Mein Morgen – mehr Entschleunigung beim Aufstehen und Tipps für Deine persönliche Morgenroutine

Vor ein paar Wochen habe ich euch erzählt, dass ich meine Morgenroutine nach und nach umstelle. Ihr habt mich gefragt wie das bei mir aussieht. Natürlich erzähle ich euch gerne davon.

Zunächst einmal wie meine Morgenroutine letztes Jahr aussah

Gegen 6:45-7:15 aufstehen, den Wecker auf dem Handy ausmachen, das Handy aus dem Flugmodus erwecken, kurz mit noch halb geschlossenen Augen die Mails, Facebook, Instagram und ein paar Newsseiten gecheckt, irgendwann nach 20 Minuten aufgestanden – huch schon so spät – und mich ein bisschen im morgendlichen Kaffeetrinken, gleich den Laptop hochfahren, schon mal ein paar Mails beantworten und nebenbei Frühstück machen verloren. Dann das normale fertig machen, den 2. Kaffee hinterher, manchmal noch auf nüchternen Magen. Noch mal an den Rechner, es sind neue Mails reingekommen, schnell drauf gucken und dann irgendwann gehetzt ins Büro gefahren.

Was für ein Mist.

Meine neue Morgenroutine

Ich stehe um 5:45 auf (was etwas mit der ayurvedischen Lehre zu tun hat, muss also nichts für jedermann sein ;)) und lasse mein Handy erst einmal im Flugmodus. Noch 3-4 Minuten liegen bleiben, dann gehe ich direkt ins Bad und die Zunge wird gereinigt. Über Nacht scheiden wir jede Menge Giftstoffe aus, die sich unter anderem auch auf der Zunge ablegen. Im Anschluss kommt das Ölziehen. Dabei wird 1 Esslöffel Sesamöl für 10-15 Minuten zwischen die Zähne gezogen und man macht ganz normale Spülbewegungen wie nach dem Zähneputzen. Währenddessen lese ich meistens ein bisschen in einem Buch, was ich aktuell lese und schneide Ingwer klein, um ihn in einen Topf kochenden Wasser zu tun. Im Anschluss das Öl unbedingt ausspucken und im Hausmüll entsorgen!
Was das Ölziehen bringen soll? Auch hier sollen die Stoffe, die man in der Nacht produziert hat gebunden und entsorgt werden. Manche kennen das vielleicht vom Fasten. Ob es wirklich etwas bringt? Wer weiß, aber schaut euch mal das Öl vorher und hinter an – die Farbe und Konsistenz hat sich komplett verändert!
Nun meditiere ich 10-15 Minuten. Das mit dem Gedankenschweifen lassen klappt natürlich nicht immer und gerade wenn ich weiß, dass der Tag besonders voll wird, ist es manchmal wirklich lästig. Mein Tipp ist da: Vorher auf einen Zettel die lautesten Gedanken aufschreiben, dann hat man während der Meditation nicht das Gefühl, man könnte etwas wichtiges vergessen. Und am Ende ist es auch schon gut, wenn man während der Meditation merkt, dass die Gedanken abdriften und versucht sich wieder auf den Atem zu konzentrieren.

Im Anschluss mach ich mir einen Matcha Latte, mein Magen verträgt morgens nüchtern Kaffee einfach nicht so gut. Während ich den trinke lese ich noch etwas oder schaue meinen Blogfeed durch.

Wenn das Ingwerwasser ca 30 Minuten vor sich hin geköchelt hat, lasse ich es etwas abkühlen, gebe Zitrone und Honig hinzu und tue es in eine Thermoskanne für die Arbeit.

Morgenroutine2

Gerade im Winter möchte mein Körper gefühlt nur warme Nahrung haben, daher gibt es morgens bei mir aktuell immer Porridge. Früher habe ich das immer in der Mikrowelle gemacht, mittlerweile mache ich es in einem Topf und zwar wie folgt:

Schmelze 1 TL Koksöl in einen kleinen Topf, füge anschließend je 2 EL Hafer- und Dinkleflocken hinzu und röste die Flocken ein wenig. Schneide eine Banane klein, gebe sie mit in den Topf und lösche das Ganze mit Mandelmilch (normale Milch geht natürlich auch) und etwas Wasser ab. Lasse den Brei ein paar Minuten vor sich hin köcheln, bis er eine cremige und nicht zu feste Konsistent hat. Gib nach Bedarf noch weiteres Obst hinzu und verfeinere dein Porridge mit Zimt, vielleicht noch mit ein paar Kokosflocken und Vanillepulver.

Im Anschluss wird am Esstisch gegessen. Neuerdings mache ich mir dabei Kerzen an, weil es draußen noch so dunkel ist. Herrlich!

Dann folgt das normale Duschen, Schminken usw.

