Fototipps am Freitag – Welches Objektiv brauche ich?


Ihr Lieben,

der Titel ist ein bisschen gemein, denn die Antwort auf die Frage lautet: Kommt darauf an.
Zum einen kommt es stark auf persönliche Vorlieben an, die man allerdings leider erst im Laufe seiner Spiegelreflexkamera erkennt, aber auf drei Dinge sollte man als Einsteiger achten.

Worauf es meiner Meinung nach ankommt:
1. Welche Kamera habt ihr?
2. Was gibt euer Budget her?
und am wichtigsten…
3. Was wollt ihr Fotografieren?

1. und 2. sind schnell abgehandelt.

Die Objektive sollten zu eurer Spiegelreflex passen. Damit meine ich jetzt nicht die Marke bzw. den Anschluss, sondern auch von der Technik. An eine 2000 Euro Kamera macht ein 100 Euro Objektiv wenig Sinn, genau wie ein 2000 Euro Objektiv an einem Body (das ist nur die Spiegelreflex ohne Objektiv) für 500 Euro nicht sein volles Potential ausschöpfen werden kann.
In beiden Fällen würde es einen Qualitätsverlust geben, der in meinen Augen unnötig ist. Ich würde zum Beispiel an meine Canon 650D (ähnliches Modell von Nikon in der gleichen Preisklasse ist zum Beispiel die D3300) kein Objektiv im vierstelligen Bereich anschließen, achte mittlerweile jedoch darauf, dass wenn ich mir mal einen neuen Body kaufen sollte, die jetzt gekauften Objektive noch passen.

Dann das Budget – machen wir uns nichts vor, fotografieren ist teuer – zumindest mit der Spiegelreflex… Und man wird gierig :) Reicht heute noch ein Objektiv für 300 Euro, schielt man in ein bis zwei Jahren auf „den großen Bruder“ des Objektives, der vielleicht 700 Euro kostet. Nicht schön :) Meine persönliche Regel lautet hier: Lieber ein halbes Jahr länger sparen und sich dann ein gutes Objektiv im mittleren Preissegment kaufen, als die „Billigversion“ für 100-200 Euro… Denn hier stimmt der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ leider viel zu oft weil ihr mit irgendetwas nicht zufrieden sein werdet. Der Autofokus arbeitet nicht so wie man möchte, die Bilder sind zu lichtschwach, zu unscharf… Da würde ich mich nicht mehr ärgern wollen.

Und nun zum wichtigsten Punkt: Das Motiv, also das was ihr fotografieren wollt, bestimmt auch die Art des Objektives, das ihr haben wollt.
Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht, das Objektiv was alles kann, alles abdeckt… Obwohl… Vielleicht wird irgendwo im mittleren vierstelligen Bereich so langsam etwas in der Richtung angeboten, aber wenn kann und will das als Hobbyfotograf bitte zahlen! (Und selbst dann braucht man immer noch mehr als ein Objektiv)

Hier meine zwei Objektive, die man als Einsteiger meiner Meinung nach haben sollte. Das ist natürlich völlig subjektiv, und der nächste wird euch möglicherweise etwas anderes erzählen, aber wenn meine beste Freundin mich heute fragen würde, welche beiden Objektive sie für den Einstieg braucht, würde ich sagen folgende:

Das solide, preislich gute All-round-Objektiv: Tamron 18-270mm

All-round stimmt hier zwar auch nur zu 80%, aber damit kann man schon eine ganze Menge abdecken. Und dürfte ich für einen Wochenendtrip nur ein Objektiv mitnehmen, wäre es wohl sehr wahrscheinlich das.
Seit fast 2 Jahren fotografiere ich mit dem Tamron, welches es sowohl mit Canon– als auch Nikon-Anschluss gibt.
Mit 18mm kann ich noch Weitwinkel abdecken, mit 270mm komme ich nah an Objekte ran, die weiter weg sind, um die 40-60mm macht man gute Portraitaufnahmen. Für zur Zeit 349 Euro ist das definitiv sehr empfehlenswert! Wer die technischen Daten haben will, kann sich natürlich gern im Internet erkundigen ;) Ich zeige euch lieber ein paar Bilder,  die ich mit dem Objektiv gemacht habe, damit ihr einen Eindruck bekommt, was für Bilder man mit dem Objektiv machen kann.

