Reisen

Sommer in den Bergen – mein erstes Mal

Als Hamburger Küstenkind strahlen Berge für mich eine große Faszination aus. Wären sie doch nur nicht so weit weg. :) Daher habe ich es bisher nur im Winter nach Österreich geschafft, um mehr oder weniger galant den Berg auf Skiern runterzukommen. Da die Kälte in der Regel aber nicht so sehr mein bester Freund ist, sind die Besuche in den Bergen weniger geworden.

Mit 29 sollte ich es nun endlich einmal im Sommer in die Berge schaffen – zum Wandern. Meine Vorstellung vom Wandern war eine ähnliche wie vom Nähen am Anfang… Beide Wörter klingen einfach etwas spießig und angestaubt. Beim Nähen stellte sich das bereits als Fehler heraus, beim Wandern sollte es sich dann in diesem Sommer ändern.

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Letztes Jahr habe ich bei meiner Bloggerkollegin Fee ist mein Name einen Bericht zum Achensee in Tirol gelesen und die Bilder haben mich sofort angesprochen. Da will ich auch hin! Wasser und Berge – Faszination pur für jemanden, der die Boberger Dünen schon fast als Berg bezeichnt. :)

Gesagt getan, Anfang diesen Monats wurden wir vom Tourismusverband Achensee zu 4 unvergesslich schönen Tagen nach Tirol eingeladen. Jede Menge Aktivitäten standen auf unserem Program – so sportlich war noch kein Urlaub bei mir!

Zunächst ging es aber am Donnerstagnachmittag ganz gemütlich ins 4 Sterne superior Hotel Rieser.

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Das Rieser liegt in Pertisau am Achensee und ist keine 2 Gehminuten vom See entfernt. Völlig zu Recht ist das Familiengeführte Hotel als Aktiv & Spa Hotel beschrieben. Das Hotel verbindet den herrlich rustikalen Alpenstil mit der Atmosphäre eines gehobenen Hotels. Die Doppelzimmer sind schön groß, haben alle einen Balkon und ganz wichtig für mich – genügend Stauraum! Gerade beim Winterurlaub nervt es mich, wenn man nur einen kleinen Schrank zur Verfügung hat und das wars dann.

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Die Gartenanlage wird von einem wunderschönen Naturteich dominiert, in dem man sich herrlich nach der Sauna abkühlen kann. Rund um den See warten jede Menge Liegen, Loungemöbel und Doppelbettschaukeln darauf, dass man es sich im Sommer gemütlich macht. Leider lies das Wetter es bei uns nicht so richtig zu, das sollte wohl Grund genug sein um noch mal wiederzukommen.

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Bevor wir es uns in dem 4.000 qm Spa (ja, 4.000 qm!) gemütlich machen durften, ging es für uns zunächst in den Tiroler Steinöl Vitalberg. Das Gebäude ist ein Minimuseum, wo man lernt, wie es zum Tiroler Steinöl kam. Steinöl wird – wie der Name schon sagt – aus Steinen gewonnen, welche bei großer Hitze verbrannt werden, sodass das Öl aus dem Stein austreten kann. Seit über 100 Jahren liegt die Steinölgewinnung in Familienhand und ich war wirklich beeindruckt, dass selbst Familienschicksale und die schweren Bedingungen, die Steine von A nach B zu transportieren, der Familie Albrecht nicht von ihrem Vorhaben abgebracht haben. Heute wird Steinöl in Öl, Creme, Shampoo und mehr verwendet, da dem Öl eine wohltuende Wirkung nach gesagt wird.

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Zurück im Rieser haben wir noch ein wenig das Hotel erkundet, bevor es zum sensationell leckern Abendessen ging. Jeden Abend 4 Gänge würde ich definitiv nicht eine ganze Woche durchhalten – oder man müsste mich nach Hause rollen, da das Essen so lecker ist!

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Nach einem Absacker an der Bar und noch einem Getränk auf dem Balkon ging es für uns zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag sollte ich zum ersten Mal wandern gehen… Ich hatte ja keine Ahnung, was mir da bevorsteht.

