Gute Fotos bei wenig Licht – Wie man im Winter mit Tages- und Kunstlicht gute Fotos machen kann


Auch wenn die Tage schon wieder länger werden, schöne und vor allem helle Fotos im Winter zu machen ist für Blogger immer eine kleine Herausforderung.

Daher gibt es heute von mir zahlreiche Tipps und Empfehlungen zum Thema Zubehör und Kameraeinstellungen und wie ihr bei diesem Wetter das beste aus euren Fotos rausholt.

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Tipps für Fotos mit Kunstlicht

Beim Kunstlicht streiten sich die Geister. Zu hart, zu unnatürlich, die Farbtemperatur gefällt nicht. Kann ich nachvollziehen. Ich würde Kunstlicht auch nicht für jede Art Fotos verwenden. Wo Kunstlicht für mich aber super funktioniert:

  • bei Produktbildern
  • bei Anleitungen, sprich DIYs
  • bei Videos

Was ihr dafür braucht:

  • einen hellen Hintergrund, oder zumindest nicht zu bunt, damit die Farben später noch gut angepasst werden können
  • 2 Tageslichtlampen

Das wars auch schon. Wenig, oder? Und eure Kamera natürlich :) Die Tageslichtlampen müssen kein Vermögen kosten, ich benutze seit Jahren diese beiden Lampen und bin mit ihnen total zufrieden. Natürlich gibt es deutlich bessere Modelle für mehr Geld, aber hier stimmt in meinen Augen das Preis-Leistungsverhältnis. Investiert unbedingt in 2 Lampen, nicht nur in eine (die Lampen die ich verlinkt habe sind schon ein Set)! Eine Lampe alleine wirft fiese Schatten, egal wo ihr sie aufstellt. Am besten wären eigentlich 3 Lampen, wobei eine Lampe dann stärker als die anderen sein sollte, aber die meisten von uns haben kein Platz für ein ganzes Fotostudio, ich auch nicht. :)

Auch wenn die Lampen erst einmal wie riesige Monster aussehen, sie sind in 3 Minuten auf- und abgebaut und wenn sie nicht gebraucht werden, verschwinden sie bei mir in das oberste Regal meines Kleiderschranks, da sie zusammengeklappt super wenig Platz wegnehmen.

Die Lampen stellt hier schräg rechts und links neben eure Kamera, also ca im 35-40 Grad Winkel. So wird die Fläche gleichmäßig ausgeleuchtet.

So sieht dann ein typischer Setaufbau bei mir auf. Das eine morgens um 6, das andere um 22 Uhr mit dem iPhone aufgenommen und völlig unbearbeitet, um das Originallicht zu zeigen.

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Fotografiert am besten im RAW Format! Sowieso immer! Ich selber mache das erst seit einem Jahr und ärgere mich ein bisschen, dass ich es noch nicht früher gemacht habe. Ihr habt in der Nachbearbeitung einfach viel mehr Spiel um grundsätzliche Dinge wie die Helligkeit, den Kontrast, das Licht usw anzupassen.

Wenn ich mit Lampen fotografiere nehme ich in der Regel kein Stativ um mich freier mit der Kamera bewegen zu können. Und wie sollten die Kameraeinstellungen sein? Der ISO-Wert ist bei mir immer auf 100-200 eingestellt, danach überlege ich mir, was für eine Blende ich haben möchte, sprich ob der Hintergrund verschwommen sein soll oder scharf und daraus leitet sich für mich dann die Verschlusszeit ab. Mehr Infos zu den Einstellungen findet ihr in älteren Beiträgen von mir (Wie stelle ich meine Kamera manuell ein, Was macht die Blende). Wenn ihr mit Lampen arbeitet ist der Vorteil, wenn ihr einmal eure Einstellung gefunden habt, braucht ihr nichts mehr an der Kamera zu verändern. Es lohnt sich also etwas ausprobieren.

So sieht zum Beispiel eine Bildkorrektur in raw bei mir aus

Bildschirmfoto 2016-01-06 um 09.06.14

Die Bilder im Vergleich: jpg unbearbeitet, bearbeitet und raw bearbeitet. Man sieht also, auch im jpg kann man noch gute Bilder mit Tageslichtlampen machen.

bildlampe

Noch ein Wort zum Thema Baustrahler. Wir dachten am Anfang, dass die eine gute Idee wären. Nein. Sie werden viel zu warm und das Licht ist einfach nicht schön. Das Geld dann lieber in die Lampen für 80 Euro investieren (und ihr kriegt für das Geld zwei Lampen, nicht nur eine).

