Wie spektakulär muss ein Blog sein?

Ich bin über 2 Wochen aus dem Urlaub wieder da. Habe das aktuelle Schnittmuster online gestellt, Packendes ist verschickt – das Business ist also wieder im Gleichgewicht. Nun muss hier im Blog die nächste große Nummer kommen. Ein mega einfaches, aber inspirierendes DIY, ein Nähtutorial, ein Reisebericht, Kameratipps oder wenigstens ein neues Rezept. Irgendetwas spektakuläres. Ich möchte euch ja etwas präsentieren, was euch von Nutzen ist.

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Mein Blog ist auch mein Business. Mittlerweile. Gewachsen. Ungeplant. Irgendwie so entstanden. Und es ist einer der tollsten Jobs die ich mir zu Abizeiten noch nicht einmal hätte vorstellen können. Noch keine 30 und schon relativ unabhängig wo und wann ich arbeite. Auch wenn es oft viel ist und das Einkommen auch nicht so bombastisch ist wie bei Freunden in großen Konzernen im selben Alter, ich habe trotzdem das große Los gezogen. Aus meiner Sicht.

Zurück zum Business. In meinem Kopf ist das so: Ich möchte euch hier nur tolle und grandiose Dinge zeigen. Wenn es nichts zu sagen gibt, schweige ich lieber eine Woche und schreibe nichts. Es ist mir wichtig, dass jeder Artikel für euch einen Mehrwert hat. Jeder. Denn nur dank euch bin ich überhaupt in der Lage, meine Selbstständigkeit zu leben. Es ist ein Geben und Nehmen, was mir Spaß bringt.

Eben gerade saß ich im Auto auf dem Weg nach Hause. Der Tag war emotional nicht der leichteste und mein Kopf war bei dem Gedanken, dass heute schon Mittwoch ist und ich noch nicht gebloggt habe. Die nächsten großen Ideen sind zwar schon im Kopf, aber nicht so eben aus dem Ärmel geschüttelt, als dass ich damit in den nächsten Tagen aufwarten kann.

Wie war das noch mal in den Anfängen des Bloggens? Aufs Sofa und die ersten Beiträge angeschaut. Hui, was waren das damals für Fotos. Und die Texte – verbesserungswürdig.

Aber ich hatte eins: Spaß. Und ich glaube genau das ist der Grund, warum dieser Blog gewachsen ist und heute da ist, wo er eben ist. Ich war mit ganzem Herzen dabei, hatte Spaß und so viel Leichtigkeit dabei. Keine Kooperationspartner, keine Schnittmuster oder Päckchen saßen mir im Nacken. Kein Mieter, keine Lebensmittelrechnung und keine Versicherung. Das alles hat man gemerkt, das habt hoffentlich ihr gemerkt und daher seid ihr hierher gekommen und seid vielleicht geblieben.

Damals hat man noch nicht nach rechts und links zu Bloggerkollegen geschaut. Es gab noch nicht so viele Blogs. Facebookfanseiten waren eine Seltenheit und von Instagram und Pinterest hatte ich noch nicht einmal etwas gehört. Heute stürmen immer mehr Reize auf einen ein. den ganzen Tag sieht man tolle Super-leckere-Rezepte-mit-wenig-Kalorien und die-10-besten-DIY-Ideen-für-den-Frühling. Oh man – ich bin im Zugzwang! Oder?

Dieses Jahr steht für mich sehr im Zeichen von Achtsamkeit. Und damit mache ich im Blog weiter. Ich werde wieder mehr dazu übergehen, hier einfach Dinge zu posten, weil ich sie interessant und spannend finde, weil ich euch etwas zeigen will, und sei es nur die selbstgenähte kleine Tasche. Nicht besonderes, aber schön. Mehr drauflos schreiben. Bilder posten, die nicht so lange bearbeitet wurden, bis sie aus einem Katalog stammen könnten. Und vielleicht gibt es auch nur ein Bild. So wie mein spontanes Titelbild hier, heute Morgen beim Frühstück aufgenommen.

Zu sagen, dass man einen Blog nur für sich schreibt, fand ich schon immer Quatsch. Dann würde ich eine Tagebuch schreiben. Man schreibt immer auch ein Stück für die Leute da draußen. Aber eben nicht nur. Irgendwann kann es als Blogger passieren, dass man sich da ein bisschen verliert und sich fragt, was der Leser denn eigentlich lesen möchte. So habe ich am Anfang nicht gedacht. Ich war so stolz, dass ich etwas genäht hatte, ich wollte es einfach meinen 30 Lesern zeigen und war so begeistert, dass es die Möglichkeit dazu gab. Heute kann es schon vorkommen, dass ich mich frage, was ihr gerade lesen wollt. Aber da ist es mir wieder eingefallen. Ihr wollt einfach mich lesen. Kein Magazin, kein Hochglanz, kein zu hundert Prozent durchgestylt. Einfach nur Pech&Schwefel.

Kurz habe ich überlegt, ob ich diesen Post veröffentliche oder doch lösche. Aber warum? Das bin doch ich. Und mein Blog. Nicht mehr und nicht weniger.

Liebste Grüße,
Ricarda

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