Hello ihr Lieben,
wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich vor ca. einem halben Jahr auf Mallorca eine Yogawoche gemacht habe und damit den Einstieg in die Yoga-Welt hatte. Seitdem teste ich mich ein wenig durch das Yogaangebot in Hamburg, habe Bigram-Yoga (nicht meins), Alstersteg-Yoga (die schönste Form für mich im Sommer Yoga zu machen) und Flying-Yoga (muss ich noch weiter testen) ausprobiert.
Letztes Wochenende war ich nun für 3 Tage in Sankt Peter Ording für ein Faszien-Yoga-Retreat. Und da ich selber gerne online über solche Dinge Berichte lese, lass ich euch heute an meinem Yogawochenende teilnehmen.
Donnerstag: 16 Uhr
Leicht genervt durch die lange, regnerische Autofahrt und noch unter Strom der Arbeitswoche, kommen meine Ma und ich im Das Kubatzki an. Das Hotel hat erst seit einem halben Jahr auf und ist extra auf die Bedürfnisse von Yogis ausgerichtet. Jeder andere darf natürlich auch gerne vorbei kommen :)
Bevor die nette Dame an der Rezeption ausgesprochen hat, bombardiere ich sie mit der nächsten Frage. Wo geht es zur Sauna? Wie ist das mit dem Abendessen? Wo ist der Yogaraum? Die Dame sagt nur gelassen und mit einem Schmunzeln „Das wollte ich ihnen gerade noch sagen, aber ich muss ja erstmal den Satz davor zu Ende sprechen.“ Ups, ich bin wohl noch in meinem Stressmodus.
Der erste Hotelgast kommt mir auf Socken entgegen und ich luschere vorsichtig um die Ecke, ob die anderen Gäste Schuhe tragen. Tun sie. Puh!
Die erste Yogastunde mit Nicole steht bereits am Nachmittag an (wer in der Nähe von Wedel wohnt, sollte sie unbedingt in ihrem Studio Elbyogis aufsuchen). Erst einmal ankommen. Yin Yoga praktizieren. Das bedeutet, dass alle Übungen besonders lange gehalten werden, über mehrere Minuten lang. Dehnen, ankommen und durchatmen ist die Devise und ich merke, dass mir die ein oder andere Träne während der Stunde über die Wange rollt, weil die Anspannung nachlässt. Wann habe ich das letzte Mal bewusst und tief geatmet?!
Freitag:
Der Tag beginnt mit der ersten Yogastunde, die die Faszien ansprechen wird. Faszien sind das Gewebe um die Muskeln herum. Ist man gestresst oder verspannt, verkleben die Faszien und man hat das Gefühl, dass die Muskeln ständig verspannt sind. Durch die Blackroll, eine kleine, leichte aber feste Rolle, sollen diese Verklebungen gelöst werden. Die Rolle kenne ich bereits von meiner Physiotherapie und ich weiß, dass das kleine unscheinbare Ding ganz schön fies sein kann. Ist es dann auch. Aber schön fies. Und das beste am Yoga ist ja, wenn der eigne Körper sagt „es reicht“ dann hört man einfach auf. Wenn jemand von euch zuhause so eine Rolle hat, soll er mit dieser mal bitte über die Außenseite der Oberschenkel rollen. Hui :)
Anschließend gibt es ein wirklich tolles Frühstück im Hotel. Die selbstgemachte Marmelade! Der Smoothie! Und der Spinat-Humus-Aufstrich! Leider geil :)
Anschließend steht mit meine Ma ein lange Strandspaziergang bei bestem Wetter an, die Sonne scheint, der Wind weht einen um die Nase… Glück kann so einfach sein!
Etwas erschöpft geht es in die abendliche Yogapraxis, die sich dem Rücken zuwendet. Hatte ich vorher noch leichten Muskelkater von den Dehnungen am Abend davor, werden diese wunderbar „ausgerollt“ und durch eine sanfte Yogastunde ergänzt.
Samstag:
Wir starten um 8 in die Yogastunde – puh ist das früh. Nicole macht uns schnell wach mit einer dynamischen Yogastunde für den Oberkörper. Die Rolle wir weniger eingesetzt, dafür machen wir viel für den Bauch, meine Lieblingsübungen – nicht :) Aber es nützt ja alles nichts, das faule Fleisch will bewegt werden. Am Ende der Yogastunde singen wir ca. 10 Minuten zur Musik das Mantra Ra Ma Da Sa Sa Say So Hung. Vor einigen Monaten wäre ich sofort aus den Raum gelaufen und auch jetzt fällt mir das mitsingen am Anfang schwer. Aber ich denke mir „kann ja nicht schaden“ und nach kurzer Zeit hat das Singen des Mantras eine sehr beruhigende Wirkung und ich lasse mich voll und ganz auf die Meditation ein. Und es fühlt sich gut an! Zuhause werde ich dennoch darauf vorerst verzichten ;)
Mittags vertrödle ich ein wenig die Zeit, was herrlich ist. Lese ein gutes Buch zu Ende und heule dabei Rotz und Wasser. So traurig und schön zugleich. Ich erkundige mich im Internet ein wenig über die verschiedenen Yogastile, die ich in den letzten Tagen erleben durfte und gehe ins Café, um diesen Blogpost zu schreiben. Bevor ich aus meinen Zimmer gehe, erwische ich mich bei dem Gedanken, dass ich am liebsten auf Socken nach unten gehen möchte. Hoppla! Hatte ich da vor 48 Stunden nicht noch einen irritierten Blick für? Okay ich ziehe mir Schuhe an, muss aber ein wenig schmunzeln.
In die Yogapraxis am Nachmittag komme ich irgendwie nicht wirklich rein. Ich bin müde und die Übungen sind mir alle irgendwie zu anstrengend – oder ich bin einfach gerade zu nörgelig :) Egal, auch das gehört dazu, das nicht jede Stunde so läuft wie man es gerne hätte. Dafür freue ich mich sehr, als es in die Endentspannung geht und ohne es zu wollen, bin ich nach wenigen Sekunden eingeschlafen.
Abends wird die Sauna im Kubatzki ausprobiert und ich sinke hinterher voller Freude ins Bett. Wie entspannend so ein Wochenende ist.
Sonntag:
Die letzte Yogapraxis steht an, wir starten dynamisch in den Tag und diese Praxis ist die wohl anstrengendste. Wir haben uns nach und nach gesteigert und Nicole hat das super gemacht! Sie ist auf die Bedürfnisse jeden Teilnehmers eingegangen, hat uns viel erklärt und informiert, was welche Atmung oder jener Griff nun im Körper auslöst und bewirkt. Das mag ich besonders gerne, wenn man mir noch erklärt, warum ich etwas gerade machen soll.
Auf dem Rückweg haben wir noch an einen zauberhaften Hofladen in Wesselburenerkoog halt gemacht, wo es günstig tolles Bio-Gemüse und -Obst gab. Gleich nebenan lädt ein kleines Café zum Verweilen ein. Kann ich euch sehr empfehlen, wenn ihr mal auf den Weg nach Sankt Peter-Ording aus Hamburg seid.
Auch wenn so ein Yoga Retreat nichts ganz günstig ist, es hat mir so viel gebracht. Nicht nur körperlich, sondern auch der Kopf ist viel freier und wieder aufnahmefähig für neue Ideen.
Ich bin gespannt. Ward ihr auch schon mal übers Wochenende zu einem Yogawochenende weg? Wenn ja wo? Ich bin ja schon auf der Suche für schöne Sachen im nächsten Jahr ;)
Liebste Grüße,
Ricarda
