Tipps für Fotos bei wenig Tageslicht

Welches Licht? Das denke ich zumindest an manchen Tagen im Winter :) Nein im ernst, manche Fotoshooting erfordern in meinen Augen einfach Tageslicht. Nämlich alles wo die Stimmung natürlich sein soll, das Licht weich und natürliche Schatten entstehen sollen.

Für mich sind das Fotos von:

  • Menschen, allgemein sich bewegenden Objekten
  • Sachen, die in einem natürlichen Umfeld fotografiert werden sollen
  • Essen, wirkt in den meisten Fällen einfach appetitlicher
  • Situationen, wo eine Geschichte erzählt werden soll

Was ihr dafür braucht:

  • einen besonders hellen Ort in eurer Wohnung in Fensternähe
  • Reflektor
  • passende Hintergründe (bei kleinen Objekten)
  • Stativ
  • leichte, lichtdurchlässige Vorhänge (optional)

Grundsätzlich: Wenn ich mit Tageslicht arbeiten kann, wähle ich immer das Tageslicht! Die einzige Ausnahme sind im Winter Anleitungen. Die Lichtverhältnisse können sich einfach zu schnell ändern im Winter, sodass ich keine Lust habe immer die Kameraeinstellung neu einzustellen. Im Sommer dagegen verzichte ich fast vollständig auf Lampen.

Im Winter muss man mit einem normalen Job meist das Wochenende für Fotos mit Tageslicht nutzen. Ich habe das Glück und bin da zwar ein bisschen flexibler, aber auch ich habe lieber die Fotos früh gemacht um mich auf andere Aufgaben konzentrieren zu können. Sobald ich also merke, dass es draußen ein bisschen heller wird, suche ich mir einen sehr hellen Raum in der Wohnung, der zur Sonnenseite liegt (wo aber keine direkte Sonneneinstrahlung ist! Da sind wir sonst wieder bei den harten Schatten).

Wenn ihr Menschen fotografieren wollt, empfehle ich eigentlich immer raus zu gehen, oder ihr bestellt euch große Fotohintergründe (oft auch Backdrops genannt). Diese gibt es sowohl mit Motiven, als auch schlicht in einfarbig. Mein Tipp ist hier: Nehmt immer Papier und kein Stoff! Ihr habt keine Lust den Stoff zu bügeln. Wirklich nicht. Es ist sooo viel Fläche :) Die Hintergründe mit Motive sind meist so beschichtet, dass man sie abwischen kann, die einfarbigen sind oft aus Papier und auf einer 11m Rolle, sodass ihr nach und nach Stücke abreißen könnt, wenn sie dreckig werden. Am Anfang fanden Nadine und ich Hintergründe mit Motiven ganz toll, mittlerweile sind wir zu einfarbigen übergegangen. Das ist Geschmackssache und ändert sich ständig.

Auch hier kann man natürlich mit Tageslichtlampen arbeiten. Ich persönlich fühle mich dann nur vor der Kamera nicht so wohl. Wenn ihr aber gerne Hintergründe haben wollt und euer Hobbyraum im Keller liegt, dann sind Lampen natürlich besser als nichts. :)

Wer nun kein Hobbyraum oder jede Menge Platz zur Verfügung hat, was auch bei mir Zuhause nicht der Fall ist, dem empfehle ich leichte, halbtransparente Vorhänge vor den Fenstern (bzw euren Fotofenster, hihi). So habt ihr automatisch weicheres Licht und einen neutralen Hintergrund. Achtet dann aber darauf, von wo noch Licht kommt. Hier heißt es etwas ausprobieren.

Wollt ihr Kinder fotografieren, ist ein Fotoshooting drinnen natürlich wenig spannend und die Kids werden oft schnell ungeduldig. Lasst sie mit etwas spielen! Und macht währenddessen Fotos. Oft kommen da schon ein paar gute Fotos bei rum.

Kommen wir zu kleineren Dingen als Menschen :) Wenn ich zum Beispiel Essen fotografieren möchte, quetsche ich mich, sobald es draußen etwas heller ist ganz nah ans Fenster. Ganz ganz nah :) Denn meistens ist es da schon heller als man im Rest der Wohnung vermuten würde. Ich stelle meinen Unter- und Hintergrund auf, bei mir ist das dann meistens auf dem Boden, ein Tisch wäre aber deutlich komfortabler. Das Fenster ist dabei links oder rechts von der Kamera. Auf der anderen Seite der Kamera stelle ich den Reflektor auf. Das Licht von draußen wird so zurückgeworfen und die Schatten auf eurem Foto werden weicher und weniger doll.