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Freitag 10 Uhr haben wir uns mit unserem Bergführer Andreas getroffen, mit dem es mit der Rofanseilbahn zunächst einen Teil des Berges hinauf ging.

Andreas ist seit vielen Jahren ausgebildeter Berg- und Skiführer und hat uns zunächst einmal erklärt, wo wir längs gehen und wie wir zur Rofanspitze auf 2259 Meter Höhe kommen.

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Irgendwie habe ich an diesem Punkt wohl nur so halb zugehört, denn ich dachte, dass wir gemütlich zu einer Hütte wandern, dort einen Snack zu uns nehmen und irgendwie wieder runter fahren. Irgendwann im Laufe unserer Wanderung dämmerte mir nach und nach, dass wir auf einen Bergspitze wandern und dort auch wieder zu Fuß runter müssen. Nichts mit Snack zwischendurch! Leichte Panik machte sich bei mir breit, habe ich doch regelmäßig Angst zu verhungern, wenn ich nicht garantiert mit 30 minütigen Aufwand theoretisch etwas zu essen bekommen könnte.

Nach ca. 20 Minuten unserer Wanderung kam die Strecke, die ihr im nächsten Bild seht auf uns zu und ich dachte da schon “Hui, ganz schön felsig, naja anspruchsvoller wird es schon nicht werden.” – lacht mich Küstenkind ruhig ein bisschen aus. Ich hatte ja keine Ahnung, was vielleicht auch ganz gut war. :)

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Irgendwann realisierte ich, dass wir dahin (siehe nächstes Bild) wollen. Ähm ja… Aber nützt ja nichts. Bevor ich mir auf dem Weg die Blöße gebe und laut eingestehe, dass ich unsere Wanderung falsch eingeschätzt habe, wird das natürlich durchgezogen. Zum Glück, denn am Ende hat die Wanderung so viel Spaß gebracht!

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Wettertechnisch hatten wir alles dabei. Sonne, Nebel und Regen, außerdem lag zum Teil noch jede Menge Schnee, was gerade beim Aufstieg, wo wir abseits der Wanderroute (niemals nie alleine machen, wenn ihr die Gegend nicht kennt! Wir haben das nur gemacht, weil Andreas uns geführt hat) noch viel Schnee hatten, war der Aufstieg teilweise sehr mühsam. Aber wir wurden auch mit den ersten Blumen und ein paar Murmeltieren in der Ferne belohnt. So sonnig der Aufstieg war, so schnell zog kurz vorm Gipfel der Nebel auf und das war somit unsere Aussicht vom Gipfel. Eine Nebelwand. :)

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Das war mir zu dem Zeitpunkt aber herzlich egal, meine untrainierten Beine zitterten wie Espenlaub, meine Atmung habe ich nur dank Yogaatmung wieder auf eine normale Sequenz gebracht und mein einziger Gedanke war in diesem Augenblick WIE KOMME ICH HIER WIEDER RUNTER? Aber wie Andreas sagt, runter gekommen sind sie noch alle. DSC00596

Also haben wir uns an den Abstieg gemacht, was nach den ersten sehr steilen Metern auch wirklich Spaß gebracht hat. Riesige Schneefelder warteten noch auf uns, durch die wir herrlich stampfen konnten und auch die Landschaft war so beeindruckend, nachdem sich der Nebel wieder verzogen hatte. Selbst der Regen auf der Rücktour hat mich nicht weiter gestört, denn zu diesem Zeitpunkt hörte ich bereits das riesige Schnitzel auf der Alm meinen Namen rufen. :) DSC00597 DSC00600 DSC00609 DSC00611

Im Anschluss war ich sehr stolz, dass ich diesen Marsch von ca. 4 Stunden trotz allen Wetterbedingungen ohne Murren geschafft hatte und war super happy. Das war definitiv nicht meine letzte Wanderung!

