Okay, der Titel des Posts mag verwirrend klingen. Die Auflösung ist ganz einfach – letztens beim Aufräumen meiner Festplatte ist mir aufgefallen, dass es immer noch ein paar genähte Sachen gibt, die ich euch eigentlich schon lange zeigen wollte und dabei fiel mir auf, dass diese Fotos letztes Jahr im Spätfrühling entstanden sind, als ich versucht habe, meine Haare nicht mehr mit normalen Shampoo zu waschen.
Kein Shampoo zu benutzten, oder auch No Poo genannt, hatte ich zuvor bereits auf zahlreichen Blogs gelesen.
Warum man das ausprobiert? Die meisten Shampoos enthalten jede Menge Silikone – desto weicher das Haar, desto mehr Chemie und Silikone sind in der Regel in den Shampoos. Das ist auf Dauert nicht nur für die Haare schlecht, sondern auch für unsere Umwelt. Was da alles in die Abflüsse kommt, mag man sich gar nicht vorstellen.
Nun denn, ich wollte ausprobieren, ob es auch ohne geht und bin kläglich gescheitert.
Haare waschen mit Roggenmehl
Roggenmehl? Ja, Roggenmehl. Wichtig ist, dass es wirklich Roggenmehl ist, denn anderes Mehl klumpt zu sehr und hinterlässt Rückstände in den Haaren und kann auch die Dusche verstopfen. Ca. 1 EL Mehl (je nach Haarlänge) wird mit Wasser vermengt, bis eine schön matschige Pampe entsteht. Diese wird in das nasse Haar einmassiert – wo bei mir schon das erste Problem los ging. Shampoos schäumen so schön, weil herrlich viel Chemie drinnen ist. Dementsprechend tut sich bei Mehl nichts. Nada. Die Masse in den Haaren zu verteilen ist dementsprechend schwierig und bedarf einiger Zeit um die einzelnen Haarpartien abzuteilen, damit überall Mehl hinkommt. Bis dahin stand ich jedes mal frierend unter der Dusche und ich hasse sowieso das Gefühl von nassen, kalten, tropfenden Haaren an meinem Rücken. Nun denn, wenn einmal alles eingemehlt ist, nur noch ausspülen – fertig.
So die Theorie.
Das Haar braucht natürlich etwas, bis es sich an die neue Pflege gewöhnt hat. Die ganzen Silikone müssen erst einmal raus und man kann es sich vorstellen, die Haare danken es erst einmal nicht. Kein bisschen.
Aber selbst nach 4 Wochen waren meine Haare noch weit entfernt von „locker und leicht“ und sahen nach wie vor eher nach „einen Tag zu lange nicht gewaschen aus“ – obwohl ich frisch gewaschen aus dem Badezimmer kam. In dieser Zeit entstanden auch diese Fotos und ich sage euch, ich habe einige Zeit an Photoshop gesessen, bis die Haare auf den Fotos nicht mehr ungewaschen aussahen!
Ich bewundere jeden, der es schafft, sich nur mit Mehl die Haare zu waschen, manche Leute verzichten sogar ganz auf Reinigungsmittel und benutzen nur Wasser und haben dabei wunderschönes Haar. Mein Neid ist diesen Menschen sicher. :)
Im Anschluss habe ich noch verschiedene Varianten ausprobiert, ich wollte wirklich auf normales Shampoo verzichten. Heilerde und Natron wurde ausprobiert, aber auch das war nichts für mich. Danach wurde Haarseife probiert. Die Haare wurden sauber, es schäumte sogar ein bisschen aber nach ein paar Wochen fühlen die Haare sich immer etwas glitschig nach dem Waschen an.
Der nächste Versuch führte mich zu festem Shampoo, welches ich nach wie vor ganz gut finde, allerdings schäumt auch das nahezu gar nicht und es ist auch nicht so super ergiebig, im Verhältnis zum Preis (wobei ich vorher Shmapoos benutzt habe, die teilweise deutlich teurer waren!), dennoch mag ich das Shampoo für Reisen immer noch sehr gerne, weil es mit ins Handgepäck darf und auch das feste Deo von der Firma kann ich empfehlen.
Schnittmuster: Madeira
Am Ende teste ich mich jetzt durch Shampoos verschiedener Drogerien, allerdings achte ich auf die Inhaltsstoffe und erkundige mich vorher per Codecheck App, ob Silikone usw drinnen sind. Denn sind wir mal ehrlich – um alle Inhaltsstoffe zu entziffern, müsste man ein Wörterbuch dabei haben. So kann ich ohne langes Suchen schauen, ob das Shampoo „grün“ ist oder nicht. Allerdings muss ich gestehen, würde ich nach wie vor gerne auf Seife umsteigen, eine die etwas schäumt aber trotzdem gut für die Umwelt ist. Habt ihr da vielleicht Tipps für eher schnell fettendes Haar?
Was aus der Zeit mit dem Mehl aber hängen geblieben ist. Ich nehme keine Spülungen mehr. Meine Haare spüle ich hin und wieder mit kalten Wasser und einen großzügigen Schuss Apfelessig am Ende der Dusche. Das war beim Mehlshampoo auch immer dringend nötig, weil die Haare bei mir immer ziemlich verzottelt waren. Mit dem Apfelessig werden die Haare super weich und ganz toll kämmbar. Und nein, man riecht nicht nach Essig, der Duft verfliegt ganz schnell, gerade wenn man die Haare nach der Spülung noch einmal mit Wasser ausspült. Das kann ich also wirklich jedem empfehlen, als Alternative zu Chemiebomben bei Spülungen.
Am Ende werde ich auch dieses Jahr versuchen, nach und nach die „bösen“ Sachen aus unserem Haushalt zu entfernen. Nicht auf einmal, aber immer wenn etwas aufgebraucht ist schaue ich mich nach Alternativen um, wie letztes Jahr beim Deo oder Waschmittel aus Kastanien. So ist es nicht stressig und ich tue nach und nach etwas mehr für unsere Umwelt.
Liebste Grüße,
Ricarda






