt.

Die Unterwäsche ist für mich auf jeden Fall eine super Ergänzung oder sogar Alternative zur Tasse, gerade an den schwächeren Tagen der Periode.
Natürlich hängt das auch damit zusammen, wie doll ihr eure Periode habt, wie ihr euch dabei fühlt usw. – es ist in meinen Augen aber eine zusätzliche Alternative zu Tampons und co.

Warum ich so offen über dieses doch sehr persönliche und intime Thema schreibe?
Weil es zum Leben dazu gehört. Ich glaube es gibt wenige Dinge, die natürlicher sind (und wichtiger für das Fortbestehen der Menschheit…), aber immer noch so ein Tabuthema sind.

Viele Frauen wissen gar nicht, was für Alternativen es Binden und Tampons gibt (und fühlen sich damit unwohl) – gerade mein früheres Ich im Teeniealter wäre froh gewesen, wenn es damals solche Unterwäsche schon gegeben hätte.
Ich bin der Meinung, dass wir auch über solche Themen offen und konstruktiv reden dürfen! Und ich dafür bin, dass man solchen Sachen erst einmal neugierig gegenüber sein darf, bevor man mit Ablehnung reagiert.
Ich habe heute eine Instagramstory zu dem Thema gemacht und mich total gefreut, dass sogar zwei Männer sich die Story bis zum Ende angeschaut haben und mir danach geschrieben haben, wie informativ das ist und dass sie vieles davon nicht wussten. Der eine möchte das auch seiner Frau zeigen.
Und ganz viele Frauen haben mir geschrieben, dass sie seit dem Beitrag zu der Tasse auch eine benutzen, oder das sie die Unterwäsche noch nicht kannten und das auch mal testen wollen. Manche haben nach der Anwendung der Tasse deutlich weniger Regelschmerzen und fühlen sich jetzt während der Periode viel wohler.
Wie toll ist das bitte?!

Deswegen schreibe ich über das Thema, auch wenn es mir selber vielleicht nicht super einfach fällt, so ein intimes Thema ins Internet zu stellen – vielleicht kann ich ein paar Frauen erreichen, die Alternativen suchen zu den gängigen Sachen und dadurch das Leben ein bisschen einfacher machen.

Liebste Grüße,
Ricarda

P.S. Dies spiegelt natürlich nur meine persönliche Meinung zu dem Thema – erkundigt euch gern selber dazu, denn es ist euer Körper und ihr seid in der Verantwortung im das für euch beste zu geben. :)

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16 Kommentare
  1. Käthe

    18. Juli 2019 um 21:50

    Gerade heute teilte ich meiner Familie mit, dass ich mir zum Geburtstag (kurz vor Weihnachten) 2-3 Slips von ooshi (unbezahlte Werbung) wünsche. Dein Beitrag bestärkt mich, an diesem Wunsch festzuhalten. Mit der Tasse kam ich leider gar nicht zurecht. Da ich Tampons nicht vertrage, bin ich noch auf Binden angewiesen. Und diese laufen gern mal aus, da ich 2-3 Tage blute wie ein „abgestochenes Schwein“.

    Antworten

  2. Sibylle

    18. Juli 2019 um 22:47

    Ganz toller Beitrag, danke! Nur aufgrund der Werbung hätte ich mir die Wäsche nie gekauft, aber jetzt überlege ich es mir ernsthaft! Finde es cool, dass du auch über anderes schreibst, Nische hin oder her 😉

    Antworten

  3. Tüt

    18. Juli 2019 um 23:03

    Schön, deinen Test zu lesen! Diese Unterwäsche ist ja wirklich überall und bei dem Preis ist man ja doch etwas zögerlich was das Kaufen angeht. Ich persönlich bin nicht ganz so überzeugt von der Wäsche, weil sie durch das Material beim Waschen ja dann wieder Mikroplastik abgibt, das leidige Thema. Deshalb habe ich mir vor kurzem aus Jerseyresten selbst Slipeinlagen genäht, mit Druckknopf zum Verschließen. Ich hatte da lange Angst, weil ich hauptsächlich mit dem Rad unterwegs bin, ob das unangenehm ist, aber überhaupt nicht!

