Europa, Reisen

Brighton – mehr als ein Touristenort an der Küste

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Brighton stand schon lange auf meiner Reisewunschliste. Eigentlich schon seit 13 Jahren, als ich damals für drei Monate in London gelebt habe. Aber irgendwie kamen immer andere Dinge an den Wochenenden dazwischen, sodass ich mich jetzt sehr gefreut habe, als der Tourismusverband Visit Brighton, mich für drei Tage in das Küstenstädtchen im Süden Englands eingeladen hat.

Als ich am Bahnhof in Brighton, der übrigens nur eine ca. 30 minütige Zugfahrt vom Flughafen Gatwick entfernt ist, ankam und zu meinem Hotel ging, fühlte ich mich sofort wieder ein bisschen wie Zuhause.
Leute, die um 13 Uhr schon in den Pubs saßen, Frauen, die in Miniröcken und High Heels rumliefen, obwohl Nieselregen vorherrschte und die ersten bunt gefärbten Haare kamen mir auch nach ein paar Minuten entgegen. Wie cool ich das finde, wenn Menschen nicht in der grauen Masse verschwinden!

Zunächst einmal, muss ich an dieser Stelle mit ein paar Vorurteilen aufräumen, die ich selber gegenüber Brighton hatte.

Vorurteil 1: Brighton ist ein kleiner Touristenort an der Küste

Das stimmt nicht so ganz, die Stadt hat immerhin 230.000 Einwohner, sprich fast so viel wie die Stadt Kiel. Von Touristen war jetzt in der Nebensaison auch nicht so viel zu sehen (wie schön!) und in der Stadt tummelten sich vor allem Einheimische bzw. andere Engländer.

Vorurteil 2: Brighton besteht hauptsächlich aus dem neuen Pier und Strand

Dies stimmt so gar nicht, die Stadt hat so unglaublich viel an Kultur, gutem Essen, netten Cafés, coolen Shops und gemütlichen Pubs zu bieten!
Gerade die Mischung, dass ich in der einen Minute im Gewusel der Straßen und Lädchen sein kann und keine fünf Minuten später mir am Wasser den Wind um die Nase wehen lassen kann, fand ich so großartig!

Vorurteil 3: Essen in England ist… so naja.

Auch wenn mein letzter Englandbesuch schon ca. 6 Jahre her ist – an gutes Essen konnte ich mich definitiv nicht erinnern. Von daher waren meine Erwartungen an das Essen in Brighton auch nicht besonders hoch.
Was für ein Fehler! Ich glaube ich habe selten so gut gegessen, wie in den drei Tagen in Brighton. Die Küche dort ist unglaublich kreativ, vielfältig, oft auch gesund, sehr regional und auch erschwinglich.
Bei einem Gespräch mit einer Frau viel der Satz, dass man sich im Brighton auch aus Versehen mal eine Woche vegan ernähren kann, einfach weil oft darauf geachtet wird, wie etwas produziert wird, wo es her kommt und was für eine Auswirkung auf die Umwelt und den Menschen die Nahrung hat.

Vorurteil 4: Die Engländer sind eher reserviert

Ich hatte so nette Gespräche in Brighton.
Das mag vielleicht dran liegen, dass ich alleine unterwegs war und die Leute möglicherweise auch ein bisschen Mitleid mit mir hatten, aber ich habe dort nicht gerade versucht zwanghaft mit anderen ins Gespräch zu kommen, sondern hatte beim Essen immer ein gutes Buch bzw. meinen Kindle dabei.
Dennoch hatte ich so schöne Gespräche in den Restaurants mit meinen Sitznachbarn, ein älteres Pärchen, mit denen ich noch über die Foodszene in Brighton und Hamburg lebhaft diskutiert habe, mit meinen Uberfahrern, die alle so nett und freundlich waren und die schönste Begegnung hatte ich wohl mit einer Frau nach meiner Yogastunde, mit der ich spontan fast eine Stunde zusammen beim Frühstück saß, sie mir noch Tipps für den Tag gegeben hat. Danach haben wir uns herzlich umarmt und sind jeder unserer Wege gegangen, ohne den Namen des anderen zu kennen.
Irgendwie eine Situation, die ich mir hier nicht ganz so leicht vorstellen kann.

Vorurteil 5: Das Wetter

Jaaaa okay, ich muss zugeben – genau an dem Wochenende war das Wetter nicht nur ein Vorurteil, sondern eine Tatsache. Es war durchgehend stürmisch und regnerisch und normalerweise würde mir das Zuhause auch etwas aufs Gemüt schlagen. So fand ich das eher gemütlich und hat meiner Begeisterung für die Stadt keinen Abbruch getan.

