Camperumbau

Camper Umbau Teil 7: Die Küche

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Eine Sache, die für mich im Camper wirklich wichtig war – die Küche!
Viele würden wohl sagen, Gaskocher kaufen, fertig. Aber zum einen ist die Küche auch Stauraum für so viele Dinge und ich finde, dass gerade dieser Bereich den Camper besonders wohnlich macht und leider in vielen Fertigmodellen zwar funktional, aber unfassbar hässlich sind. :)

Ich finde, durch die individuelle Küche bekommt der Camper die Note eines Tiny House und sieht nicht mehr so nach „Auto“ aus, wenn man drinnen sitzt.

Wichtig war mir, dass die Küche bzw. die Arbeitsplatte so lang wie möglich ist, damit man viel Ablagefläche hat. Ich mag kochen unglaublich gerne und bisher war ich super happy, dass ich genug Platz zum schneiden, abstellen, vorbereiten und co hatte.
Auch die Arbeitsplatte selber war mir sehr wichtig, denn ich finde, dass so eine große Oberfläche dann auch hochwertig aussehen muss. So wurde es am Ende eine massive Küchenarbeitsplatte aus dem Baumarkt, die sowohl in der Länge als auch in der Breite gekürzt wurde. Dies bringt zwar zusätzliche Gewicht, aber hey, es sieht echt schön aus.

Auch das Waschbecken sollte kein hässliches Aluwaschbecken werden (wo man jeden Wassertropfen drauf sieht, sodass es immer etwas schmuddelig aussieht), sondern es wurde ein Einbauspüle außerhalb des Camperzubehörs, welche leicht und hübsch ist.

Der Geschirrkorb, der mit dabei war, ist super praktisch um Brot oder Obst oder Gemüse aufzubewahren. Es fliegt nicht in der Gegend rum, muss nicht einzeln eingesammelt werden, sondern wird einfach mit dem Korb zur Seite gestellt. Ein Schneidebrett bietet zusätzlichen Stauraum und versteckt was gerade in der Spüle ist, wenn man mal nicht sofort abwäscht.

Ähnlich ging es mir bei dem Wasserhahn, er sollte hübsch und funktional sein. Daher ist es einer geworden, der hoch ist, verschiedene Wasserstrahlen hat und den man auch aus der Halterung nehmen kann. So ist er nicht nur zum Abwaschen und co ideal, sondern auch, wenn ich mir nur mal eben die Haare waschen will, ohne Verrenkungen zu machen.

Hinter der Küche wollte ich unbedingt einen kleinen Fliesenspiegel haben. Dies sind Mosaikfliesen aus dem Baumarkt, die schon auf einer Matte vorbereitet sind. Die Fugen wurden mit flexiblen Silikon aufgefüllt und auch nach ein paar Tausend Kilometern hält es immer noch top.
Gerade die Fliesen finde ich so schön und schützt zudem die Wand vor Spritzern.

Hinter dem Wasserhahn ist zum einen noch ein Regler, der die Luftzufuhr nach vorne zum Fahrerhaus und Badezimmer auf und zu macht und die Lichtschalter für die Strahler vorne und hinten auf dem Auto (fragt nicht, ich wollte das damals nicht. :) Obwohl es hinten schon Sinn macht, wenn man frei stehen will und es schon dunkel ist und vorne muss ich sagen, dass es schon ganz cool aussieht).

Der Unterbau der Küche sollte vor allem funktional und gut genutzt werden. Daher habe ich alle Schubladen und Schränke selber konzipiert, zugeschnitten und zusammengebaut.
Ich bin ehrlich – dies war nicht meine Lieblingsarbeit, weil es eeeeewig gedauert hat. Aber ich finde, dass das Ergebnis super geworden ist und vor allem praktisch.

Die Schubladen werden alle mit Push-Lock-Griffen geöffnet, die super halten. Wir haben uns hier für ein günstiges Modell entschieden. Die teureren würden wahrscheinlich von der Haptik noch besser sein, aber dann hätten wir auch gleich einige hundert Euro mehr für alle Push-Locks bezahlt.

Links gibt es drei breitere Schubladen, wo das mobile Induktionsfeld drinnen ist (ich gestehe, das ist wirklich ein bisschen übertrieben, aber hey… :)), Besteck und co, sowie Teller, Becher, die Pfanne usw.

