Weihnachtsstimmung am Gardasee – so ganz anders als erwartet

Werbung, da Pressereise*

„Hallo Ricarda, hast Du Lust die Weihnachtsmärkte am Gardasee zu erkunden?“
Manchmal flattern Mails ins Postfach, die lassen den ganzen Tag gleich viel schöner werden. So auch diese Mail, ob ich nicht Lust hätte für ein Wochenende an den Gardasee zu fahren.
Okay ich gestehe, das erste Bild im Kopf waren 30 Grad, zu viele Touristen, zu viele deutsche (unangenehme) Touristen, alles überfüllt, teuer, unfreundliche Italiener… Man merkt, ich war noch nie am Gardasee, wollte zwar gerne irgendwann dort hin, aber die Vorurteile, bzw. die Vorurteile von anderen Leuten, sind dann doch irgendwie schnell im Kopf.
Aber da ich im Winter hin durfte, ich versuche keine Vorurteile zu haben (schwierig, ich weiß) und ich neugierig war, habe ich voller Vorfreude zugesagt!

Am ersten Dezemberwochenende ging es für mich also zum ersten Mal alleine für ein Wochenende irgendwohin. Ich war ein wenig aufgeregt – würde ich mich langweilen, würde es komisch werden beim Essen alleine zu sitzen? Würden die Leute mich komisch anschauen? Das waren zunächst meine größeren Befürchtungen und weniger der Gardasee selbst.

Am späten Nachmittag fuhr ich mit meinem Mietwagen die geschwungene Küstenstraße am Westufer des Gardasees entlang und hatte eigentlich nur 2 Gedanken im Kopf – „Wie fahren die Italiener eigentlich Auto?!?!“ und „Warum ist es schon dunkel, ich spüre doch förmlich, dass hinter der Dunkelheit eine wunderschöne Landschaft liegen muss, die ich nur leider noch nicht sehen kann.“.

Nachdem ich relativ spät in meinem Hotel Grand Hotel Liberty in Riva, am nördlichsten Punkt des Gardasees, angekommen war, ein schönes Hotel, wie man sich ein gehobeneres Hotel am Gardasee vorstellt, ging es nach einem leckeren Essen auch schon schnell aufs Zimmer (ich habe gehört, dass ein Teil der Zimmer bereits modernisiert wurden, ein Teil noch nicht – ich war in einem ganz neuen Zimmer untergebracht, fragt also bei einer Reservierung gern schon nach diesen Zimmern, ich fand es sehr schön), denn der erste Tag am Gardasee sollte früh beginnen.

„Was stimmt eigentlich nicht mit mir?!“ War der erste klare Gedanken, als um kurz nach 6 mein Wecker klingelte. Auf einen Samstag. Im „Urlaub“ wie meine Freunde so eine Reise nennen. Ich muss doch bescheuert sein. Naja fast, nennen wir es fotogetrieben. :) Ich wollte unbedingt Fotos vom Sonnenaufgang haben und einen ersten Eindruck vom Gardasee. Aber das positive ist im Winter ja, dass die Sonne spät aufgeht und so der Wecker erst auf 6 Uhr gestellt werden musste. Bei knapp 0 Grad ging es dick eingemummelt die nur wenige Meter zum See und ach – wie gut, dass ich mich mittlerweile für Fotos so früh aus dem Bett quäle!
Die magische Stimmung bei Sonnenaufgang ist mir einfach die liebste! Alles ist noch ruhig und friedlich, der Tag erwacht langsam zum Leben, es war herrlich windstill, ein paar Enten und Vögel, die wohl durch Touristen im Sommer besonders zutraulich waren, leisteten mir Gesellschaft – so wunderschön! Und dann die Kulisse! Am Wasser fühle ich mich eh am wohlsten, dann aber noch Berge zusammen mit dem Wasser zu sehen, ist für mich als Hamburgerin immer wieder ein absolutes Highlight!
Nach ein paar Fotos saß ich einfach am Steg und war ein weiteres Mal hin und weg, dass ich das wirklich meinen Job nennen und solche Dinge erleben darf!