Nachdem ich am Donnerstag Nachmittag angekommen war, ging es für mich in meinem Hotel, das Artist Residence Brighton.
Das Hotel sticht dadurch hervor, dass jedes Zimmer von einem anderen Künstler gestaltet wurde und somit sehr hübsche, individuelle Zimmer hat.
Das Hotel hat auch noch andere Standorte, wie zum Beispiel in London udn Bristol und ist definitiv sehr zu empfehlen.
Die Zimmer sind zwar klein, aber mit viel liebe zum Detail eingerichtet (ich sage nur frische Milch im Kühlschrank). Auch liegt das Hotel ziemlich zentral, man ist sofort am Wasser und in die Innenstadt ist es nur ein kurzer Fußweg bzw. am Abend eine Uberfahrt für ca. 5 Pfund.

Das Frühstück ist unglaublich gut (was ich in England noch nie vorher in einem Hotel hatte) und das Restaurant, was unten im Hotel drinnen ist, gehört zu den besten in Brighton. Ich war gleich am ersten Abend, nachdem ich einen ausgedehnten Spaziergang am Strand und am Pier, der mich ein bisschen an den Pier in Santa Monica erinnert mit seiner Spielhalle und Fahrgeschäften, im The Set essen. Coole Räumlichkeiten und eine wirklich gute Küche haben dort auf mich gewartet.

Am nächsten Tag ging es gegen 11 Uhr zu einer Food-Tour.
Food-Touren kann man mittlerweile in fast jeder größeren Stadt machen, für mich war es die erste, aber definitiv nicht letzte, denn ich war total begeistert.

Uns wurde zu jeder Stadtion einiges erzählt, haben kleine lokale Geschäfte besucht, die Geschichte hinter den Besitzern gehört, den angeblich besten Burger Englands gegessen (könnte stimmen :)) und sogar einen Supermarkt angeschaut, weil er ein Vorbild für andere Supermärkte sein kann, da viele Sachen unverpackt sind, aus der Region kommen und weil auf viele Zwischenhändler verzichtet wird, sodass von einem Pfund Umsatz 67% beim Erzeuger ankommt, wobei es bei normalen Supermärkten nur 9% sind.

Die einzelnen Stationen waren:
Smorl’s im Brighton Open Market, die super leckeren Humus, Falafel und co haben, ich hätte mir am liebsten gleich mehrere Behälter für Zuhause mitgenommen.


– Gleich um die Ecke ein Laden einer bezaubernden Dame, die vegane Schokolade herstellt und verkauft und wo ich die beste heiße Schokolade meines Lebens getrunken habe. Rainbow Organic Chocolates


– Besagter Supermarkt: Hisbe


– Burger essen bei Burger Brothers (ich gestehe, in den Laden wäre ich selber niemals reingegangen :) war aber super lecker). Fun fact: Wenn der Koch krank ist, macht der Laden auch nicht auf.


– Leckeres, selbstgebackendes Brot und Mini-Berliner (die es nur am Freitag gibt, finde ich irgendwie cool, wenn etwas nicht jeden Tag verfügbar ist)


Barney’s Deli
, ein so cooler Käseladen! Ich bin wirklich sonst kein großer Käsefan, aber der Brie mit Trüffel – oh mein Gott! Ich hätte mich da reinlegen können.


– Das English’s, ein Seafood Restaurant, wo es nicht nur einen Crashkurs zum Thema Austern gab, sondern zusätzlich zur Auster noch ein Glas Wein


– Das Ende der Tour ging es noch zu einem Besuch beim Eisladen Boho Gelato – wo wir uns einmal quer durch die leckeren Sorten probiert haben.

Nicht nur, dass die Läden echt cool waren, auch die Gruppe war total cool und wir hatten alle zusammen einen kurzweiligen halben Tag zusammen.

Im Anschluss habe ich mich durch die Straßen den North Laines treiben lassen, der Stadtteil wo es jede Menge kleiner und süßer Lädchen gibt. Dort habe ich mir bei Papillon Living eine Lampe in Hasenform gekauft, die mir nach Deutschland geliefert wird (sie war leider deutlich zu groß für den Koffer :)) und noch coole Schuhe bei Shoe Embassy.