Unten ist die Kühlbox drinnen, die ich grandios finde! Man könnte sie auch als Tiefkühlfach umfunktionieren, aber das nur am Rande. :)
Wie viel Liter die Box haben sollte, war ein Punkt über den ich mir auch viele Gedanken gemacht habe. Viel Fassungsvermögen ist immer gut, aber dann wird sie einfach riesig!
Auf der anderen Seite wollte ich auch gern mehrere Tage unterwegs sein können, ohne mir zu überlegen, wo ich etwas einkaufen kann.
Außerdem koche ich gern und da sind frische Lebensmittel auf Tour wichtig.
Bisher muss ich sagen, dass ich das Fassungsvermögen von 40 Litern super finde, auch wenn man zu zweit unterwegs ist.
Bisher hatte ich keine Stauraumprobleme.

Mein Tipp übrigens – einige Tupperdosen mitnehmen und Gemüse und co in einem Rutsch klein schneiden. Die Reste dann in die Dosen in die Kühlbox stellen und bei Bedarf rausholen und schnell in die Pfanne oder den Topf schmeißen.
Die Kühltruhe ist ziemlich schwer, daher läuft der Auszug auf Lastenrollen. Man braucht zwar ein bisschen Kraft um sie rauszuziehen, dies ist aber auch gut so, damit sie beim Fahren fest sitzt.

Neben diesem Blog ist der Apothekerschrank, was auf den ersten Blick vielleicht etwas übertrieben im Camper wirkt, aber unfassbar praktisch ist, da man alles auf einen Blick sieht und nicht ewig im Schrank rumwühlen muss.

Oben in einem flachen Fach sind Feuerzeuge, Batterien, Zollstock und co drinnen und in den anderen Fächern werden Lebensmittel wie Nudeln, Dosentomaten, Kokosmilch, Öl und co auf Reisen aufbewahrt, sowie der Kaffee und mein Kaffeebereiter. Die wichtigen Dinge eben. ;)

Der Apothekerschrank hat nach ein paar Wochen bei der Fahrt Probleme bereitet, aber dies wurde mit Rollen wie bei der Kühlbox behoben, sodass auch das jetzt super funktioniert.
Daneben ist zunächst die Blende für die Spüle, die einfach mit Klettband angebracht ist, falls man mal unter die Spüle an die Wasserleitung ran muss.
Darunter sind noch kleiner Schubladen, wobei die Blenden so gewählt wurden, sodass die Schränke bzw. ihre Fronten rechts und links identisch aussehen von der Höhe der Schubladen. Hier sind zum Einen Kosmetik- und Waschsachen drinnen (im Artikel zum Badezimmer hatte ich bereits erwähnt, dass ich finde, dass ein Waschbecken im Camper reicht, daher gibt es im Badezimmer keins), aber auch Sachen zum Abwaschen usw, sowie in einer tieferen Schublade die Töpfe.

Über der Küche ist noch ein etwas schmalerer Oberschrank angebracht, der in der selben Farbe wie der Rest der Küche gestrichen wurde.

Als Farbe haben wir übrigens Farrow & Ball Farbe genommen.
Wahrscheinlich für viele Aufgrund des Preises nicht die erste Wahl für einen Camperausbau, aber zum einen braucht man auf dieser Fläche nicht so viel, die Farben sind unglaublich hochwertig (und sehen auch so aus!) und es gibt sie für viele verschiedene Oberflächen und für den Innen- und Außenbereich

Des weiteren lassen sie sich ganz toll auftragen und riechen wirklich null. Selbst in meiner Wohnung, wo ich viel der einzelnen Holzteile gestrichen habe, musste ich noch nicht einmal die Fenster öffnen. Wenn, dann riechen sie minimal etwas nach Vanille finde ich.
Auch die Textur ist klasse und vorher war ich wirklich kein Streichexperte und dennoch sind alle Oberflächen toll geworden.
Für die Küche haben wir uns für die Farbe De Nimes entschieden und für alles andere im Camper für die Farbe Tallow, beides in der Qualität Exterior Eggshell Finish, vorbehandelt wurde das Holz mit Exterior Wood Primer & Undercoat, passend zu den jeweiligen Farben. Versiegelt werden musste die Farbe nicht noch mal, ein Anstrich mit dem Primer und zwei Anstriche mit der normalen Farbe waren nötig.
Die Auswahl der Farbkombination zusammen mit der Auswahl der Arbeitsplatte und des Bodens hat mir besonders viel Spaß gebracht und war mir auch super wichtig – nicht weiter verwunderlich, oder?

Mögliche Farben für den Camper – zwei sollten es werden
Endlich – Farben, Bodenbelag und Arbeitsplatte sind entschieden

Zurück zu dem Oberschrank. Dieser wird mit einem einfachen Druckmechanismus geschlossen und geöffnet.
Hier ist Platz für Gewürze, Tee, Nüsse, Küchenrolle, Müllbeutel und co.

