Guten Morgen ihr Lieben,
ich durfte vor knapp zwei Wochen bei Julia Blogvertretung machen, da Julia gerade ein bisschen Elternzeit macht (merkt man nicht – wirklich! Ich habe schon Angst sie ist Supermum ;)). Noch einmal herzlichen Glückwunsch Julia zu deiner zauberhaften Tochter!
Solltet ihr denn Artikel bei ihr verpasst haben. Gibt es ihn hier noch mal zum Lesen.
Heute möchte ich ein gerne kurz erzählen wie ich zum Nähen kam und was meiner Meinung nach 8 ultimative Tipps für Nähanfänger sind – die ich gern am Anfang schon gewusst hätte.
Der Weg zum Nähen ist bei mir noch gar nicht so lange her. Ich habe erst vor 5 Jahren mit dem Nähen angefangen. Und das auch nicht freiwillig :)
Meine Schwester hat mich überredet einen Nähkurs zu besuchen, da sie selber zuhause seit Jahren eine Nähmaschine bei sich rumstehen hatte und diese nie genutzt hat.
Da saß ich nun. Dachte Nähen ist super spießig, altbacken und mit Anfang 20 ein bisschen uncool. Außerdem war meine Meinung bis dahin, ich sei in keiner Weise kreativ, da ich weder zeichnen noch malen kann, und sei vieeel zu ungeduldig zum Nähen.
Eine Woche später habe ich mir meine erste Nähmaschine gekauft.
Seitdem vergeht kaum eine Woche, wo ich nicht nähe und wenn, dann kriege ich schlechte Laune :) Das Nähen hat für mich sowohl etwa beruhigendes und zugleich habe ich im Vergleich zum Stricken oder Häkeln einen schnellen Erfolg.
Aber ich weiß auch, dass das Nähen am Anfang seeeehr frustrierend sein kann. Gerade wenn etwas nicht klappen möchte, wenn man nicht weiß wo man anfangen soll, wenn man einen ganzen Abend im Internet verbracht hat, ohne eine Naht zu nähen und jetzt noch ein bisschen verwirrter ist als vorher oder wenn zum X-ten Mal eine Nadel abgebrochen ist.
Daher hier 8 Tipps für Näheinsteiger:
1. Das Internet ist dein Freund – aber nur in kleinen Dosierungen
Okay das klingt etwas merkwürdig, aber gerade als Neueinsteiger ist das Internet ein wahrer Schatz und du findest auf nahezu jede noch so (scheinbar) doofe Frage eine Antwort. Gleichzeitig sind die ganzen Seiten und Foren aber auch sehr verwirrend. Man klickt sich von Link zu Link und irgendwann weiß man gar nicht mehr wo einem der Kopf steht. Daher mein Tipp: Haltet euch am Anfang an ein paar wenige Seiten und sucht von Zeit zu Zeit gezielt nach speziellen Fragen.
Toll ist für den Einstieg auch Julias Nählexikon Julia erklärt toll die grundlegende Dinge und beantwortet Fragen zum Thema Nähmaschine und co.
2. Versuche dir eine kleine Nähecke einzurichten
Nicht immer einfach, aber wenn es irgendwie geht, versuche einen festen Platz für deine Nähmaschine zu haben. Das ewige Ab- und Aufbauen der Nähmaschine und co. kann auf die Dauer nervig sein und wenn sie einmal abgebaut ist, braucht man oft zum Aufbau wieder etwas mehr Zeit :) Deine Nähecke kann zum Beispiel durch einen Vorhang (selbstgenäht natürlich ;)) abgetrennt sein oder auf einem kleinen Tisch mit Rollen stehen, sodass er mobil ist und von a nach b bewegt werden kann.
