Nähen, Privates

Frauen und ihr Blick auf ihren Körper

Was denkst Du über Deinen Körper?

Zu klein, groß, dick, dünn, zu wenig oder zu viel Brust, flacher Hintern oder doch etwas mehr? Haare zu dünn, zu wenig blond, zu kraus, zu what ever?

Ich selber kenne dieses Gefühl gut, wahrscheinlich seitdem ich 12 Jahre alt bin. Damals habe ich mir von meinem Taschengeld zum ersten Mal die Vogue gekauft und habe all die, damals für mich wunderschönen, Models angehimmelt. Irgendwann kamen weitere Zeitschriften dazu – Glamour, Joy, InStyle, Shape, Cosmopolitan und wie sie alle heißen. Immer die neuste Mode, Schminktipps und diese Models mit ihren 1,60 Beinen (was fast meiner gesamten Körpergröße entspricht, damals wie heute…).

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Heute lese ich Modezeitschriften fast gar nicht mehr, sie werden hin und wieder durchgeblättert, wenn ich im Flieger, beim Arzt oder Friseur bin. Wenn ich heute bei den Modestrecken hängen bleibe, denke ich meist eher, dass die Frauen nicht echt aussehen, aber heute weiß ich auch, was Photoshop und co können. Gute Posen, unnatürliche Haltungen, hier Retusche, dort schlank ziehen, dort etwas mehr. Und trotzdem, selbst als 30 jährige Frau, die weiß wie es funktioniert, denke ich manchmal – mittlerweile auch viel auf Instagram und co. – wie können Frauen so aussehen und so ein Bild von sich zeichnen (lassen)?

Überall suggerieren uns “normale Menschen” wie toll man aussehen kann. Dass manche Fotos so hart von Weichzeichnerfiltern verunstaltet wurden, dass es aussieht, als wäre ein fetter Vaselinefilm aufs Foto getropft, ist nur das extreme Ende der “wir sehen so gut aus”- Gesellschaft.

In letzter Zeit hört man super viel über den Dokumentarfilm Embrace, schon alleine der Trailer rührt mich je nach Stimmung zu Tränenausbrüchen. Wem wollen wir Frauen eigentlich gefallen? Uns? Der Gesellschaft? Dem Partner? Den Freundinnen? Neeeeein, uns selber. Ja, der Idealzustand ist natürlich so, aber die Realität ist meist Meilen davon entfernt.

Warum ich heute diesen Text schreibe? Gestern sprang mir auf Facebook folgender Spiegel Artikel ins Auge und folgende Passage ist bei mir nachhaltig hängen geblieben. “Die britische Autorin Laurie Penny hat mal geschrieben: “Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl- und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.” Es gehört zum Frausein im Kapitalismus, Unmengen von konsumierbarem Zeug angeboten zu kriegen, das den Körper optimieren soll – obwohl er in den allermeisten Fällen schon okay ist. Ein Teil dieses Zeugs sind Magazine, die Frauen erklären, welche Mängel sie haben und wie sie sie in drei Schritten loswerden, wobei sie idealerweise gleichzeitig Cupcakes backen und ihrem Partner einen blasen.”

Verdammt ja! Genau so ist es! Da wunder man sich, dass Mädels in Zeiten von GNTM schon mit 9 Jahren Essstörungen bekommen oder Frauen mit einer Kleidergröße 38 sagen, dass sie 2-3 Kilo zu viel hätten. Ich bilde da mit Sicherheit keine Ausnahme. Ich selber weiß, wie man als Teenie auf sein Gewicht und seinen Körper fixiert sein kann, Essen und Erbrechen, gar nicht essen, 2-3 Stunden Sport an Tag, jeder Gedanke wird vom Essen oder was man nicht gegessen hat bestimmt. Ob ein Tag gut oder schlecht wird, hängt mit dem Blick auf die Waage zusammen und mit gesund hat das alles nichts mehr zu tun. Aber auf einmal bekommt man jede Menge Komplimente und selbst die sorgenvollen Kommentare von Freundinnen sieht man als “geil, ich hab es geschafft”- Aussagen. Und trotzdem sah ich immer noch nicht so aus wie die Mädels aus den Hochglanzmagazinen (wie auch? Wir erinnern uns, dass deren Beine in etwa meine gesamte Körpergröße waren) und hätte gerne so ausgesehen.

Es ist mir egal, dass es schon massig Texte im Internet gibt, die sich damit beschäftigen, dass man sich so akzeptieren soll wie man ist. Es kann einfach nicht oft genug gesagt werden! Auch ich selber kann mir das nicht oft genug sagen, auch heute, mit einem gesunden Verhältnis zum Essen und 15 Kilo mehr als damals.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr sofort, nachdem ein Foto gemacht wurde, das Bild anschaut und denkt “boah das geht gar nicht, Doppelkinn, Rücken nicht durchgedrückt, 2 Kilo zu viel” usw? Und dann schaut ihr euch die Bilder später noch einmal an und fragt euch “Was für ein Problem hatte ich da eigentlich mit mir selbst?”. Passiert mir immer wieder bei Bildern, so auch bei den folgenden Bildern aus dem letzten Spätsommer.