Ich finde, dass der Platz in der Küche optimal genutzt ist und ich würde hier auch nichts anders machen. Die Arbeitsplatte geht bis zum Fenster, sodass man beim Kochen super das Fenster öffnen kann, wenn dort die Induktionsplatte steht, oder man macht oben die Deckenlüftung an.
Auch die Steckdosen hinter der Arbeitsplatte sind super und batteriebetrieben Leuchten unter den Oberschränken spenden zusätzliches Licht, wenn man es braucht.

Ich hoffe, dass euch der siebte Teil des Umbaus gefallen hat und ihr die Küche auch so schön findet.

Liebste Grüße,
Ricarda

Bisher sind folgende Beiträge zum Thema „Vom Sprinter zum Camper“ online gegangen:
Camper Umbau Teil 1: Mein größtes DIY Projekt – Vom Sprinter zum Camper
Camper Umbau Teil 2: Die Vorbereitung: Putzen und das Thema Rostschutz
Camper Umbau Teil 3: Isolierung und Bodenplatte – über Alubutyl und Armaflex und die richtige Holzwahl
Camper Umbau Teil 4: Neue Trennwand einbauen
Camper Umbau Teil 5: Dachluke und Fenster einbauen
Camper Umbau Teil 6: Bad mit Trenntoilette

Empfohlene Beiträge
7 Kommentare
  1. Christina

    7. Februar 2020 um 17:16

    Wahnsinn! Alles top durchdacht und wunderschön.
    Vielleicht solltest du die Branche wechseln, bzw. ein zweites Standbein aufbauen ;-)
    Grüße Christina

    Antworten

    • Ricarda

      9. Februar 2020 um 19:04

      Vielen lieben Dank :)

      Antworten

  2. Nicole

    10. Februar 2020 um 19:25

    Wahnsinn! Selbst ist die Frau!
    R-E-S-P-E-K-T vor so viel handwerklichem Geschick!!! :-) Sieht alles wirklich super aus!

    Und ich finde es immer toll und bewundernswert, wenn Leute – egal ob Männlein oder Weiblein – Möbel und generell Sachen selber machen und nicht auf den „08/15-Spanplatte-furniert“-Krempel aus den Möbelhäusern und Baumärkten zurückgreifen. Du hast gezeigt, dass man einfach mal nur ein wenig Mut beweisen muss und vieles mit Hirnschmalz, Zeit, Ausdauer und Muckikraft selber machen kann. *twothumbsup*

    Antworten

  3. Claude Wilde

    10. Februar 2020 um 20:46

    Liebe Ricarda, die Christina hat schon alles gesagt, was auch mir so durch den Kopf ging. Könnte es sein, dass Du bei allem, was Du so unternimmst, planst,durchführst etc ein echtes Bedürfnis nach Perfektion hast? Ich hab ja auch in meinen Unternehmen so manche verrückte Idee umgesetzt, aber was Du da so an Planung, Entwürfen und Fertigungen bei dem Camper umgesetzt hast,nötigt mir größten Respekt ab!! Und dieser Camper ist ein echtes Unikat, so etwas – mit diesen tollen Ideen – habe ich in dieser Ausfertigung noch nie gesehen. Vielleicht stellst Du diesen Blog mal in ein Fachmagazin rein? LG.

    Antworten

  4. Stephan

    6. März 2020 um 12:11

    unfassbar, wie hochwertig und mit Liebe ins kleinste Detail aus einem normalen Sprinter mal eben von Dir ein exklusiver Camper wird!
    Ich kann es kaum erwarten, weitere Berichte vom Ausbau zu bestaunen!

    Mich würde ja darüber hinaus interessieren, was Dich am Ende der gesamte Ausbau gekostet hat!

    Weiterhin viel Freude und tolle Urlaube mit dem Super-Camper
    Stephan aus Bremen

    Antworten

  5. Margaritta

    18. März 2020 um 12:24

    Richtig toll!
    Bin sehr neidisch – cooles Projekt- ich hoffe im Sommer urlaubsbilder von Dir zu sehen!
    Herzlichst
    Margaritta

    Antworten

  6. Kayser Ingolf

    28. März 2020 um 14:20

    Respekt also möchte nicht wissen wieviel Zei da draufgegangen ist…aber wenn’s dann fertig ist und auch noch so wie man es wollte….schön.?👍👍👍 Bin schon gespannt wie das mit dem Bett wird…MfG.Ps.Plane auch so ein Projekt….haben noch einen Wohnwagen aber da kann man nicht überall hin ….

    Antworten

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