3. Die richtige Ausrüstung
Gerade am Anfang ist Nähen kein günstiges Hobby, man sieht so viele tolle Sachen, wo man denkt „man braucht sie alle“. Das ist aber gar nicht so. Für den Einstieg reicht eine solide Nähmaschine, eine Stoffschere, ein Zauberstift um Sachen auf dem Stoff anzuzeichnen und Stecknadeln. Für mich sind außerdem eine Schneidematte (investiert am besten gleich in eine größere, ihr werdet sie schnell haben wollen :)), ein Rollschneider und 1-2 Patchworklineale wichtig.
Den Rollschneider benutze ich für alle kleinen Schnittmuster, Taschen, natürlich für Patchworkarbeiten und für Kinderkleidung – also alles, was noch auf die Schneidematte passt. Ansonsten wird die Schere benutzt :)
Mehr braucht man meiner Meinung nach nicht am Anfang.
4. Benutze niemals deine Stoffschere für Papier
Sie wird stumpf. Sehr schnell. Quasi schon beim ersten Schneiden mit Papier. Ja, das ist leider wirklich so :)
5. Womit man anfängt
Die meisten werden mit Stoffen aus Baumwolle anfangen – und das ist genau richtig finde ich. Baumwolle ist im Gegensatz zu Jersey oder Sweat mit einer normalen Nähmaschine bedeutend einfach zu nähen. Tolle Einsteigerprojekte sind zum Beispiel Körbe, Handytaschen, kleine Täschchen ohne Reißverschluss oder Schlüsselanhänger. Der Vorteil ist, dass man diese Sachen auch wirklich nutzt :)
6. Schnell Erfolge erzielen – mit den richtigen Anleitungen
Die Welt der kostenlosen E-Books ist nahezu endlos. Trotzdem empfehle ich gerade Anfängern E-Books zu kaufen. Warum? Naja es hat meistens einen Grund, warum E-Books kostenlos sind ;) Die Anleitungen sind meist nicht so ausführlich beschrieben und nicht ganz so reich bebildert. Da haben Kauf-E-Books den Vorteil, dass die umfangreicher sind und man beim Anbieter auch noch mal nachfragen kann, wenn etwas unklar ist. Daher lieber 3-4 E-Books kaufen, anstatt sich wahllos 20 kostenlose runter zuladen und sie dann doch nie zu nähen.
7. Wer billig kauft, kauft zweimal
Leider ist dieser Spruch bei manchen Dingen in der Nähwelt seeeehr wahr. Versucht nach Möglichkeit keine No-Name Nähmaschine vom Discounter zu kaufen, sondern dann lieber bei eBay nach einer Gebrauchten suchen. Das Nähvergnügen steigert sich um 100% – versprochen :) Nichts nervt mehr, als wenn der Faden ständig verheddert, die Nadel abbricht oder der Faden reißt. Auch beim Garn sollte man bitte nicht auf die Nähkits beim Discounter zurückgreifen. Jede Fadenspule die ich dort bisher gesehen habe war totaler Mist. So ein Faden kann gar nicht lange halten und euer mit Mühe zusammengenähtes Täschchen fällt vielleicht bald schon auseinander. Hier also lieber in „ordentliche“ Sachen investieren, soweit es das Konto hergibt.
8. Was tun, wenn eine Naht nicht schön aussieht
Eine Frage die ich von ALLEN Freundinnen schon mal bekommen habe, die sich beim Nähen probiert haben: Was mache ich falsch, die Naht sieht so komisch aus?
In den meisten Fällen wird der Oberfaden schon neu eingefädelt worden sein, wenn die Oberseite der Naht komisch aussieht und der Unterfaden, wenn die Naht auf der Rückseite komisch aussieht. Das ist meistens FALSCH. Es ist in 90% der Oberfaden, wenn die Unterseite bescheiden aussieht und umgekehrt. Hätte ich das am Anfang gewusst, mir wären so einige Abende mit lautem Fluchen erspart geblieben.
Ich hoffe ich konnte euch, solltet ihr Nähanfänger sein, ein bisschen weiterhelfen :)
Ganz liebe Grüße,
Ricarda




