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9 ultimative Tipps für bessere Fotos mit dem Smartphone

Als ich in Kapstadt war, habe ich mal wieder gemerkt, dass ich meine „richtige“ Vollformatkamera zwar heiß und innig liebe – dass oft die Handykamera aber auch völlig ausreichend ist.

Besonders wenn es sehr hell ist, die Sonne scheint und es mitten am Tag ist, kann man oft die Bilder, die vom Smartphone kommen, nicht sofort von den Bildern aus der großen Kamera unterscheiden. Daher hatte ich meine Sony oft nicht dabei, allerdings auch aus Sicherheitsgründen (wenn ich alleine rumgelaufen bin, wollte ich nicht unbedingt meine teure Kamera dabei haben) und weil ich vor allem das Miteinander mit den Leuten genießen wollte. Trotzdem konnte ich mir das eine oder andere Foto nicht verkneifen und dann musste halt das iPhone X (keine Werbung, aber ich weiß, ihr werdet fragen, welches Telefon ich habe :)) reichen.
Dazu sei gesagt, die Kamera(s) von dem X schon echt ziemlich gut sind – einzig bei Gegenlicht und bei wenig Licht kann ich die Fotos für meine Ansprüche nicht wirklich gebrauchen.

Aber am Ende ist der Spruch „Das Foto macht nicht die Kamera, sondern der Mensch.“ einfach wahr und daher gibt es heute ein paar Tipps von mir, wie ihr mit eurer Handykamera sofort bessere Fotos machen könnt.

Tipp Nummer 1 – Die richtige Einstellung

Stellt bei eurem Handy immer die höchste Auflösung ein (wenn ihr das beeinflussen könnt) – in der Nachbearbeitung erzielt ihr so bessere Ergebnisse und auch solltet ihr das Bild hinterher noch beschneiden (dazu gleich mehr) wollen, habt ihr so einen geringeren Qualitätsverlust. Sollte euer Smartphone in jpg und RAW fotografieren können – benutzt beides. RAW Fotos haben viel mehr Informationen und lassen sich umfangreicher bearbeiten (kann mein Handy leider noch nicht).
Außerdem habe ich immer eingestellt, dass die Kamera ein normales und ein HDR Foto macht. Bei HDR Fotos werden mehrere Fotos gleichzeitig gemacht und automatisch übereinander gelegt. Das macht vor allem Sinn, wenn ihr viel Gegenlicht habt (zum Beispiel bei einem Sonnenuntergang), so werden dunkle Teile im Bild etwas heller und helle Bilder etwas dunkler. Das Bild wird einfach „ausgelichen“ (laienhaft ausgedrückt, für alles weiter googelt HDR einmal ;)). Mal mag ich das HDR Foto lieber, mal das normale – so habe ich zumindest beide und kann hinterher entscheiden.

Tipp Nummer 2 – Der Blitz

Egal ob ihr mit dem Handy oder einer großen Kamera fotografiert – bitte, bitte, biiiiiitte vergesst, dass ihr einen eingebauten Blitz habt und benutzt ihn niemals.
Ja, möglicherweise mag es eins von zehntausend Fotos geben, wo das Foto mit Blitz besser aussehen würde, aber das ist zu vernachlässigen. Das Foto wird nie gut aussehen mit dem normalen Blitz (externe Blitze sind eine andere Sache, aber das steht auf einem anderen Blatt)!
Sollten die Lichtverhältnisse schon zu schlecht sein, lasst das Handy einfach in der Tasche und genießt dem Moment.