Vollkommen zufrieden ging es zum Frühstück ins Hotel – aufwärmen und Kaffee standen ganz oben auf meiner Prioritätenliste, bevor es für mich in den Tag ging um die Gegend um Riva zu erkunden.

In Arco gibt es rund um die Kirche einen sehr schönen Weihnachtsmarkt, der unseren ziemlich ähnelt, mit dem Unterschied, dass es noch ein bisschen mehr traditionelle Stände mit Sachen gibt (Seifen, Figuren, super schöne Lampen) – ich würde euch empfehlen, nach Arco zu fahren, wenn es noch hell ist, einmal auf die Burg rauf zu steigen (ca. 20 Minuten), die Aussicht zu genießen, im Anschluss noch etwas durch die Straßen zu schlendern und die Weihnachtsmarktstimmung im Dunklen zu erfahren. Ich hatte das Glück, als ich am Nachmittag noch einmal dort war, dass eine kleine Performance aufgeführt wurde, von Männern und Frauen in toller Ballkleidung!

Zuvor war ich am Lago di Tenno, der eine so unglaubliche Farbe hat! Ich muss hier unbedingt noch einmal hin, wenn es nicht ganz so kalt ist und man einen Fuß ins Wasser halten kann – wunderschön!
Von dort ging es zum Weihnachtsmarkt in Canale di Tenno – mein Tipp: Nutzt zu Weihnachten die Weihnachtsshuttlebusse, die es in der Gegend gibt, denn die Parkplatzsituation in dem kleinen Dörfchen ist… interessant. :)
Zumindest war es für mich eine kleine Herausforderung, die engen und kurvenreichen Straßen am Berg nach einen einen freien Parkplatz abzusuchen – nachdem ein italienischer Polizist mir schon recht unfreundlich mitgeteilt hat, dass ich hier nicht lang fahren dürfte (ein weiterer Tipp: Lernt in jeder Landessprache wo ihr gerade seid den Satz „Ich kann leider kein (Sprache einsetzen).“ Für mich ist das „leider“ besonders wichtig, in der Regel ist danach jeder freundlich zu einem, denn man hat es wenigstens versucht und man bemüht sich), habe ich dann doch noch eine Parklücke ergattert und es ging zum Weihnachtsmarkt in Tenno.
Dieser Weihnachtsmarkt ist so ganz anders als alles, was ich bisher gewesen hatte, denn es handelt sich mehr um einen weihnachtlichen Kunstmarkt in den Häusern von Tenno, also nicht in extra aufgestellten Hütten, mit vielen handgemachten Sachen, von Weihnachtsschmuck über Puppen, Seifen, Filzarbeiten bis zu Honig, Ölen, Kleidung und mehr. Leider war meist Kameraverbot (was ich verstehen kann), sodass ich euch nicht so viele Fotos zeigen kann.
Mein Tipp: Fahrt eher früh nach Tenno, denn gegen Nachmittag wird es schon ziemlich voll.

Perfekter Tagesablauf wäre also: Entspannt im Hotel frühstücken, dann ein Spaziergang am Lago die Tenno, den Weihnachtsmarkt in Tenno besuchen, nach Arco auf die Burgruine rauf, unten in Arco sich treiben lassen und dann dort noch den Weihnachtsmarkt besuchen.

Nachdem ich knapp 15 Kilometer an dem Tag zu Fuß zurück gelegt hatte, war ich am Abend ganz froh, direkt in Riva zu Abend zu essen, im Nuovo 900 gibt es leckeres Essen (das pikante Hühnchen ist sehr zu empfehlen) und man kann entspannt den Abend ausklingen lassen.

