Nachhaltigkeit im Bad – ein Blick in meinen Badezimmerschrank

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Das Thema Nachhaltigkeit wird in unserer Gesellschaft leider oft als so schwierig dargestellt, oder von und Menschen schwierig gemacht.
Dabei ist es im Kleinen oft so einfach und schnell umgesetzt, daher möchte ich euch heute einen Einblick in meine Pflegeprodukte geben, die ich – meist – Tag für Tag benutze.

Zunächst einmal, man muss nicht gleich sein gesamtes Pflege- und Beautysortiment umstellen. Ich finde Menschen, die solche Sachen immer nur in schwarz oder weiß sehen ganz furchtbar anstrengend. Genauso übrigens wie Vegetarier oder Veganer, die sich laut beschweren, wenn jemand zum Beispiel einmal in der Woche Fleisch ist… Ja, das ist vielleicht nicht optimal, aber doch deutlich besser, als wenn derjenige jeden Tag Fleisch essen würde, das ist doch auch schon einmal ein Anfang. Und sind wir mal ehrlich, wenn viele Vegetarier sich mal anschauen wo die Avocados usw. herkommen, dass das auch nicht gut für die Umwelt ist… Man merkt, wie man es macht, es ist nicht einfach. Aber ich finde, dass man sich gerade dadurch nicht entmutigen lassen sollte, sondern einfach irgendwo anfangen sollte und dann Stück für Stück weiter macht, wenn man die Energie dafür hat. Habe ich nämlich auch nicht immer.

Zurück zu meinem Badezimmer. Ich gehöre nicht (mehr) zu den Frauen, die tausende Produkte im Schrank stehen haben müssen. Ich mag es eigentlich sehr aufgeräumt und reduziert mit immer den selben Produkten, die hin und wieder vielleicht Alternativen weichen dürfen. Dennoch ist mein Schrank nicht so leer wie ich es gerne hätte, gerade durch viele kleine, liebe Geschenke um die Weihnachtszeit ziehen oft Produkte ein, die ich mir privat nicht gekauft hätte.
Was mache ich also mit diesen Produkten bzw. mit Sachen die noch übrig geblieben sind? Wegschmeißen finde ich eine schlechte Option, weil man damit nur noch mehr Abfall produziert. Also verschenke ich ab und zu Dinge weiter oder brauche sie auf, bevor ich mir neue, nachhaltigere Produkte hole.

Nun aber zu den konkreten Produkten.

Nachhaltiges Deo

Mein Deo mit Aluminium musste als erstes damals weichen. Als Alternative für die ungesunden Deos benutze ich mittlerweile selbstgemachtes Deo, was ich auf Reisen allerdings eher weniger praktisch finde. Daher habe ich auch noch das Deo von Soapwalla Zuhause, habe allerdings vor kurzem das feste Deo von Ponyhütchen ausprobiert und war sehr begeistert, weil es auch so toll riecht. Ich denke, dass das mein bevorzugtes Deo sein wird. Außerdem habe ich in meinem Kulturbeutel immer noch das Deo von Lamazuna, was ein festes Deo ist und damit auch mit ins Handgepäck darf. Man feuchtet es mit Wasser an und reibt es als Block über die Haut. Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, da sind die beiden anderen Deos, die als (feste) Cremes daher kommen vielleicht schon eher eine Alternative.
Alle 4 Deos (wenn man mein selbst gemachtes mitzählt) kann ich persönlich uneingeschränkt empfehlen, wobei die von Ponyhütchen aktuell mein Favorit ist.
Die Haut braucht vielleicht ein paar Wochen, bis sie sich umgestellt hat, aber ich benutze seit Jahren keine anderen Deos mehr, auch im Hochsommer oder beim Yoga.

Nachhaltiges Shampoo

Als nächstes war mein Shampoo dran, denn die ganzen Silikone die damit auf die Haut gekommen sind und ins Wasser geflossen sind… Brrr.
Ja, Shampoos mit Silikonen machen die Haare zwar scheinbar schön weich, aber das ist nur ein Trugschluss. Mein Shampoo zu wechseln war übrigens die größte Herausforderung, denn meine Haare fetten eher schnell nach und brauchen aber trotzdem eine gewisse Pflege, weil ich mir regelmäßig Strähnchen machen lasse (und ja, das ist auch nicht gut für die Umwelt, I know und ja, meine Friseurin wäscht mir somit auch alle paar Monate meine Haare mit einem normalen Shampoo die Haare, aber ich wie ich schon gesagt habe – das Ganze soll ja für jeden praktikabel sein).
Wie ihr vielleicht noch wisst, habe ich es mit der natürlichsten Art versucht und einige Wochen meine Haare mit Roggenmehl gewaschen. Wie das geendet wisst ihr, ich habe mich super unwohl gefühlt und meine Haare sahen einfach furchtbar aus.
Also habe ich mich an verschiedene feste Shampoos getraut und herum getestet. Der größte Nachteil bei den festen Shampoos ist, dass sie nicht richtig schäumen und sich das erst einmal total merkwürdig anfühlt – als ob die Haare nicht wirklich sauber werden. Auch braucht man ein bisschen mehr Zeit beim Haare waschen, da man das feste Shampoo überall gut verteilen muss.