Tipp Nummer 3 – Raster aktivieren

Ob ein Foto spannend wirkt oder nicht, hat oft was mit der Drittelregel zu tun. Die besagt, dass ein Objekt nicht in der Mitte des Bildes sein sollte, sondern auf einem der Kreuzpunkte des Rasters liegen sollte bzw. auf den Linien, die von den Kreuzpunkten ausgehen.
Ja nach Motiv kann es natürlich auch gerade spannend sein das Objekt in der Mitte zu haben, probiert einfach aus. Trotzdem lernt ihr mit dem Gitter, euer Foto in Segmente einzuteilen und kriegt ein Gefühl dafür, wo der spannende Teil im Bild sein soll.
Außerdem hilft es euch dabei, dass die Fotos gerade werden. Etwas, was ich bis heute oft nicht auf Anhieb hinbekomme :) – dafür habe ich das Raster.
Natürlich kann ein schiefes Bild auch gerade interessant sein, aber dann muss es richtig schief sein und nicht nur zwei-drei Prozent,  denn dann sollte man es definitiv begradigen.
Das Bild mit dem Raster ist übrigens schon 1,5 Jahre alt – heute würde ich den HDR Modus an machen, nicht mehr in Quadrat fotografieren (siehe weiter unten) und gerade ist das Bild auch nicht, weil ich in der anderen Hand meine schwere Canon gehalten habe. :)

Tipp Nummer 4 – Nehmt euch Zeit und bewegt euch!

Der wohl wichtigste Tipp (der auch für alle anderen Kameras gilt) – drückt nicht einfach ab, wenn ihr ein Motiv seht, sondern überlegt (kurz), wie es am besten aussieht. Das ist nicht aufwändig und läuft mit ein kleines bisschen Übung total automatisch ab. Zum einen schult ihr so euer Auge und zum anderen kriegt ihr so richtig tolle Bilder!

 

Ein Beispiel aus Kapstadt – wir waren mit dem Auto unterwegs, fuhren um eine Kurve und auf einmal sah man den Lions Head mit der Küstenstraße und einem Regenbogen. Was für ein Motiv! Kurz habe ich mich geärgert, dass ich nur das Handy dabei hatte, aber man muss ja damit arbeiten, was man dabei hat. Zunächst habe ich zwei, drei Fotos aus dem fahrenden Auto gemacht (damit ich überhaupt ein Foto davon habe, das hätte ich dann aber nur an meine Familie geschickt :)), aber dann sind wir kurz links (Südafrika ;)) rangefahren. Ich bin zusätzlich noch aufgestanden, sodass ich aus einer höheren Perspektive fotografieren konnte und so der Eindruck erweckt wird, dass die Straße fast leer ist und nicht noch 50 andere Leute gerade anhalten um diesen seltenen Anblick festzuhalten.
Ähnlicher Standpunkt, das selbe Handy, total unterschiedliche Fotos, nur weil ich kurz überlegt und mich bewegt habe, um ein besserer Foto zu bekommen – und den nächsten Tipp auch gleich mit angewandt habe.


Tipp Nummer 5 – Macht Fotos in Hoch- und Querformat

Ich fotografiere fast jedes Motiv im Hoch- und Querformat. Zum einen um zu gucken, was mich mehr anspricht (meist Hochformat, selbst Landschaftsfotografie), aber auch weil ich so hinterher Fotos für Instastorys, als auch für Facebook und co habe. Manchmal weiß ich auch erst in der Bearbeitung, welche Stimmung ich besser finde und so habe ich beide Optionen. Wenn ihr euer Motiv habt, dauert das zusätzliche Foto nur wenige Sekunden.
Ich mache übrigens heute kein einziges Foto mehr im Quadrat, wenn beschneide ich das Bild hinterher. Für mich persönlich hat dieses Format etwas an Reiz verloren, und wenn, dann beschneide ich das Bild erst hinterher und behalte somit noch mein normales Fotoformat zusätzlich.

Tipp Nummer 6 – Zoomt nicht ins Bild

Ein Smartphone hat in der Regel keinen optischen Zoom (der Zoom, den ihr an einer normalen Kamera am Objektiv durch drehen einstellt und das Objekt dadurch näher kommt), sondern nur einen digitalen (einen künstlichen, der nur so tut als ob). Durch den digitalen Zoom gehen aber Informationen verloren und die Auflösung wird schlechter und das Bild ist nicht mehr zu gebrauchen.
Wenn, dann solltet ihr erst, nachdem ihr das Bild gemacht habt, das Bild beschneiden – dadurch entsteht der selbe Effekt, aber es werden mehr Details zu sehen sein.
Am Ende muss man aber sagen – Handykameras haben da einfach ihre Grenzen.

