Camperumbau

Camper Umbau Teil 6: Bad mit Trenntoilette

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Lange gab es kein Camperupdate mehr, obwohl der Camper bereits seit einiger Zeit komplett fertig ist.

Jetzt geht es aber endlich weiter, dieses Mal mit dem Badezimmer.
Das Bad ist wohl einer der größten Diskussionspunkte bei der Camperplanung. Überhaupt ein Bad? Braucht man eine Dusche oder nicht? Wie sieht es mit einem WC aus? Wenn ja, was für eins?

Sind wir ehrlich – ein Bad nimmt normalerweise schon einiges an Platz weg im Camper. Da wir uns für die lange Version des Sprinters entschieden hatten, gab es zwar schon etwas mehr Platz, aber will man diesen für einen Raum „verschwenden“, wo man maximal 1-2% des Tages drinnen ist?

Mein damaliger Freund, mit dem ich den Camper umgebaut habe, wollte am liebsten, dass das Bad doppelt so groß wird. Am Ende haben wir uns auf einen Kompromiss einigen können, über den ich auch happy war.

Es gibt jetzt also eine Dusche im Camper, allerdings kein Waschbecken im Bad. Kommt man direkt aus der Badezimmertür, befindet sich rechts das Waschbecken in der Küche. Ich finde, auf so kleinen Raum reicht ein Waschbecken vollkommen, vor allem weil Zähneputzen, abschminken usw. eh viel netter im „großen“ Raum sind.
Das sparte also schon einiges an Raum, dass ins Bad kein Waschbecken verbaut werden musste.
Ein Dachfenster war wichtig, zum einen für die Stehhöhe beim Duschen für große Menschen – ja, nicht für mich :) – und auch für die Lüftung.

Die Wände wurden mit Bootslack mehrfach gestrichen, sodass man keine hässlichen Plastikwände hat, aber dafür dennoch das Wasser super abperlt. Wenn etwas wasserdicht ist, dann mehrere Schichten Bootslack, auch wenn der Lack im Hochsommer beim Streichen im Gewächshaus selbst mit Atemmaske fies war!

Das Bad befindet sich direkt hinter der selbst gebauten Trennwand, auf der Fahrerseite. Über der Dusche, Richtung Fahrerkabine, gibt es noch eine Klappe, die unfassbar viel Stauraum über dem Führerhaus bietet.
Der ideale Ort für Handtücher, Tüten, Yogamatte und Dreckwäsche.

Seitlich Richtung Außenwand gibt es noch eine Tür nah über den Boden. Dahinter versteckt sich die Technik und die Wasserschläuche, sowie mehr Ablagefläche wo Putzmittel, Toilettenpapier und Duschzeug aufbewahrt werden kann. Nach oben hin ist der Stauraum offen, damit man von hinten noch an die Armaturen ran kommen kann.

Oben in der Dusche gibt es ein Öffnung, damit Heizungsluft einströmen kann und selbst bei 7 Grad Außentemperatur ist dieser winzige Raum innerhalb von zwei Minuten so herrlich warm, sodass man angenehm duschen kann.

Wichtig ist, dass die Duschwanne zwei Abflüsse, diagonal gegenüber liegend, hat, damit das Wasser abfließen kann, auch wenn man mit dem Camper nicht ganz gerade steht.

Als Armaturen haben wir ganz normale für den Hausgebrauch genommen, ebenso wie einen normalen Duschkopf und -schlauch. Die, die man im Camperfachladen sieht, fand ich zum einen super hässlich und/oder viel zu teuer. War eine gute Entscheidung.

Die Tür wird übrigens ganz einfach mit einem Drucktüröffner (es gibt mit Sicherheit ein anderes Wort dafür, was mir gerade aber nicht einfällt :)) geöffnet. Das hält super und ist einfach anzubringen.

Und was ist jetzt mit dem WC? Das war für mich am Anfang das schwierigste Thema. Da bin ich doch schon ziemlich Mädchen, bzw. war ich… nach 4 Tagen in der Mongolei in der Wüste ohne Dusche und WC ist man deutlich entspannter bei solchen Themen. :)
War ich damals aber nicht, also was machen? Ich finde nach wie vor, dass ein WC in nem Camper einen deutlichen Mehrwert bietet, gerade wenn man frei steht.
Wir wollten allerdings beide nicht, dass das WC im Bad ist und man sozusagen auf dem WC sitzen muss, um zu duschen.
Zum einen hätte das Bad dann größer sein müssen und zum anderen finde ich es super nervig, wenn dann alles nass ist!