Trotzdem war ich im Anschluss ganz glücklich, dass es dann für uns in den Wellnessbereich vom Hotel ging. Trotz der Größe wirkte das Spa durch die vielen kleineren Räume nicht unpersönlich, sondern sehr gemütlich. Dank der vielen Naturmaterialien und den kleinen Wasserläufen mit Steinen an den Seiten fühlt man sich sofort einen Gang runter schalten. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, in welche der 6 Saunen ich zuerst gehen soll und ob ich danach eher auf einem beheizten Wasserbett entspannen soll, oder doch lieber auf einer bequemen Liege. Das sind Probleme, herrlich!

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Am Ende gab es noch ein Bad mit Tiroler Steinöl, der Sekt schoss nach der Wanderung natürlich sofort in den Kopf und so konnte ich bei der anschließenden Massage wundervoll vor mich hin dösen. Was für ein perfekter Tag!Rieser-Hotel7

Was wir die anderen Tage gemacht haben, erzähle ich euch später. Was ich aber jetzt schon sagen kann: Ich werde wieder an den Achensee fahren.

Liebste Grüße,
Ricarda

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7 Kommentare
  1. Pe-Twin-kel

    28. Juni 2016 um 9:13

    Super Post, hach, der erste Gedanke war ja, wozu Bloggen doch gut ist. Ich hatte vor zwei Jahren einen Post über die Ostsee gelesen und letztes Jahr sind wir genau dorthin. Da ich die Berge von Kindheit an vom Wandern kenne aber noch nie an der Ostsee war, herrlich. Deine Wanderung herrlich zum Lesen, bin gespannt was noch kommt.
    Lieben Gruß,
    Petra

    Antworten

  2. Petra

    28. Juni 2016 um 14:56

    Hach, deine Bilder vermitteln Fernweh, besonders weil ich die Berge so liebe. Wunderbar dein Bericht und bin auch gespannt auf das was noch kommt. :-)
    LG Petra

    Antworten

  3. Larissa

    28. Juni 2016 um 19:37

    Ja, ja die Berge..obwohl ich ein Münchner Kind’l bin und die Berge kenne, freue ich mich jedesmal wie eine Schneekönigin, wenn wir hier im Schweizer Mittelland mal wieder gute Fernsicht haben und ich die Alpen vom Schlafzimmer aus sehen kann :-)
    Wandern, wellnessen-was will man mehr ?
    Lg Larissa

    Antworten

  4. Silke

    28. Juni 2016 um 22:20

    Hallo Ricarda,
    ach der Achensee, das ist wirklich eine schöne Gegend! Ich dachte erst, du hättest an der 24h Wanderung teilgenommen, das hatten wir letztes Jahr dort gemacht und direkt am Achensee auf dem Campingplatz übernachtet!
    Wünsch dir noch ganz viel Spaß!
    Liebe Grüße
    Silke

    Antworten

    • Ricarda

      28. Juni 2016 um 22:33

      Hahahaha, sorry, so fit bin ich wirklich nicht :)

      Antworten

  5. Janina / Handwerks-Produkt

    30. Juni 2016 um 8:03

    Hallo Ricarda.
    Das ist ja mal ein Beitrag von dir. Klasse.
    Ich liebe die Berge und ich liebe Österreich! Wie du komme ich aus dem Norden, sogar noch ein wenig weiter hoch als du. Und wir fahren schon seit Jahren immer wieder dort hin. Mittlerweile bin ich bestimmt schon in den meisten Ecken dort gewesen und ich würde immer wieder hin.
    Schon alleine die mindestens 1000km weite Autofahrt wird von uns so richtig zelebriert, denn das gehört für uns einfach dazu, so kann der Urlaub immer beginnen :)
    Ihr habt da auch wirklich ein tolle Hotel gefunden.
    Ich würde am liebsten jetzt sofort los nach Österreich, aber ein wenig muss ich noch warten. Der Urlaub ist für August gebucht :D
    Liebe Grüße und pass auf, Österreichurlaube machen süchtig ;)

    Antworten

  6. Sabrina

    29. August 2016 um 10:58

    Wow was sind das für schöne Bilder? Sie laden richtig zum Träumen ein.

    LG Sabrina

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