Am Abend gab es dann das kulinarische Highlight. Ein gefühltes 24 Gänge (ich glaube es waren acht oder neun in Wirklichkeit) im 64 Degrees, welches das beste Restaurant in Brighton sein soll (und wahrscheinlich auch ist). Ein kleines Restaurant mit normalen Tischen und Bartischen, von denen man aus direkt in die offene Küche schauen und den Künstlern… ähm Köchen bei der Arbeit zuschauen kann. Ich war wirklich hin und weg und irgendwann so satt, dass ich sogar 1-2 Gänge überspringen musste, damit noch Platz fürs Desert blieb. Was für ein tolles Essen!
Solltet ihr dort hin wollen – reserviert umbedingt einen Tisch vorher, dies würde ich euch allgemein für Restaurants lieber empfehlen.

Nachdem ich mich nach Hause gerollt habe, war ich am nächsten Tag froh, mich in der Früh gleich etwas bewegen zu dürfen, denn genau gegenüber von meinem Hotel steht das British Airways i 360 – ein 162 hoher Turm am Wasser, wo man mit einer Glasgondel auf 138 Meter hoch fährt (höher als mit dem London Eye übrigens). An diesem Morgen gab es in der Glaskuppel ein Special Event – eine Yogastunde in den Wolken.
Sowohl die beiden Yogalehrerin, als auch die Musik und sowieso die Yogastunde waren sehr gut gemacht, allerdings muss ich gestehen, dass in der Höhe Yoga nicht ganz soooo entspannend für mich war. Gerade als ich in der Endentspannung lag und es langsam wieder nach unten ging… Nächstes Mal würde ich einfach einen normalen Besuch machen, dann kann man auch die Landschaft noch besser genießen. :)

Im Anschluss gab es unten im Restaurant ein leckeres Frühstück und dann bummelte ich noch am Wasser lang, besuchte den Royal Pavilion und das Brighton Museum and Art Gallery – der Royal Pavilion ist von der Geschichte her definitiv einen Besuch wert, gerade den Kurzfilm von 9 Minuten, den man während des Rundganges anschauen kann, fand ich sehr interessant.

Im Anschluss ging es auf eine Empfehlung hin zum Nachmittagstee ins The Ivy – und auch wenn es in dem Restaurant wirklich voll und laut ist – die wunderschöne Einrichtung (eigentlich schon der Eingangsbereich mit seiner Blumenwand) mit der goldenen Bar in der Mitte sind einen Besuch wert. Auch der Tee mit den „Kleinigkeiten“ war ganz vorzüglich.

Abends sollte es dann eigentlich noch ins The Chilli Pickle gehen, leider war ich so kaputt, vollgegessen und müde, sodass ich um 20 Uhr schon im Bett lag. Vielleicht auch nicht so verkehrt, da am nächsten Tag um 4:50 der Wecker klingelte, für die Rückfahrt zum Flughafen.
Was für ein wundervolles Wochenende.

Mein Fazit – ich werde definitiv noch mal nach Brighton fahren und dann auch noch die Umgebung erkundigen. :)

Liebste Grüße,
Ricarda

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6 Kommentare
  1. Melanie

    22. Oktober 2019 um 8:03

    Ach das ist so toll. Ich erkenne wirklich jeden Ort wieder. Ich war eine Woche vor dir mit meiner Großmutter dort und kann dir sagen ich kenne jetzt jeeden Stoffladen auswendig dank ihr. 😆 Aber ich hatte auch unglaublich tolle Gespräche mit den verschiedensten Menschen und werde weiterhin jedes Jahr sicher einmal nach Brighton.

    Antworten

  2. Diana Auberle

    22. Oktober 2019 um 16:41

    Was für ein schöner Bericht. Ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. Und wieder eine neue Idee für einen Mädelstrip bekommen. :) Danke dafür.
    LG Diana

    Antworten

    • Ricarda

      22. Oktober 2019 um 18:29

      Oh das freut mich sehr. Ist wirklich ideal für nen Mädelstrip!

      Antworten

  3. Susanne Karsten

    22. Oktober 2019 um 19:53

    Tolle Fotos und ein schöner ehrlicher Bericht.Das steht schon auf meiner Reiseliste. Ich fahre nächsten Monat nach Edinburgh, da bin ich auch schon mega gespannt. Vielen Dank💕

    Antworten

    • Ricarda

      22. Oktober 2019 um 20:50

      Ich danke Dir! Und ganz viel Spaß in Edinburgh! :)

      Antworten

  4. An-Christin

    24. Oktober 2019 um 9:06

    Brighton ist für mich jeden Sommer ein Muss – ich liebe diese Stadt einfach.

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