So musste eine andere Lösung gefunden werden und so bekam das WC einen eigenen „Toilettenkasten“. Dieser sitzt auch an der Trennwand zur Fahrerkabine und ist Richtung Schiebetür ausgerichtet. Dies hat sich auf den Fahrten bereits als ideal rausgestellt.
Vor dem Kasten ist noch ein bisschen Patz am Boden, wo super Schuhe hingestellt werden können, der Kasten selber kann als Ablagefläche oder Sitz benutzt werden, an der Wand über den Kasten können Jacken und co aufbewahrt werden und die Wand des Badezimmer sieht dadurch nicht so massiv aus.
Als Holz haben wir Banova Holz genommen, mehr zu dem Holz findet ihr in den anderen Blogposts zum Thema Camper.

Da der Kasten sehr präsent ist und er das erste ist, was man sieht, sobald man die Schiebetür aufmacht, habe ich das Holz dafür auf Gehrung, sprich die Schnittkanten auf 45 Grad zu gesägt.
Die Kanten haben wir hinterher noch einmal mit Aluschienen verblendet, damit die Kanten geschützt sind. Zuerst fand ich das nicht ganz so hübsch mittlerweile stört es mich allerdings gar nicht mehr.

Das WC selber ist auf Schwerlastschienen befestigt und in der Dusche gibt es eine zusätzliche Tür Richtung WC-Kasten, sodass man nur diese aufmachen muss und schon kann man das WC bequem ins Bad ziehen. Anschließend wieder zurück schieben, Tür zu, fertig.
Zunächst hatten wir ein wenig sorgen, wie das WC sich auf den Schienen beim Fahren macht, aber bisher hält die Tür vor dem Kasten super und es ist wirklich unfassbar praktisch und platzsparend.
Würde ich so sofort wieder bauen!

Was für eine Toilette wurde es? Nun, dass war wohl eine der ersten Entscheidungen, die gefallen sind.
Sehr schnell war klar, dass es eine Trenntoilette werden soll.
Über Trenntoiletten gibt es jede Menge berichte im Internet und jeder, den ich gelesen habe, war durchweg positiv. Auch der Nachbar meiner Schwester hat so eine in seinem Camper und ist restlos begeistert.

Was ist so toll an diesen Toiletten? Sie haben zwei Behälter, wo.. naja flüssiges und festes in unterschiedliche Behälter gelangen.
Dies hat den Vorteil, dass man keine Chemie braucht, was ich zum einen für die Umwelt eklig finde und auch beim Ausleeren… Puh ich erinnere mich an meine Kindheit auf Campingplätzen, wo es mich immer noch gruselt….
Dadurch, dass es zwei Behälter gibt, entwickelt sich kein Geruch, dieser entsteht nämlich nur, wenn Urin und Kot aufeinandertreffen.
Den Urinbehälter muss man ca. alle 2-3 Tage ausleeren, dies ist aber unglaublich simpel, dauert ein paar Sekunden und kann theoretisch auch in der Natur entsorgt werden, da es nur Urin ist.
Beim Feststoffbehälter ist es so, desto länger er nicht gelehrt wird, desto besser. Klingt komisch, ich weiß, aber mit einem Klotz Kokosfasern wird der Zersetzungsprozess schneller angeregt und es entsteht quasi ein Minikompost.
Der Nachbar meiner Schwester hat mir erzählt, dass er seinen Behälter erst nach zwei Monaten gelehrt hat und es hat lediglich etwas nach Erde gerochen.
Zusätzlich hat das WC aber auch noch eine Lüftung, die man an- und ausschalten kann, die aufs Dach führt, wenn man auf Nummer sicher gehen will.
Definitiv eine super Erfindung und auch hier würde ich genau das gleiche Modell noch mal kaufen. Wir haben uns für eine TomTur entschieden gehabt.
Auch wenn diese Toiletten nicht gerade preiswert sind und man sie sich auch selber bauen könnte, bin ich froh, dass wir uns für das Modell entschieden haben, da sie von den Abmessungen noch „klein“ ist. Wer sich fragt, wie das mit dem Trennen genau geht und ob das nicht schwierig ist… dem kann ich sagen, nein gar nicht. Es gibt einen Hebel und die eine Klappe aufzumachen. Solange diese zu ist, geht der Urin so oder so automatisch in den dafür vorgesehen Behälter, ohne das man „zielen“ müsste, egal ob Mann oder Frau.