    Antworten

  4. Christina

    19. Juli 2019 um 0:13

    Toll! Die kannte ich noch gar nicht!
    Vielen Dank fürs Zeigen!!!
    Und den passenden Erfahrungsbericht dazu.
    Liebe Grüße Christina

    Antworten

  5. Sharon

    19. Juli 2019 um 7:12

    Ich finde es toll, dass du über das Thema schreibst.
    Leider kann ich aus bautechnischen Gründen keine Menstruationstasse benutzen und habe mir auch schon die Unterwäsche angeguckt. Finde ich auch sehr interessant und ansehnlicher als selbstgenähte Binden. Na mal sehen ;-)

    Liebe Grüße
    Sharon

    Antworten

  6. Zottellotte Sonja

    19. Juli 2019 um 9:35

    Es ist so verdammt wichtig, über diese Themen zu sprechen! Alle 4 Wochen erreicht es jede Frau. Und was habe ich mich immer mit gequält – früher. Binden so gigantisch, dass sie deutlich unter der Radlerhose zu sehen waren, Tampons mit Einführhilfe (nichts mit diskret im Ranzen oder einfach so auf dem Schulklo wegwerfen. Ich bin vor 4 Jahren auf Tasse umgestiegen und möchte nie wieder was anderes. Einzig bedauere ich, dass ich damals vor 7 Jahren, als ich das erste Mal davon gehört habe, nicht dran geblieben bin.
    Von der Wäsche habe ich auch schon gehört. Könnte mir das gut in der Nacht vorstellen, habe noch ein wenig bedenken, was die Wascherei angeht. Klingt jetzt bei dir aber auch simpel. Ok, und ich müßte herausfinden, wie das „Fassungsvermögen“ ist…. Da starte ich mal den Selbsttest.

    Alles Liebe
    Zottellotte Sonja

    Antworten

  7. Nadine

    19. Juli 2019 um 15:51

    Ich muss sagen, das deine Beiträge mich immer wieder begeistern. Durch dich bin ich zur Tasse gekommen. Ich liebe meine Tasse. Die Unterwäsche hört sich auch interessant an. Die Wäsche wäre ein gutes Backup. Vielen Dank.

    Antworten

  8. Junikat78

    19. Juli 2019 um 15:51

    Hey Ricarda,

    Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich werde es testen. Sowie ich auch die Menstruationstasse nach Deinem Artikel getestet habe und seitdem keine Tampons mehr nutze. Ich fühle mich deutlich wohler. Beschwerden weniger und auch geruchsseitig viel viel besser. Wer weiss wann ich sonst zu meiner Lunette gekommen wäre. Ein riesiges Dankeschön auch von mir!!!!!
    Die Wäsche probier ich auch:-).
    Kathleen

    Antworten

  9. FrauC

    19. Juli 2019 um 17:44

    Wie interessant, das Thema war mir völlig neu. Danke dafür!
    Besonders gefällt mir dass es auch Teens-Größen gibt, denn Schultoiletten sind leider nicht die angenehmsten Orte, um Hygieneprodukte zu wechseln.

    Antworten

  10. HanKa

    19. Juli 2019 um 19:40

    Danke für den Tip. Ich benutze auch seit längerer Zeit eine Tasse (dank deines Posts damals) und komme damit eigentlich ganz gut zurecht, auch wenns manchmal nervig ist ;-)

    LG
    HanKa

    Antworten

  11. Oma macht das schon

    20. Juli 2019 um 16:54

    Liebe Ricarda,
    ich bin zwar schon in dem Alter, dass ich sowas nichtmehr brauche, finde es aber trotzdem Klasse und werde meine 3 Töchter informieren. Nur der Kommentar von Tüt hat mich jetzt nachdenklich gemacht, gerade Microplastik ist nicht so toll. Mal schauen, wie die Slips zusammengesetzt sind, vielleicht trotzdem eine Alternative zu den Selbstgenähten.
    Liebe Grüße Nähoma

