Morgen geht es los Richtung Frankfurt und von dort aus am nächsten Tag weiter nach Israel.
Ich war lange nicht mehr so aufgeregt vor einer Reise.
Warum eigentlich?
Ich denke, es ist eine Mischung aus dem neuen Land und der neuen Aufgabe, der komplett fremden Religion und freudiger Erwartung.
Die Reise nach Israel ist eine Fotoreise, nicht meine erste wie ihr vielleicht wisst (Vietnam Teil 1, Vietnam Teil 2, Schottland oder auch Frankreich), aber die erste wo ich einen gewissen Leistungsdruck mir gegenüber verspüre (und genau das wird es am Ende wahrscheinlich sein, was mir gehörig den Kopf waschen wird).
Wir werden lernen – hoffentlich – wie man eine Reportage fotografiert. Bereits gestern haben wir die Bildunterschriften für die einzelnen Tage und Stationen bekommen und noch bin ich hin und her gerissen, wie viel ich mich heute Nacht, wenn ich nach Hause komme, vorab informieren soll oder ob ich alles entspannt auf mich zukommen lasse.
Der Trip wird jede Menge Abwechslung bereit halten. Jerusalem – Bethlehem – Hebron – Totes Meer – En Avdat – Eilat. Von Kultur und Religion über Wüste bis Meer wird alles vertreten sein. Ich freue mich jetzt schon auf die Vielfalt der einzelnen Tage.
Nahezu jeden Abend wird es eine Bildbesprechung zu den einzelnen Aufgaben geben, da wird nicht viel Zeit sein für die Bildauswahl und -bearbeitung. Und wenn ich an meine letzte Bildbesprechung mit Steffen in Vietnam zurückdenke… Dann wird und muss das dieses Mal definitiv anders werden, denn ich kann schlecht jeden Tag heulend und emotional völlig aufgewühlt ins Bett gehen.
Aber sollte es doch so kommen, dann ist das halt so. Annehmen und loslassen – ein Thema, was ich seit Jahren versuche zu lernen.
Bald geht es also los, die letzten Stunden im Büro sind angebrochen und meine Sachen sind schon fast fertig gepackt. Selbst das hat mich dieses Mal bereits ins Schleudern gebracht, denn die Vorgabe war deutlich: “ Passt Eure Kleidung und Euer Verhalten den lokalen Gepflogenheiten an, vor allem in und um Jerusalem, überhaupt sind knallige Farben eher kontraproduktiv und ziehen die Aufmerksamkeit zu stark auf Euch“.
Ähm ja… ich glaube ich habe alle schwarzen und grauen Pullis mitgenommen, die ich besitze, damit es nicht bunt wird.
Nach wie vor bereitet mir das Thema Menschen in ihrem normalen Umfeld – ungefragt – zu fotografieren Unbehagen. Das muss auf dieser Reise definitiv abgelegt werden, denn ansonsten werden die Bilder unglaublich langweilig werden. Ich würde behaupten, dass ich mittlerweile weiß, wie man schöne Landschaften fotografiert, aber optisch „schön“ im klassischen Sinne wird vieles auf dieser Reise wahrscheinlich nicht werden.
Hinzu kommt, dass ich es teilweise (je nach Land) auch nach wie vor als blonde Frau schwierig finde ganz ins Geschehen einzutauchen. Nicht zu freundlich, nicht zu distanziert, auf keinen Fall auffallen wollen, beobachten und trotzdem dabei sein. All diese Gedanken muss ich lernen auszuschalten, um die Fotos machen zu können, die ich mir jetzt vielleicht noch nicht einmal vorstellen kann… Ich erwähnte bereits, dass ich es gut schaffe, mich da selber unter Druck zu setzen, oder? :)
Ja ich bin aufgeregt und freue mich sehr, mir selber diese Aufgabe gestellt zu haben. Drückt mir die Daumen, dass ich in 10 Tagen mit jeder Menge Bilder für euch zurück komme, die das Leben in Israel zeigen, mit all seinen Facetten.
Liebste Grüße,
Ricarda
Wer die Reise übrigens ein bisschen live miterleben möchte – auf Instagram nehme ich euch bestimmt wieder etwas mit.