Ich glaube, das waren jetzt auch genug Infos, oder? :)
Wenn mir mal jemand gesagt hätte, dass ich mal über Trenntoiletten schreiben würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Ich hoffe, euch hat die Fortsetzung des Umbaus gefallen!
Schaut gerne auch in die anderen Artikel rein.

Liebste Grüße,
Ricarda

Bisher sind folgende Beiträge zum Thema „Vom Sprinter zum Camper“ online gegangen:
Camper Umbau Teil 1: Mein größtes DIY Projekt – Vom Sprinter zum Camper
Camper Umbau Teil 2: Die Vorbereitung: Putzen und das Thema Rostschutz
Camper Umbau Teil 3: Isolierung und Bodenplatte – über Alubutyl und Armaflex und die richtige Holzwahl
Camper Umbau Teil 4: Neue Trennwand einbauen
Camper Umbau Teil 5: Dachluke und Fenster einbauen

Empfohlene Beiträge
11 Kommentare
  1. Christine

    28. Januar 2020 um 14:34

    sehr cooles Konzept!!!
    hab ich so bisher noch nicht gesehen.
    Und wie schafft ihr es, dass kein Wasser in die Ritzen der Türen und damit der Schränke läuft??

    Antworten

    • Ricarda

      28. Januar 2020 um 17:48

      Danke Dir! Da ist ziemlich wenig Spiel zwischen. Wenn man direkt drauf halten würde, würde das vielleicht passieren, aber wenn es nur an der Wand runter läuft, passiert da nichts. Drehe mich beim Duschen aber auch eher in die Richtung, wo nur oben die Klappe ist. :) Daher ist da eh das meiste Wasser an der Wand

      Antworten

  2. Christina

    28. Januar 2020 um 18:38

    Wow tolle Idee mit dem WC auf Schienen…viel Spaß beim Campen

    Antworten

  3. Claude Wilde

    29. Januar 2020 um 10:40

    WOW, super spannend und sehr anschaulich beschrieben (+ Bilder!). Das Ergebnis finde ich erstklassig! Eine ernorme Leistung von Euch beiden.
    Aber mal ehrlich: Das sieht alles so unglaublich durchdacht und perfekt ausgeführt aus; war/ist einer von Euch Profi im Camnper-Ausbau, oder so?? Wer diesen tollen Camper kauft, hat ein echtes Unikat, denn ich habe schon viele Umbau-Camper gesehen, aber noch nie so etwas, was Ihr da geleistet habt. Chapeau!

    Antworten

    • Ricarda

      29. Januar 2020 um 13:24

      Danke Dir vielmals!
      Nein wir sind beides keine Profis, wir haben uns nur seeeehr viele Gedanken im Vorfeld gemacht und super viel recherchiert.
      Außerdem habe ich ca. 20 Versionen des Grundrisses gemacht, bis ich endlich zufrieden war. :)

      Antworten

  4. Michael

    29. Januar 2020 um 15:12

    Hi Ricarda,
    sehr noble Lösung mit Bad und WC. Ich stand vor dem gleichen Frage: Lohnt sich der Platz für eine Dusche, wenn man sie höchstens alle zwei Tage für 5 min nutzt? Ich habe das für mich nicht so entschieden.
    Hast Du deine Toilette schon ausgiebig getestet? Mich würde interessieren, ob du im Bereich „Feststoffe“ schon Erfahrung mit dem Kokosbrikett gemacht hast.

    Wirst Du den Blog noch weiter schreiben? Stichwort: Energieversorgung

    Antworten

    • Ricarda

      31. Januar 2020 um 20:42

      Danke Michael. Also ich mag halt auch einfach… sauber sein und bin nicht so ein Fan von „in nen 13 Grad kalten See springen“. :) Gerade in Norwegen fand ich es auch super, nach ner langen Wanderung, wo es draußen kalt war, die Heizung aufzudrehen und eine kurze, warme Dusche zu nehmen.
      Und ja, die Toilette ist meeeeega gut :)

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  5. Malte

    31. Januar 2020 um 0:04

    Moin Ricarda,

    Du/ihr habt ja wirklich eine Menge Gedanken in das Thema gesteckt – auch zu dem mittlerweile fast Trend-Thema Trenn-Toilette :D
    Wie ich gelesen habe, warst du auch mittlerweile länger mit dem Van unterwegs. Wie ist dein Fazit – benötigt man eine Toilette/Dusche an Bord oder würde man (vor allem freistehend) auch ohne zurechtkommen?