 

Das ist also meine Morgenroutine. Uff – so viel?!? Es hört sich aber deutlich aufwändiger an als es ist.

Mir ist klar, dass eine Mama mit 2 kleinen Kindern gerade laut lacht und sich denkt „ha, ich möchte nur mal wieder pinkeln gehen, ohne das mich jemand stört.“ Aber jeder kann sich seine Morgenroutine in kleinen Stücken ein bisschen anpassen und netter machen, sodass man nicht schon morgens um 8 Uhr einen Puls von 120 hat und bereits völlig gestresst ist, bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hat.

Schritt für Schritt zu einer entspannteren Morgenroutine

Lasse das Handy bis nach dem ersten Kaffee oder bis nach dem Frühstück im Flugmodus. Keine Mail ist in der Regel so dringend, dass man sie jetzt schon lesen muss.
Es ist doch so: Wenn man sich Mails schon auf dem Handy anguckt, dann beschäftigt man sich mit jeder nervigen oder schönen aber arbeitsreichen Mail mindestens 2 Mal. Einmal auf dem Handy und einmal, wenn man die Mail auf dem Rechner beantwortet. Das ist so eine Zeitverschwendung! Auch Insta und Facebook können noch etwas warten. Der Morgen gehört dir (und vielleicht den Personen mit denen du zusammen wohnst)!

Werde erst einmal richtig wach und habe ein kleines Ritual im Bad. Und wenn es nur 3 Minuten dauert. Tue dir etwas Gutes.

Meditiere. Ja wirklich – das hat nichts mit Esoterik zu tun. Es hat mehr damit zu tun mal in sich zu hören. Wirklich Zeit hat man im Alltag ja doch meistens nicht dafür. Abends ist man noch verabredet, geht zum Sport oder ist zu müde – daher mein Vorschlag: Morgens meditieren. Und sei es nur 2 Minuten. reicht völlig am Anfang. Besser als einmal die Woche 10 Minuten. Wie man am besten startet? Dafür gibt es jede Menge Apps und Bücher. Gerne stelle ich euch mal meine Lieblingsbücher vor.

Esst bewusst euer Frühstück und trinkt euren Tee, Kaffee oder Kakao. Wenn ihr nebenbei etwas machen wollt, dann etwas, was ihr machen WOLLT und nicht MÜSST. Macht es euch dabei gemütlich. Eine Kerze anzünden dauert 10 Sekunden.

Wenn ihr dies macht und für das Frühstück nur 10-15 Minuten einplant, dann dauert eure neue Morgenroutine keine halbe Stunde, bis ihr Duschen geht usw. Bei mir dauert sie etwa eine Stunde, manchmal etwas mehr. Für mich mittlerweile die kostbarste Zeit, die ich im Laufe des Tages mit so viel Energie nie wieder bekomme :)

Seid nicht so streng mit euch. Natürlich klappt das alles auch bei mir nicht immer so. Wenn ich mit dem Zug morgens um 6 Uhr irgendwo hin muss, dann stehe ich nicht extra um 4:30 auf. Und auch das mit dem Handy aus lassen klappt noch nicht immer. Eigentlich möchte ich auch noch etwas Yoga mit einbauen. Aber jetzt gerade fühlt es sich so gut an wie es ist. Noch mehr würde mich gerade eher stressen als entspannen.

Fangt nicht an einem Montag, sondern mit einem Samstag, oder noch besser wenn ihr Urlaub habt, damit an. So hat man ein bisschen Zeit um zu gucken, was in seinen Alltag passt und am Montag gehen die Griffe schon etwas routinierter von der Hand.

Fangt klein an! Meine Morgenroutine sah so noch nicht am ersten Tag aus. Am ersten Tag war es der Matcha Latte, dann nach ein paar Tagen kam das nächste hinzu usw.Bis es passt und sich gut anfühlt.

Wer sich fragt was Matcha Latte ist: Machtatee soll angeblich super gesund sein, voller guter Stoffe usw. Und schmeckt am Anfang wirklich merkwürdig! Aber es hat wie Kaffee Koffein, welches ich gerade in den ersten Tagen dringend brauchte! Das war also mein Kaufargument. Ja okay, und der Lemming in mir.
Wenn man daraus einen Latte macht, schmeckt es schon deutlich besser und nach 6 Wochen mag ich ihn morgens genau so gerne wie meinen Kaffee früher. Ich brauch einfach diesen Milchschaum, irgendwie macht es das noch mal deutlich gemütlich. Der Geruch von Kaffee ist natürlich nach wie vor ungeschlagen :)

Wie man Matcha Latte macht? Das seht ihr im Video.

So sieht also meine Morgenroutine aus. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr eine? Gefällt sie euch? Fällt sie euch schwer? Was würdet ihr gerne anders machen? Ich bin neugierig :)

Liebste Grüße,
Ricarda

Nach oben scrollen