Ich kann mich noch genau erinnern, als hier auf dem Blog zum ersten Mal 1000 Leute in der Woche vorbeigeschaut haben. Wow – ich war so etwas von überwältigt! Und danach auch erst einmal ein bisschen gehemmt. Hui, ab jetzt muss ich aufpassen was ich hier schreibe, fluchen ist wohl eher nicht angesagt und auch sonst habe ich einige Zeit lang genauer überlegt, was ich hier schreibe.
Mittlerweile ist die Blogleserschaft deutlich gewachsen – ein fettes Danke an euch! – und ich schreibe schon lange wieder so, wie ich es für mich selber für richtig halte.
Aber manchmal gibt es Themen, die mich sehr lange alleine beschäftigen, die ich hier nicht teile. Klar, man teilt nicht sein ganzes Leben mit dem Internet, aber auch wenn ich hier mittlerweile auch viel meine Schnittmuster und Dinge drum herum „vermarkte“, ist es mir trotzdem sehr, sehr wichtig, dass der Blog ich bleibe. Das ihr hier in keinem Onlinemagazin lest, sondern mit mir zusammen in meine kleine Welt eintaucht – und da gehört nun einmal auch privates zu.
Nun ist es aber so, dass die Dinge, die einen bewegen und beschäftigen nicht immer nur einen alleine etwas angehen, sondern auch noch andere Menschen. Da kann ich natürlich nicht so frei schreiben, denn ich habe mir zwar diese Art der Öffentlichkeit ausgesucht, aber nicht Freunde und Familie. Das respektiere ich und daher kann ich das Thema heute auch nicht ganz so offen ansprechen.
Aber ich habe das Gefühl, dass ich diesen Post einmal schreiben muss, denn es tummeln sich so viele Ideen und Projekte in meinem Kopf, die eigentlich unbedingt raus wollen und trotzdem habe ich den Blog die letzten Wochen sträflich vernachlässigt, und das nicht nur, weil ich im Urlaub war, sondern auch, weil ich zur Zeit einfach nicht so glücklich bin, wie ich es vielleicht vor 2 Jahren war.
Wenn man gerade eine schwierige Phase durch macht, fand ich es schon früher schwierig sich morgens aus dem Bett zu quälen, aber heute, wo ich einen Beruf habe, wo ich kreativ sein möchte und muss, wo alles immer schön aussieht und wo Social Media gewissermaßen meine Miete bezahlt – alter Schwede, da ist es aktuell manchmal richtig schwer das Online-Spiel mitzuspielen.
In Zeiten, wo man sich am liebsten nur die Decke über den Kopf ziehen möchte denkt man „verdammt, Du müsstest mal wieder eine Instastory machen und Dich ein bisschen zeigen“. Instagram und Facebook, die sonst eine nette mini Flucht aus dem Alltag sind, nerven mich auf einmal nur noch und ich kann das Glück und die Freude anderer in dieser geschönten Umgebung, die auch von allen anderen nur ein Bruchteil zeigt, gerade nur schwer ertragen.
Warum ich euch das alles erzähle? Zum einen, weil auch ich immer wieder daran erinnert werden muss, dass auch bei Bloggern das Leben nicht immer nur schön ist, auch wenn wir es gerne so zeigen. Es kostet manchmal sehr viel Kraft Dinge schön und leicht aussehen zu lassen, vergesst das bitte niemals.
Und zum anderen erzähle ich euch das, weil ich schon länger das Gefühl habe, dass ich euch etwas verschweigen würde, würde ich hier nur zeigen, was für tolle Schnittmuster, Urlaube und DIYs es gibt. Natürlich gibt es auch das alles in meinem Leben, aber halt nicht nur. Hier gibt es schon länger auch eine riesige Baustelle, die leider nicht kleiner wird, sondern eher größer und die mich den Großteil meines Tages beschäftigt, die mich viel Energie kostet, die ich eigentlich hier reinstecken wollen würde, für euch. Und ich habe selber das Gefühl, dass meine Texte sich zur Zeit anders lesen, das kann auch Einbildung sein, aber ich wollte das einmal los werden, damit ich nicht mehr denke „okay, morgen machst Du ein Blogpost, auch wenn Du aktuell einen wichtigen Teil deines Lebens verschweigst“. Das hemmt mich, wenn auch dieses Mal aus anderen Gründen, und das fühlt sich einfach nicht richtig an.
Und auch heute ist mein Blog immer noch eine Art Tagebuch für mich. Wo manche Sachen einfach einmal aufgeschrieben werden müssen.
Ich möchte hier kein Mitleid erzeugen, sondern euch zeigen, dass jeder schlechte Phasen hat, auch wenn es nicht immer so aussieht und wir in unser heutigen Zeit alles schöner, besser, kreativer und toller aussehen lassen wollen.
Daher hier einmal ganz offiziell – auf wenn es gerade einige dunkle Wolken bei mir gibt, irgendwann kommt auch wieder Sonne und bis dahin versuche ich mir selber keinen allzu großen Druck zu machen und hoffe, dass ich hier bald wieder mit der gewohnten Power und Energie zusammen mit euch mein Online-Wohnzimmer rocke. :)
Bis dahin kümmere ich mich besonders gut um mich, horche in mich rein und versuche alles etwas langsamer angehen zu lassen. Die Welt dreht sich weiter, auch ohne dass man jeden Tag kreative Höchstleistung und unterhaltsame Texte bringt.
Und denkt bitte daran, solltet ihr auch mal in so einem Tief sein, ihr seid nie alleine mit Problemen, auch wenn die Social Media Welt einen manchmal zu viel heile Welt vorgaukelt (da schließe ich meine Accounts nicht aus)!
Liebste Grüße,
Ricarda
P.S. Es tut mir leid, dass ich an manchen Stellen ein bisschen in Rätseln schreiben musste. Aber mir geht es gesundheitlich gut – das ist das wichtigste – und auch sonst müsst ihr euch keine Sorgen um mich machen. Bisher hat mich jede Krise am Ende vieles gelehrt und stärker gemacht. :)

