Als Blogger eine Woche ohne Internet arbeiten – oder auch: Wann kriege ich das erste Mal hektische Flecken und will das Wlan anschalten

Zunächst einmal: Danke, dass ihr meine Leser seid! Eure Kommentare zum letzten Post waren so lieb und haben mir den einen oder anderen Stein von der Seele genommen. Yes!

Hochmotiviert geht es weiter. Und zwar mit der größten Challenge, die ich mir auferlegen kann. Ich mache eine Woche ohne Internet. Nicht im Urlaub. Zuhause, während ich arbeite.
1 Jahr lang nicht Shoppen? Tssss – Kinderkram dagegen!

eine-woche-ohne-Internet

Okay stop, das kann doch gar nicht im Arbeitsalltag funktionieren!

Aber selbst im Urlaub habe ich gemerkt – ganz ohne Handy geht es nicht.
Hey, ich will nur kurz gucken, was es auf Insta Neues gibt.
Wie geht es meinen Freunden in der Heimat? Schnell auf Facebook gewesen.
Oh, eine neue Whatsapp – kurz gucken.

Ich war im Urlaub und merkte selber, dass der kleine Suchti in mir ohne Handy unruhig wurde. War das Handy auf dem Zimmer, war es den halben Tag ohne ganz gut. War das Handy allerdings in meiner Strandtasche (und war gleichzeitig meine Uhr für die Behandlungstermine), war der innere Zwang häufig sehr stark, nur mal kurz zu gucken.

Im Alltag sieht es natürlich nicht viel besser aus. Irgendwann hatte ich mir mal eine App installiert, die mir sagt, wie oft ich am Tag das Handy entsperrt habe. Ich glaube mein Rekord lag bei 73 Mal am Tag! Das fand ich fast noch wenig und war erleichtert, dass es nicht noch mehr war. Hä? Merkst selber Ricarda, oder? Das ist viel zu viel! Mal davon abgesehen, dass ich auch noch Stunden am Laptop und iMac sitze.
Auch abends bin ich viel zu viel am PC, will vielleicht noch eine Sache nachgucken und war am Ende nur sinnlos auf YouTube, Pinterest und anderen Seiten unterwegs, wo ich vermeintlich interessante Artikel gelesen habe, nur um mich noch ein bisschen weiter zu beschäftigen

Von meiner Produktivität bei der Arbeit mal ganz abgesehen.
Facebook ist ja immer im Hintergrund offen. Schon beruflich.
Aber auch wenn die Freundin schreibt.
Oh, in einer Nähgruppe hat jemand was süßes genäht, schnell einen Kommentar hinterlassen.
Neue Ergebnisse in meiner Probenähgruppe, muss ich sofort sehen. Ja sofort. Nicht gleich, wenn ich die Mail an den Steuerberater zu Ende geschrieben habe.
Ach ja, nach einer Yogareise wollte ich ja auch noch gucken. Nur 3 Minuten. Oh, den Anbieter kenne ich noch nicht.

Klick. Klick. Klick, klick, klick.

Wie jetzt? Wo sind die letzten 20 Minuten hin. Ich merke, dass meine Produktivität sich drastisch in der folgenden Woche steigern könnte.

Aber was passiert, wenn der Kunde/Follower mal nicht innerhalb der nächsten 5 Minuten eine Antwort erhält, sondern einen halben Tag warten muss? Natürlich gibt es die Personen, die dann laut schreien „Hallo, warum antwortet Du mir nicht. LG“ – aber das sind eher die Leute, die abends um 21:30 schreiben und sich am nächsten Tag um 8 Uhr morgens wundern, warum man noch nicht geantwortet hat. Weil wir in der selben Zeitzone leben, möchte ich manchmal antworten. Tue ich natürlich nicht. Also bis auf ein bis zwei Ausnahmen alles kein Drama. Theoretisch.

Aber gut, ich kann nun nicht eine Woche vor dem Rechner ohne Internet sitzen und Däumchen drehen oder nur Bilder bearbeiten. Onliner ohne online zu sein funktioniert irgendwie nicht. Also musste eine Regel für mich her. Es wird nicht komplett verzichtet. Man sollte sich ja auch ein Ziel setzen, was man vielleicht auch in der Zukunft ähnlich praktizieren könnte. Ist bei Diäten ja nicht anders, da ist es auch nicht gesund eine Woche lang nichts zu essen, um dann sich wieder mit Eis und co das Gewicht an zu futtern.

Ich werde ingesamt eine Stunde am Tag online sein. Die eine Hälfte vormittags, die andere Hälfte nachmittags. In der Zeit kann ich die wichtigsten Mails beantworten, Beiträge auf Facebook planen und vielleicht mal ein Instagrambild hochladen. Auch alle Whatsapp können dort beantwortet werden und wenn ich etwas googeln muss, dann muss das bis dahin warten. Ebenso die Wetterapp wird nur dann schnell gecheckt, man könnte ja auch mal wieder die Balkontür aufmachen um zu fühlen, wie warm oder kalt es ist. Alles was Internet benötigt bleibt sonst aus.

Einzige Ausnahme: Wenn ich einen Blogartikel schreiben möchte, öffne ich WordPress, alles andere bleibt allerdings zu.

Erste Hürde: Kann ich beim iPhone eigentlich einstellen, dass das komplette Internet aus ist, ohne dass ich es in den Flugmodus schalte? Anrufe und SMS (was waren noch mal SMS?) sind immerhin in Ordnung. Ich sehe, es wird eine harte Woche. Sonntag geht es los – sozusagen als Eingewöhnung.

Wie es mir ergangen ist, wann die ersten Schweißausbrüche kamen und ob ich es wirklich durchhalte… Lest ihr demnächst hier.

Liebste Grüße,
Ricarda

Nach oben scrollen