    Falls du in nächster Zeit mal etwas Kapazität hast, würde ich mich sehr über einen Beitrag zu deiner Küche freuen – diese sieht am Rand der veröffentlichten Bilder schon sehr gut aus!

    VG Malte

    Antworten

    • Ricarda

      31. Januar 2020 um 20:38

      Danke Dir Malte, also es kommt halt darauf an, wo und wie lange Du freistehst. Ich finde, dass alles über 2 Tage freistehen eine Dusche benötigt. ;)
      Mit dem WC… kommt halt auch darauf an wo man steht. Wenn es irgendwo mitten im nichts ist, braucht man sie vielleicht nicht dringend, aber ich stand auch schon einige Male so, dass ich definitiv nicht raus gehen wollte.
      Und die Küche kommt nächste Woche. ;)

      Antworten

  6. Claude Wilde

    31. Januar 2020 um 1:38

    Wenn ich so Deine vielen „Tätigkeiten“ – inkl. Fotoreisen – in den soz. Medien verfolge, frage ich mich manchmal schon, wieviel Stunden Dein Tag eigentlich hat, um so viel Kreativität zu produzieren. Und ganz offensichtlich veröffentlichst Du nur dann etwas, wenn es perfekt ist! Ich staune echt oft und frage mich wirklich: Wie kann man bei der ganzen Arbeit dann auch noch so gut gelaunt und so „normal“ dabei sein (und so gut aussehen; sagt der Mann neben mir).
    Respekt. Musste ich mal loswerden; inkl. ’n büschen Neid :) LG. Claude

    Antworten

    • Ricarda

      31. Januar 2020 um 20:35

      Ach wie lieb ist das denn??? :) Vielen, vielen Dank. Ach eigentlich ist der Tag gar nicht soooo voll, ich komm auch immer noch genug zu Serien gucken, hihi.

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Ricarda, Kreativbloggerin aus Hamburg
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  • In Hamburg sind am Wochenende Wahlen.
Egal wann bei euch die nächsten Wahlen sind... Wenn sie da sind, geht wählen! 
Jeder der sagt, es würde doch keinen Unterschied machen, dem muss ich sagen, dass es in der heutigen Zeit schon einen Unterschied macht, wenn man sein Kreuz macht und die AfD dadurch weniger vertreten ist am Ende.
Ich habe letztens gesehen, dass jemand ein Bild getwittert hat mit der Überschrift „es gibt sie noch, die blonden Models, das andere will ja keiner sehen“. WTF?!?
Mal davon abgesehen, dass dieses Model, so wie sie auf dem Bild gezeigt wurde, eh nicht existiert, wie kann man so etwas äußern und dann auch noch likes dafür bekommen?
Seit wann kann man so etwas posten und kriegt dafür Lob von anderen, anstatt Kritik?
Ich bin eine Frau, die in Deutschland geboren wurde und blond ist. Ich bin nicht einen Hauch besser als ein Mensch mit einer anderen Haut- oder Haarfarbe! Ich bin dümmer oder intelligenter, ängstlicher oder mutiger, trauriger oder fröhlicher... als andere Menschen, aber das hat weder mit meiner, noch mit der Hautfarbe des anderen zu tun (genauso wenig wie mit dem Geschlecht).
Unser Körper ist nur eine Hülle, die wir zwar pflegen sollten, denn sie enthält unseren Geist, unsere Seele und unseren Verstand, aber all dies kennt keine Hautfarbe, kein Geschlecht und keine Grenzen wer wir sind und wen wir lieben dürfen.
Daher: Geht wählen! Wenn ihr nicht wisst wen, benutzt den Wahlomat, googelt... aber bitte, bitte, bitte... lasst nicht zu, dass wir Hamburger, dass wir in Deutschland, uns bei den nächsten Wahlen schämen müssen, dass die einzige Partei, die wirklich nicht gewählt werden sollte, stärker wird! 
Und bevor jetzt kommt, dass andere Parteien auch nicht zu 100% zu einem passen... dass ist bei mir auch so, ich finde auch nicht alles toll, was andere Parteien in ihrem Programm haben, aber ich weiß aus tiefstem Herzen, dass man zwar über vieles Diskutieren kann, von Steuern über Schulreform, Klimawandel und und und, aber nicht darüber, ob jeder Mensch gleich behandelt werden sollte, unabhängig davon wo er her kommt oder wie er aussieht.
Geht wählen. ❤️🙏🏻
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