Tipp Nummer 7 – Spielt mit dem Portrait-Modus

Nicht jedes Handy hat so einen Modus, aber immer mehr. Beim iPhone X heißt es Portrait-Modus, bei anderen Firmen weiß ich es leider nicht. Was macht dieser Modus? Er simuliert das, was ein Handy bisher eigentlich nicht kann, die schöne Unschärfe erzeugen, die die Fotos von normalen Spiegelreflexkamera oft so schön machen.
Zwar steckt die Technik noch ein bisschen in den Kinderschuhen, so müssen Objekte einen bestimmten Abstand haben und manchmal sieht das ganze auch noch etwas „doll“ aus – aber viele Motive werden dadurch deutlich interessanter als ohne. Vor allem bei Detail-, Food oder (wie der Name schon sagt) Portraitfotos kann so ein Bild aus dem Smartphone deutlich gewinnen.

Tipp Nummer 8 – verstellt die Helligkeit

Die Helligkeit, die euer Handy vorgibt ist nicht automatisch ideal für eure Bilder. In der Regel ist es besser Bilder etwas unterzubelichten bzw. sich an der hellsten Lichtquelle zu orientieren. Warum? Weil in den dunklen Bereichen noch mehr Informationen enthalten sind als in den Bereichen, die überbelichtet sind.
Gerade bei Aufnahmen wo ihr gegen die Sonne fotografiert macht dies Sinn.
Tippt einfach auf eurem Handy auf den dunkleren Bereich, in der Regel passt das Handy die Belichtung dann automatisch an. Oder ihr tippt auf den Bildschirm und schiebt den Regler nach unten – schaut einfach mal, wie das bei eurem Handy funktioniert.

So ein Bild wie hier unten ist übrigens ein typisches Beispiel, wo man die Helligkeit anpassen würde. In der Regel erkennt die Kamera, dass es hier sehr viele dunkle Töne gibt und richtet sich daran aus. Dann wird aber alles, was sehr hell ist, völlig überbelichtet und man sieht nur noch eine weiße Masse und nicht mehr, dass der Raum einen traumhaften Blick auf den Ozean und den Sonnenuntergang hat, was die Kernaussage des Bildes sein soll. Diese Lichtverhältnisse waren schon sehr extrem sind damit auch schon am Limit meines Handys. Auch die HDR-Aufnahme hat mir hier noch mal geholfen, Informationen aus dem Bild zu kriegen.

Tipp Nummer 9 – lasst etwas Platz

Bei diesem Tipp wird meine Schwester die Augen verdrehen, weil ich ihr das auch bei normalen Kamerafotos immer sage. :) Lasst um euer Motiv herum noch ein bisschen Platz. In der Fotobearbeitung muss meist das Bild noch ein bisschen begradigt oder ausgeglichen werden und dann ärgert ihr euch hinterher, wenn dann ganz knapp ein Kopf, die Landschaft oder was auch immer euer Motiv ist angeschnitten ist. Geht also lieber noch zwei-drei Schritte weiter zurück, damit das Motiv etwas Luft zum Atmen hat.

Ich hoffe, dass euch die Tipps helfen und ihr vielleicht das eine oder andere noch nicht wusstet.
Es gibt noch so viel mehr, was ich zu dem Thema Fotografie mit euch teilen mag, zum Thema Licht zum Beispiel, wann die beste Tageszeit für Fotos ist, Fotobearbeitung und und und. :)
Wenn euch etwas besonders interessiert, lasst es mich gern wissen.

Liebste Grüße,
Ricarda

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17 Kommentare
  1. Tiffany

    7. Februar 2019 um 15:25

    Super, vielen Dank. Ich hab gleich ein paar Sachen ausprobiert 😊👍

    Antworten

    • Ricarda

      7. Februar 2019 um 16:20

      Ach wie cool, das freut mich sehr! :)

      Antworten

  2. Andrea

    7. Februar 2019 um 19:54

    Super Tipps, ich habe gleich einige Einstellungen an meinem Handy geändert.

