Ihr Lieben, ein Jahr neigt sich zu Ende und kurz hatte ich überlegt einen Jahresrückblick zu machen, aber zum einen schaue ich lieber nach vorne als zurück und zum anderen war das Jahr 2017… Naja sagen wir es so, ich möchte es nicht unbedingt noch einmal durchleben. Zwar hatte ich beruflich sehr viel Spaß mit meinem Team und hatte das mit Abstand schönste Reisejahr meines Lebens (2018 könnte das toppen, das spüre ich jetzt schon :)), aber gleichzeitig war das Jahr auch wirklich schwierig und kräftezehrend. Ich habe mich entschlossen Packendes einzustellen, habe mich nach 4 Jahren von meinem Freund getrennt, neue Wohnung, allgemeiner Neuanfang, viele Zweifel, viele Ängste, viele Tränen… Von meiner Familie war gefühlt jeden Monat jemand im Krankenhaus… Ja doch, 2018 darf schöner und anders werden. Und das wird es, da bin ich zuversichtlich. :)
Nun aber zum Glück! Ein schönes Thema zum Jahresende, gerade wenn vielleicht auch Dein Jahr nicht ganz so rund lief.
Trotz der ganzen Punkte oben würde ich behaupten, dass ich ein Mensch bin, der sehr viel Glück hat. Nun denken viele, das Glück fliegt einem zu, entweder man hat es, oder man hat es nicht. Zufall sozusagen.
Da glaube ich nur bedingt dran. Ich glaube eher an den Satz „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ – was bedeutet das? Richtig, Arbeit. Der Schmied sitzt auch nicht tatenlos in seiner Werkstatt, nein er arbeitet hart um ein fertiges Werk am Ende des Tages zu haben.
Wie ich darauf komme?
Als ich Anfang Dezember am Gardasee war, schrieb ich abends mit einem Bekannten und er meinte, dass ich ja so viel Glück habe, solche Urlaube zu machen.
Mal davon abgesehen, dass solche Reisen wenig mit Urlaub zu tun haben, bin ich natürlich unglaublich dankbar, dass ich solche Reisen machen darf. Und dass ich das zum Teil sogar meinen Job nennen darf! Ich meine wie grandios ist das bitte? Ich sitze am Sonntagmorgen am Gardasee morgens um 7, schaue mir den Sonnenaufgang an und darf das Arbeit nennen?!
Aber ich lasse mir nicht sagen, dass ich einfach nur Glück gehabt habe – ich habe daran gearbeitet, dass das Glück zu mir kommt, ich habe das Glück geschmiedet.
Ich mache viele Reisen privat, bezahle dafür selber, habe unzählige Euro in meine Kameraausrüstung und in Fotoworkshops gesteckt, habe 3 Jahre lang gebloggt, ohne einen Cent zu verdienen, habe mein Studium hingeschmissen, ohne zu wissen, ob das gut geht. Habe Verantwortung für Angestellte und all die normalen Sorgen, die Unternehmer nun einmal haben.
Ich möchte keine dieser Erfahrungen missen, die letzten 3 Jahre waren mit Abstand die intensivsten, interessantesten, für mich wichtigsten Jahre meines bisherigen Lebens. All die Punkte ermöglichen es mir, dass ich dieses Jahr in Schottland auf einem Berg stand und einfach nur vor Glück geweint habe, dass ich in diesem Augenblick genau diese Landschaft sehen darf, die Natur erleben, den Wind, die raue Luft, das Lichterspiel auf dem Wasser. Ich kann meine Arbeitszeit relativ frei einteilen, ich darf Sachen erleben, die nicht selbstverständlich sind. All das ist aber nicht von heute auf morgen passiert, sondern hat einige Jahre Vorlauf gebraucht und sehr viele lange Nächte, die es auch heute manchmal noch gibt.
Wenn man mir sagt, „Du hast ja auch einfach Glück“… es hindert Dich niemand daran auch dieses Glück zu haben! Ja aber… Nein nichts aber. Oft sehen wir unser Glück nicht, weil wir den Blick auf den Mangel lenken, auf das, was nicht oder noch nicht da ist. Dabei haben wir oft schon so viel.
Oder man sagt, ja später, da werde ich… Warum denn später? Wenn Du jetzt unglücklich bist, dann mache doch jetzt etwas dagegen. Wenn mir jemand sagt, Du hast ja auch Glück mit Deinem Job… Ich habe mir meinen Job selber erschaffen. Den gab es vorher nicht. Zumindest habe ich, als es in der Abizeit darum ging, seine Berufswahl zu treffen nicht den Job „Bloggerin-Unternehmerin-die-was-mit-Schnittmustern-Reisen-und-alles-was-ihr-Spaß-bringt-macht“ auf der Liste gesehen. :)
Okay, was möchte ich euch zusammengefasst für 2018 mit auf dem Weg geben?
Schaut wo euer Glück bereits ist (wem das schwer fällt, bitte diesen Beitrag einmal lesen), wenn ihr unglücklich seid, dann ändert etwas daran, traut euch, seid mutig und kreativ, denkt außerhalb der Schubladen, die die Gesellschaft vorgibt. Seid dankbar für all das, was ihr schon habt, arbeitet an euerem Glück und wenn ihr nicht daran arbeiten wollt, dann wird es nicht euer Glück sein, sondern das Glück eines anderen.
So, mit diesem Text verabschiede ich mich aus 2017 von euch! Ich werde es die nächsten Tage noch sehr ruhig angehen lassen, ich liebe die träge Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Ich freue mich auf ein tolles, spannendes, aufregendes, ruhiges, liebevolles, witziges und vor allem glückliches 2018 mit euch!
Liebste Grüße,
Ricarda