Okay beim nächsten wurde etwas mehr im Nachhinein bearbeitet und das Format wurde auch am PC geändert. Das Objektiv bleibt aber das Tamron :)

Meine zweite Empfehlung: Das Einsteiger-Festbrennweitenobjektiv 50mm

Bei Festbrennweiten gehen die Meinung auseinander, die einen lieben sie, die anderen können nichts mit ihnen anfangen (ja Schwesterherz, ich meine dich ;)), allerdings glaube ich, dass jeder der fotografieren lernen möchte und sich gern damit auseinandersetzt, Festbrennweitenobjektive lieben wird. Man kann mit ihnen zwar nicht zoomen, aber sie sind meist bedeutend lichtstärker als Zoomobjektive und die Bilder sehen einfach… Schärfer aus. Und man kann mehr mit dem unscharfen Bereich spielen. Meine Blogbilder mache ich zum Beispiel zu 95 Prozent mit Festbrennweitenobjektiven. Meine Empfehlung hier für den Einstieg ist das Canon 50mm 1,8 – ein unsagbares Preis-Leistungsverhältnis und das einzige Objektiv was ich für unter 100 Euro empfehlen würde! Das Gegenstück von Nikon wäre dieses hier.
Damit lassen sich einfach toll Portraits machen, Blogfotos wie von Produkten und Food, und allgemein Fotos bei wenig Licht.
Wer von dem Objektiv irgendwann ein Upgrade haben möchte, holt sich das Canon 50mm 1,4 – da kann man die Blende noch weiter öffnen. Wenn ihr euch fragt ob sich ein Upgrade lohnt – ich bin der Meinung ja!

Mit diesen beiden Objektiven habt ihr also schon eine Menge abgedeckt.

Solltet ihr jetzt zum Beispiel nur Landschaften fotografieren wollen, holt ihr euch natürlich kein 50mm Festbrennweiten Objektiv, genauso wenig Sinn würde ein Weitwinkelobjektiv machen, wenn ihr Makroaufnahmen machen wollt.

Fragt euch also immer zuerst: Was möchte ich fotografieren? Danach könnt ihr euch auf die Suche nach einem Objektiv machen :)

Für Landschaftsaufnahmen benutze ich das Weitwinkel von Sigma 10-20mm F4,0-5,6 (für Canon oder Nikon) was gerade bedeutend günstiger geworden ist wie ich sehe :) Hier ein paar Beispiele

Mein allerneustes Lieblingsobjektiv – ein wahres Wunschbaby – ist das Sigma 35mm F1,4 (für Canon oder Nikon) und ich liebe es! Meine neue Allzweckwaffe bei Personen-, Food-, und Dekofotos. Bei 50mm Objektiven muss man schon viel Platz haben, weil man weiter weg vom Objekt sein muss, wenn man zum Beispiel eine Person zu 2/3 auf das Foto haben möchte, oder 3-4 Personen. Da ist das 35mm doch besser zu geeignet, und ich finde, es macht unglaublich scharfe Aufnahmen und ist außerdem auch noch für Landschaftsaufnahmen geeignet!
Ich empfehle das Objektiv von Sigma, weil es preislich genau zwischen den beiden 35mm Objektiven von Canon liegt, aber von der Qualität fast an das teure Canonobjektiv ran reichen soll, was mal eben fast das doppelte kostet – guter Deal würd ich sagen…
Natürlich auch hier ein paar Beispiele :)

Und für mich ganz wichtig: Spart euch wirklich das Standardobjektiv (meist 18-55mm), was bei den Spiegelreflexkameras oft dabei ist! Ihr werdet es entweder niemals wieder benutzen oder keinen Spaß mit ihnen haben. Investiert die so gesparten 50 Euro lieber in ein anderes Objektiv.

So, was sind eure Traumobjektive? :) Nach oben gibt es bekanntlich keine Grenzen ;)

Ich hoffe, ich konnte euch eine kleine Empfehlung zu Objektiven geben.

Habt ein schönes Wochenende!

Liebste Grüße,
Ricarda

Die bisherigen Posts zu Fototipps am Freitag sind
Wie stelle ich meine Kamera manuell ein?
Was genau macht die Blende?
Was bedeuten die Zahlen auf einem Objektiv?

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