Mein Leben, Privates

Eine halbe Stunde… spontanes Glück

Heute war ich zum Sport verabredet (Dinge die ich schon immer mal sagen wollte, aber nie konnte, da ich eigentlich keinen Sport mache, außer Yoga…) und hatte mein Handy Zuhause gelassen.
Bin ja nur eine Stunde weg, wird schon nichts passieren in dieser Zeit.

Nun war es aber so, dass ich aus Versehen die Uhrzeit nicht mehr richtig im Kopf hatte und so eine halbe Stunde zu früh am Treffpunkt war. Nachdem ich mich die ersten fünf Minuten noch gefragt habe, ob meine Begleitung zu spät kommt und ich mich ein bisschen geärgert habe, weil ich mein Handy Ausnahmsweise nicht dabei hatte (etwas, was mir sonst wirklich nie passiert!), habe ich mich auf die Stufen zum Stadion gesetzt, wo wir verabredet waren, habe ein bisschen in die Weite geschaut und mit halben Auge den Kids unten zugeschaut, die gerade Fussballtraining hatten.

Foto by Steffen Böttcher

Und so saß ich dort knapp eine halbe Stunde. Ich hatte mich ziemlich schnell damit abgefunden dass ich mich in der Zeit vertan hatte, kein Ärger mehr, kein „was hätte ich noch in dieser Zeit machen können“, kein „ich hätte noch schnell diese oder jene Mail beantworten können oder zum wahrscheinlich 20 x an diesem Tag Insta checken“.

Ich saß einfach dort und konnte eine halbe Stunde meine Gedanken schweifen lassen.
Keine Reize von außen.
Keine Unterhaltungen, keine anderen Gespräche wo man zuhören kann, keine besonderen visuellen Reize durch spazieren, Autofahren, Zugfahrt oder sonst etwas, kein Netflix, Internet, Handy, PC, Musik, Bücher, Kindle, Hörbücher,, WhatsApp, Telefonate, Spiele, Notizbücher oder sonst etwas, womit ich sonst meine Zeit gerne vertrödle, wenn ich sonst „nichts“ mache.

Für den einen oder anderen mag das unglaublich banal klingen, aber ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte Mal 30 Minuten wirklich nichts gemacht habe. Und damit meine ich auch nicht das „nichts“, was man beim Meditieren macht, denn da macht man in Wahrheit eine ganze Menge.
Kein Gedanke an, was muss ich noch machen oder was für Ideen kann man umsetzen. Es war nüchtern betrachtet nichts Besonderes und auf der anderen Seite etwas, was so selten in meinem Leben geworden ist – wahrscheinlich allgemein selten in breiten Teilen der Gesellschaft.

Nach einer Viertelstunde habe ich gemerkt, wie meine Gedanken wirklich ruhig wurden und anfingen, auf Wanderschaft zu gehen.
Der Tag war zuvor recht stressig, ich war nicht besonders gut gelaunt, fühlte mich gehetzt und oh my, hatte bei den Temperaturen wirklich keine Energie und Lust auf Sport.

Nach dieser halben Stunde war ich so entspannt wie selten nach so kurzer Zeit und als meine Begleitung kam und ich erzählt habe, dass ich mich in der Zeit geirrt habe, war sie gleich in einer oh-das-tut-mir-Leid-Haltung, wie ich es an ihrer Stelle wohl auch gewesen wäre.

Ganz ehrlich – es tat mir gar nicht Leid. Sondern verdammt gut.

Darauf, dass ich das hoffentlich hin und wieder bewusst hinbekomme, dieses spontane und leise Glück.

Liebste Grüße,
Ricarda

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9 Kommentare
  1. Birgit Stender

    29. August 2019 um 22:48

    Diese schönen, ruhigen Momente, in denen man so ganz bei sich sein kann, sind auch bei mir viel zu selten. Und dabei tun sie soooo gut.

    Antworten

  2. Hendrik

    29. August 2019 um 23:25

    Das erinnert mich daran das ich mir mal vorgenommen habe ab 18 Uhr kein Handy in die Hand zu nehmen und Sonntags gar nicht. Hmm, muss ich wohl auch mal wieder machen jetzt wo ich diese kleine Erfahrung hier lese :-)

    Lieben Gruß

    Antworten

  3. Anna-Karen O.

    30. August 2019 um 0:33

    Hallo Ricarda,

    Musste gleich an das Zitat von Astrid Lindgren denken, als ich deine Zeilen las:
    „Und dann braucht man ja auch noch Zeit einfach nur dazusitzen und vor sich hinzuschauen“
    Sollte man wohl öfter mal tun…
    Liebe Grüße

    Antworten

    • Ricarda

      30. August 2019 um 7:23

      Oh ja :)

      Antworten

  4. Claudia

    30. August 2019 um 6:57

    Liebe Ricarda,
    solche spntanen Momente sind so gut für die Seele!
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein wundervolles Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    Antworten

    • Ricarda

      30. August 2019 um 7:22

      Ich danke Dir Claudia! Wünsche ich Dir auch :)

      Antworten

  5. Annette

    30. August 2019 um 12:54

    Das hast du wunderschön geschrieben. ❤

    Antworten

  6. Ani Lorak

    30. August 2019 um 22:08

    Überlege gerade, wann ich das getan habe… Ich kann mich daran erinnern, dass ich vor Wochen nachmittags auf der Liege im Garten lag und nur döste. Das tut wirklich gut.

    Antworten

  7. Michaela Grapentin

    11. September 2019 um 19:53

    Liebe Ricarda,
    Diese Momente versuche ich auch immer mehr mir zu nehmen. Und dann sitze ich auch nur im Sessel und gucke aus dem Fenster und mache so gesehen nichts. Mich beschleicht noch oft ein schlechtes Gewissen, dass ich diese Zeit doch hätte füllen müssen. Das machen doch andere auch. Und sitzen nicht nur rum. Aber ich versuche mich da immer mehr von zu lösen und mir diese Zeit zu nehmen. Ich denke sich einfach mal von allem frei machen und alles runterzufahren tut einfach gut.
    Nimm dir öfters solch eine Auszeit.

    Liebe Grüße Ela

    Antworten

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