    Antworten

  3. Rike Busch

    7. Februar 2019 um 20:56

    Liebe Ricarda!
    Vielen Dank für die vielen Tipps! Ich liebe zwar auch meine Canon eos, aber gerade mit einem Lütten von knapp 2.5Jahren ist das Handy deutlich praktischer. Da werde ich auf jeden Fall gleich mal meine Handycamera durchsuchen nach den Einstellungen.
    LG Rike

    Antworten

    • Ricarda

      8. Februar 2019 um 8:06

      Das glaube ich sofort :)

      Antworten

  4. Claudia

    8. Februar 2019 um 5:51

    Liebe Ricarda,
    herzlichen Dank für diese tollen Tipps, das ein und andere war mir noch nicht bekannt und ich hab das jetzt mal so eingestellt.Mal sehen, wie die nächsten bilder werden!
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und einen guten Start in ein wundervolles,gemütliches Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    Antworten

    • Ricarda

      8. Februar 2019 um 8:05

      Oh das freut mich, danke Claudia! Dir auch ein schönes Wochenende! :)

      Antworten

  5. Daniela

    8. Februar 2019 um 9:00

    Vielen Dank für die Tipps! Ich betreue einen Instagram-Account für die kulturelle Einrichtung, in der ich arbeite. An meinen Fotos hängt also mehr als nur mein privates Prestige. :-) Ich habe erst vor kurzem ein neues Smartphone gekauft und dadurch einen gewaltigen Sprung gleich mehrere Qualitätsklassen nach oben gemacht – von manchen Einstellungen wusste ich gar nicht, dass ich sie nun auch habe.

    Antworten

  6. Cornelia

    8. Februar 2019 um 9:13

    Danke, Ricarda für die ganzen Tipps!
    Ich hoffe, sie fallen mir beim nächsten Handy-Foto-Moment alle wieder ein :)

    Antworten

  7. Juliane

    8. Februar 2019 um 19:05

    Wird sofort alles ausprobiert. Vielen Dank für deine Mühe.

    Antworten

  8. Tine

    11. Februar 2019 um 8:51

    Vielen Dank, Ricarda! So macht es jedenfalls Spaß, sich mal damit zu befassen! Schön und nicht „zu technisch“ erklärt. Bisher war ich kein großer Foto-Fan, aber jetzt freue ich mich schon auf die nächste gute Gelegenheit zum Ausprobieren :-)

    Antworten

    • Ricarda

      11. Februar 2019 um 10:34

      Oh das freut mich ganz doll!

      Antworten

  9. Katrin

    11. Februar 2019 um 9:20

    Vielen Dank für Deinen Aufwand hier. Super Tipps. Einige kenne ich schon, andere werden ausprobiert. Sehr wichtig finde ich den Tipp, Luft und Raum lassen. Die Erfahrung hat mich gelehrt das das sehr wichtig ist.
    Herzliche Grüße

    Antworten

  10. Manuela

    12. Februar 2019 um 7:56

    Gute Tipps vielen Dank. Bin zwar auch schon ziemlich fotoversiert ;-) doch ein paar Dinge waren für mich auch noch wertvolle Tipps.

    Liebe Grüße

    Antworten

  11. Nähoma

    17. Februar 2019 um 19:57

    Hallo liebe Ricarda, vielen Dank für diese wertvollen Tipps, ich hab im Moment das 6s und 6+ wusste aber noch fast nichts von den Einstellungen die du hier beschrieben hast. Bei den HDR Einstellungen wollte ich noch fragen, muss da „normales Foto behalten“ aktiviert sein? und wie sehr ich, ob das Bild in HDR oder normal aufgenommen ist?
    Liebe Grüße Nähoma

    Antworten

    • Ricarda

      18. Februar 2019 um 17:56

      Ja genau, normales Foto behalten. :) Das macht er automatisch und dann hast Du zwei Fotos. :)

      Antworten

  12. Nähoma

    18. Februar 2019 um 18:29

    Hab’s gleich probiert und es klappt. Müsste nur noch bei HDR auf „ein“ stellen.

    Antworten

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