    Antworten

  12. melefant

    23. Juli 2019 um 19:56

    Liebe Ricarda, ich finde deine Offenheit absolut fantastisch – genauso dass du damit Frauen das Leben leichter machen möchtest bzw. Ihnen die Augen öffnen möchtest!!! Ich selbst benutze eine Tasse seit der Geburt meines Sohnes, weil ich viel stärkere Blutungen habe, als vorher. Nach wie vor nutze ich allerdings – rein zur Sicherheit – immernoch normale Binden, und mich stört der Müll… Ich bin dankbar, dass du die Unterwäsche angesprochen hast, weil es für mich echt eine interessante Sache ist – auch die Markennennungen, super! Danke!!!

    Antworten

  13. Anja Holzmann

    25. Juli 2019 um 8:47

    Liebe Ricarda,
    vielen lieben Dank für deinen Mut, über dieses Thema zu sprechen. Ich konnte es überhaupt nicht glauben, dass es so etwas wie eine Periodenunterwäsche gibt! Wahnsinn! Vor einiger Zeit habe ich die Menstruationstasse ausprobiert, weil ich die Idee so genial fand… aber leider hat sich meine Gebärmutter nach zwei Geburten umgeknickt, sodass die Tasse nicht richtig sitzt und einfach zu sehr weh tut. Also zurück zu Tampons, Binden und Co. – ätzend und immer der ganze Müll! ABER, dann habe ich deinen Bericht gelesen und war wirklich wirklich BAFF! Gleich habe ich mich auf den entsprechenden Internetseiten schlau gemacht und nun werde ich dann mal so ein Höschen testen… :) Vielen lieben Dank! Liebe Grüße Anja

    Antworten

  14. Myriam Flechtner

    5. August 2019 um 18:57

    Liebe Ricarda, seit Jahren lese ich immer wieder gerne deinen Blog, kommentiere aber viel zu selten.
    Ich kann schon diese Unterhosen und nähe mir selbst welche, ohne Mikroplastik und aus sehr schönen Stoffen. Dies nur mal für alle zur Info, die denken dass Selbstgenähtes so wie halbwegs zusammengeschustert aussieht ;-)
    Danke jedenfalls, dass du dieses Thema der Menstruation offen anspricht. Ist doch ein Teil unseres Leben! Etwas lästig, ermöglicht uns aber Kinder zu kriegen, ist halt da….warum es komplett verschweigen?!
    Mach genau weiter so, wie du denkst!
    Liebe Grüße
    Myriam

    Antworten

  15. AnnaS

    12. August 2019 um 14:53

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich nutze schon länger eine Tasse und bin tagsüber sehr zufrieden damit. Aber in der Nacht sitzt sie einfach nicht und es läuft immer alles vorbei. Habe das Problem mit zwei unterschiedlichen Tassen gehabt und werde mir darum auch einmal die Unterwäsche bestellen. Vielleicht ist das wirklich eine gute Alternative für die Nacht. Ich bin gespannt.

    Antworten

  16. Renate

    13. August 2019 um 9:05

    Guten Morgen,
    habe gerade den Kommentar hier gelesen, ich finde es Klasse das du darüber schreibst, leider bin ich aus dem Alter raus und brauche es jetzt nicht mehr, aber ich hätte mir es seeehr für die jahre vorher gewünscht, da hätte ich es bitter nötig gehabt, Schultoiletten u. auch viele andere Einrichtungen machen einem die Periodenzeit nicht leicht, ich persönlich bin froh das diese Zeit vorbei ist, schade eigentlich das Ärzte nicht auf solche Dinge hinweisen, denn die wissen doch am besten wie manche Frauen leiden aus vielen verschiedenen Gründen,
    unangenehm ist mir dieses Thema überhaupt nicht auch nicht in der Öffentlichkeit, da wird im Fernsehen aber über ganz andere Dinge gequatscht und Werbung gemacht, das hier ist viel sinnvoller, ich danke dir für deine Offenheit auch wenn ich es nicht mehr brauche, vielleicht kann ich es aber mal weiter enpfehlen,
    LG Renate

    Antworten

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