Mittlerweile habe ich auch hier mein absolutes Lieblingsshampoo gefunden, das feste Shampoo von Jolu (Zitrone-Orange). Es schäumte ein wenig mehr als andere feste Shampoos, ist super schön klein und kann in einer kleinen Dose aufbewahrt werden, was ideal zum Reisen ist. So ein Shampoo hält bei mir ca… 8 Wochen (ohne je genau auf den Zeitraum geachtet zu haben, sorry) und ich mag es wirklich sehr!
Aktuell benutze ich mal von Ponyhütchen das feste Shampoo, was für Einsteiger ideal ist, da es deutlich mehr schäumt als die anderen festen Shampoos, die ich ausprobiert habe, allerdings ist es mir für Reisen etwas zu groß und meine Haare mögen das andere Shampoo einfach etwas mehr. Aber das wird Geschmackssache sein und muss einfach ausprobiert werden.

Pflege für die Haare

Anstatt normalen Conditioner benutze ich ca alle ein bis zwei Wochen eine Essigspülung, dafür wird einfach ein sehr großzügiger Schluck Apfelessig in ca. 300 ml kaltes Wasser gegeben und nach dem Haare waschen die Haare damit einmal abgespült. Entweder man lässt die Haare dann so oder wer den Geruch nicht mag, der spült noch normales kaltes Wasser hinterher. So oder so, der Geruch verfliegt nach kurzer Zeit und die Haare riechen nicht nach Essig, versprochen. :)
Der Unterschied ist wirklich groß, ob man die Haare mit der Spülung pflegt oder nicht.
Wenn ihr sehr trockenes Haar habt, gebt hin und wieder etwas Kokosöl in die Spitzen, das pflegt die Haare ganz hervorragend.
Diese Haarroutine habe ich jetzt seit ca 2 Jahren und bin sehr von ihr überzeugt.

Pflege beim Duschen

Zum Duschen nehme ich aktuell noch normales Duschgel, was aufgebraucht werden muss, danach steht aber schon ganz normale Seife bereit, die das dann ersetzen wird. So einfach ist das.

Gesichtsreinigung

Kommen wir zum Thema Gesichtsreinigung – dort habe ich früher Wattepads und Reinigungsmilch benutzt, seit auch ca. 2 Jahren benutze ich nur noch Mikrofasertücher, die man auch zum Putzen verwendet (also natürlich nicht genau die, schon klar, oder? :)). Ich habe zwar schon einmal gehört, dass auch das nicht die ideale Lösung sein soll, weil in den Tüchern angeblich auch Mikroplastikpartikel sein sollen (ich habe mich damit noch nicht weiter beschäftigt) aber für mich ist es aktuell immer noch die beste Alternative. Ein Tuch benutze ich ca eine Woche, danach kommt es in die Wäsche. Ich brauche nur etwas warmes Wasser und auch auf Reisen, wie in Vietnam oder in Marokko fand ich diese Art der Abschminktücher super praktisch. Alles Make Up geht gut weg, auch an den Augen und meine Haut ist weniger trocken als damals, als ich noch die Pads und ein spezielles Abschminkprodukt benutzt habe.

Körpercreme und -öl

Normale Creme benutze ich für den Körper auch nur noch selten und brauche nach und nach die Reste auf, die ich noch Zuhause habe. Lieber nehme ich das Trockenöl von Cattier oder manchmal auch das Johanniskrautöl von Primavera, obwohl ich das von Cattier in der Anwendung besser finde. Ein wenig müssen aber beide Öle einziehen, bevor man sich danach anziehen kann.
Ansonsten liebe ich aktuell auch sehr das Shea Mousse von Ponyhütchen, gerade meine Füße und meine Schienbeine sind aktuell recht trocken und die Haut wird damit super schön weich.
Auch die feste Handcreme von Ponyhütchen mag ich sehr und benutze sie auch manchmal für den Körper, gerade wenn ich für ein Wochenende unterwegs bin.

Menstruationstasse statt Tampons

Wie sich bei Frauen während der Periode Müll vermeiden lässt, habe ich schon einmal in diesem Artikel zum Thema Menstruationstassen geschrieben.  Auch wenn dies ein sehr privates Thema ist, finde ich es ganz natürlich und auch unglaublich wichtig, dass wir Frauen darüber reden können.
Nach fast 2 Jahren mit der Tasse muss ich sagen, dass ich restlos begeistert bin und aktuell nie wieder normale Tampons nehmen wollen würde. Gerade auf Reisen, wie im Yogaurlaub in Marokko oder auch in Vietnam fand ich den Umgang mit der Tasse viel angenehmer und einfacher, als es mit Tampons gewesen wäre. Von der Müllvermeidung mal ganz abgesehen.

Bei der Kosmetik muss ich mich in nächster Zeit mal genauer informieren und auch dort nach und nach meine Sachen umstellen. Auch habe ich immer noch die die ideale, nachhaltige Gesichtscreme für mich entdeckt, aber das wird kommen, ich mache mir da zum Glück keinen Stress mehr. Am Anfang dachte ich nämlich noch, ich müsse von heute auf morgen alles ändern, besser machen, habe mich noch mehr informiert, wurde immer frustrierter und wusste irgendwann kaum noch, wo ich anfangen sollte. Einfach Schritt für Schritt, dann wird das schon.

Ich hoffe, dass euch der Artikel gefallen hat, liegt mir dieses Thema sehr am Herzen und ich finde, dass man so einfach nach und nach seine Routine umstellen kann, einfach dadurch, dass man nur ein anderes Produkt kauft und eigentlich keinen Aufwand damit hat!
Das selbe gilt natürlich für den ganzen Haushalt, nicht nur fürs Badezimmer.

Wenn ihr Tipps oder interessante Links zu diesem Thema habt, postet sie sehr gern in den Kommentaren.

Liebste Grüße,
Ricarda

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