Zwei typische Situationen bei mir am Tag, wieder mit dem iPhone fotografiert. Allerdings ist es hier schon deutlich heller, weil es am Ende des Shootings ist. Ich habe ca 40 Minuten früher angefangen, als es noch recht dunkel war.

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Manchmal reichen die Lichtverhältnisse so schon, um aus der Hand zu fotografieren. Wenn dies nicht der Fall ist, benutze ich noch ein Stativ.

Wann benutze ich nun ein Stativ? Ich gucke mir an, wie hoch mein ISO Wert sein darf, damit mein Bild noch nicht zu doll rauscht (was das ist findet ihr weiter oben in dem Link zur Kameraeinstellung). Bei meiner neuen Kamera ist das um und bei 3000, bei meiner alten fing das Rauschen schon bei 800 doller an. Nun überlege ich mir wieder, wie weit ich die Blende auf machen will. Bei natürlichem Licht will ich meist den Hintergrund unscharf haben, wähle also eine Blende zwischen 2 und 2.8, wenn mein Objektiv das zulässt. Dann gucke ich zuletzt, was für eine Belichtungszeit ich brauche, damit das Bild hell genug wird. Alles was über 1/50 Sekunde ist, fotografiere ich in der Regel frei Hand. Bei 1/8 kriegt man natürlich kein wackelfreies Bild frei aus der Hand hin, da benutze ich dann ein Stativ. Es gibt jede Menge Stative, von 30-500 Euro ist alles dabei. Eine gute Orientierung ist: Desto schwerer (meist hochwertiger) eure Kamera plus Objektiv ist, desto stabiler (und damit meist leider teurer) sollte euer Stativ sein. Ihr wollt nicht 30 Euro beim Stativ sparen und dann Angst haben, dass es euch umfällt, während eure 800 Euro Kamera drauf ist :) Ich war mit diesem Stativ sehr zufrieden, habe mir mittlerweile eine deluxe Version gegönnt und liebe es. Achtet beim Kauf darauf, was das Maximalgewicht sein darf.
Tipp: Statt einem Stativ könnt ihr zum Beispiel auch einen hohen Hocker, Stuhl oder Barhocker nehmen.

Als Hintergründe benutze ich übrigens für kleine Sachen immer Spanplatten aus dem Baumarkt, die ich entweder mit Folie beziehe, mit Stoff bespanne, mit Tapetenresten tapeziere oder mit Farbe anmale. Manchmal ist es auch einfach nur einfarbiger Fotokarton. Spanplatten sind relativ leicht und ihr könnt mit einer Platte gleich 2 Hintergründe schaffen, indem ihr die Vorder- und Rückseite benutzt. Wenn ihr mögt, mache ich dazu noch mal einen separaten Post, ich brauche eh neue Hintergründe ;)

So sehen dann die fertigen Fotos unbearbeitet und bearbeitet aus

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Noch ein Wort zu dem integrierten Blitz eurer Kamera: Vergesst, dass er existiert. Fotos mit dem integrierten Blitz werden zu 99,8% gruselig. Ich weiß nicht, was sich die Kameraindustrie dabei gedacht hat. Probiert lieber die manuellen Einstellungen eurer Kamera aus, so werdet ihr viel mehr Freude mit den Bildern haben :) Bei Aufsteckblitzen sieht es natürlich schon wieder anders aus, aber da bin ich selber noch am üben, von daher will ich da noch keine Tipps geben, die eher Halbwissen entsprechen :)

Womit ich fotografiere

Hier noch eine Übersicht mit was ich aktuell fotografiere. In Klammern steht meine „alte“ Ausrüstung die auch wirklich gut und für Hobbyzwecke völlig ausreichen ist.

Die oben genannten Sachen sind natürlich nur meine persönlichen Empfehlungen. Bestimmt kommt gleich jemand um die Ecke, der mit Baustrahlern und Kamerablitz Hammer Bilder macht :) In den letzten 5 Jahren habe ich aber schon einiges ausprobiert und dazu gelernt, mir viel auf unterschiedlichen Seiten angelesen und wäre das ein oder andere Mal froh über genau so einen Artikel gewesen.

Das war bestimmt noch nicht alles und nur ein kleiner Teil der Hobbyfotografie. Wenn ihr noch Fragen habt oder euch andere Themen auch noch interessieren, schreibt mir gerne einen Kommentar! :)

Liebste Grüße,
Ricarda

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