Am Sonntag ging es für mich nach einer erneuten Sonnenaufgangfotosession ein bisschen durch Riva und ja, spätestens dort habe ich mich in dieses Fleckchen Erde verliebt und mir geschworen, dass ich noch einmal in Frühling oder Herbst an den Gardasee möchte. Bei strahlenden Sonnenschein fühlten sich die knapp 0 Grad an wie 15 Grad, die Sonnenbrille wurde rausgeholt und die Jacke aufgemacht. Ich ließ mich mit meiner Weihnachtsplaylist durch die Straßen treiben, besuchte das Haus vom Weihnachtsmann (super süß, wenn man mit Kindern reist!), spazierte an der Promenade des Gardasees entlang, schlenderte durch die Gassen von Riva und fand es auf einmal unglaublich stimmig, Palmen zu sehen und gleichzeitig Weihnachtsdekoration. Hinzu kam, dass kaum Touristen dort waren (oder wenn, dann italienische) und allgemein es nicht überfüllt an diesem Wochenende war.
Der Weihnachtsmarkt in Riva ist eher ein Markt für die Sinne, denn es gibt ausschließlich Stände wo man essen und trinken kann, was ich auch super schön fand! Sowieso finde ich es toll, dass die Weihnachtsmärkte so unterschiedlich waren, sodass man je nach Lust und Stimmung den passenden für sich besuchen kann.
So probierte ich mich also durch die verschiedenen, regionalen Spezialitäten und war mehr als zufrieden mit diesem fantastischen ersten Advent.

Im Anschluss durfte ich mir eine Massage im Hotel gönnen, bevor ich abends wieder ins Auto stieg, um zum Essen zu fahren. Den Kindle in der Tasche, fand ich es gar nicht schlimm alleine essen zu gehen und ganz ehrlich, wenn ihr jemals in der Nähe von Riva seid, ihr müsst in das Restaurant La Berlera gehen – wirklich! Es liegt mitten im Nichts (soweit man das in der Dunkelheit beurteilen kann), in einem super schönen Kellergewölbe, das Personal ist unglaublich nett und freundlich und nach einem Blick auf die Karte wusste ich – hier könnte ich auch wohnen. Ich bestellte das 4 Gänge-Menü (was preislich total in Ordnung war!) mit vielen Spezialitäten aus der Region und hatte die nächsten 2 Stunden ein Geschmackserlebnis nach dem anderen! Und ich würde behaupten, dass ich beim Essen mittlerweile nicht mehr sooo leicht zu beeindrucken bin. :)
Jeder Gang war geschmacklich und optisch sensationell und ich musste quasi aus dem Restaurant raus rollen (wer meine Instagramstory dazu gesehen hat weiß, was ich meine ;)).

Am Abreisetag ging es für mich noch einmal nach Arco, wo ich eine kleine Führung durch die Kaffeerösterei Omkafé bekam, welche seit 3 Generationen ein Familienbetrieb ist. Ich liebe Blicke hinter die Kulissen und zu sehen, wie Kaffee geröstet wird (16 Minuten dauert der Vorgang, je nach Röstung kann das variieren), damals und heute im Vergleich, wie die Kaffeebohne ungeröstet aussieht, wie im Labor neue Sorten zusammengestellt werden – ein so tolles Erlebnis!
Im Anschluss gab es natürlich noch eine kleine Verkostung und glücklicherweise hatte ich noch Platz im Koffer, sodass gleich noch 1,5 Kilo Kaffee mitgekommen sind.
Wer von euch also ein Kaffeefan ist, dem kann ich den Onlineshop der Kafferösterei Omkafé sehr ans Herz legen. Ein leckeres Produkt, eine schöne Familiengeschichte, eine tolle Rösterei.

Im Anschluss ging es leider auch schon wieder Richtung Mailand-Bergamo zum Flughafen. Bevor ich aber den Gardasee hinter mir ließ, durfte ich mit weihnachtlicher Musik noch einmal die Bergstraßen bei strahlenden Sonnenschein entlangfahren, rechts unterhalb von mir funkelte der Gardasee und ich dachte – zum Glück, dass ich auf Vorurteile wenig gebe und lieber meine eigenen Erfahrungen mache. Ein Stück von meinem Herzen, habe ich am Gardasee gelassen.

Liebste Grüße,
Ricarda

*Pressereise bedeutet in diesem Fall, ich wurde vom Tourismusverband eingeladen, mir den Gardasee anzuschauen. Für mich entstanden keine Kosten, ich wurde aber auch nicht für diesen Beitrag bezahlt. Meine Meinung, Eindrücke und dieser Blogpost spiegeln meine eigene Meinung wider, die ich auch genau so kund getan hätte, wäre ich privat dort gewesen.

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