Ich weiß noch, es war einer dieser perfekten Tage, tagsüber herrlich heiß, abends kühlte es schon merklich schneller ab, der Ende des Sommers kündigte sich bereits an. Nadine und ich haben noch eine schnelle Fotosession am Strand gemacht, das Licht war super, die Stimmung toll… Und trotzdem dachte ich hinterher, dass dieses oder jenes hier oder dort noch etwas besser, straffer, weniger “orangig” sein könnte und das von Natur aus runde Gesicht…  Bullshit – wirklich. Heute mag ich die Bilder, genau so wie sie sind. Auch wenn sie kein 1,80 Model mit Kleidergröße 34 zeigen, sondern eine erwachsene, gesunde Frau. Ich wünsche mir so sehr, dass nicht nur ich mich öfter nicht so kritisch sehe, sondern jede einzelne von uns.

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Schnittmuster: Oberteil Madeira, Top Teneriffa
Stoff: Snow Slub in weiß von alles-fuer-selbermacher (trotz 100% Polyester – der Stoff trägt sich so meeeega gut)

Meine Schwester schrieb mir vorhin, dass sie mich liebt und mich immer schön findet… also zu 98% immer (unser Schwesternhumor) – wie schön wäre es, wenn wir uns selber öfter so sehen würden, durch die Augen eines liebenden Menschen.

Liebste Grüße,
Ricarda

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42 Kommentare
  1. Maxi

    24. Mai 2017 um 8:48

    … ein wunderbarer Artikel und JA verdammt, es kann nie genug davon geben.
    Auch ich habe den Film Embrace im Kino gesehen, war gerührt und geschockt zugleich und habe Tage darüber nachgedacht. Ich glaube das Thema ist aktueller denn je und wir alle sollten uns mehr lieben, mehr umarmen und uns so mögen wie wir eben sind. Alle anders und genau deswegen perfekt!
    By the way: wunderschöne Bilder von dir!

    Alles liebe Maxi

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:36

      Absolut! Und danke Dir :)

      Antworten

  2. Amanda

    24. Mai 2017 um 8:53

    Liebe Ricarda,
    ich finde es sehr schön, dass du auf dem Blog Dinge mit viel Substanz behandelst! Ich finde deine Gedanken zu dem Thema gut und je mehr, desto leichter geht es vielleicht in die Köpfe der Menschen! Ich versuche mir auch bei Bilder nicht mehr zu denken, wie sehe ich darauf aus…pups egal… ich sehe eben aus wie ich aussehe! Vielleicht ist noch ein guter Impuls, dass man auch andere nicht mehr versucht nach den gesellschaftlichen Bewertungsmustern zu sehen…also auch andere Frauen sind wie sie sind und das ist schön und macht Vielfalt aus. Danke für deinen schönen Text und alles Gute für deinen Umzug und alles kommende!! LG :)

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:35

      Vielen Dank! Da mache ich wirklich 3 Kreuze, wenn der durch ist, hihi.

      Antworten

  3. Janina W.

    24. Mai 2017 um 8:54

    So wahre Worte liebe Ricarda, danke dafür! Die Fotos von dir sind super schön und du schaust toll aus, total natürlich eben!
    LG Janina

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  4. Natalie

    24. Mai 2017 um 9:00

    So schöne Bilder! Du bist eine schöne, echte Frau mit einer tollen Ausstrahlung! Scheiss auf Modelmaße!
    Du hast es sehr treffend geschrieben !

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:35

      Ich danke Dir! <3

      Antworten

  5. Verplant & zugenäht

    24. Mai 2017 um 9:32

    Hallo,
    Ein wichtiges Thema! Und du siehst auf diesen Bildern wunderschön aus. Du strahlst Freude und Zufriedenheit aus, da ist es doch egal welche Größe man trägt. Ich mag auf Bildern meinen Gesichtsausdruck oft nicht, der Rest ist gut so wie er ist.

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:35

      Ganz doll danke :)

      Antworten

  6. Ramona

    24. Mai 2017 um 9:58

    Liebe Ricarda,
    ich lese Deine Worte und habe nun Tränen in den Augen. Du sprichst mir aus der Seele. Vielen Dank für die schönen Worte.
    Und: Du bist wunderbar!
    LG Ramona

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:35

      Oh vieeeeelen Dank Ramona! <3

      Antworten

  7. Stadtkind

    24. Mai 2017 um 9:58

    Wunderbarer Text und ein Plädoyer dafür, sich zu lieben, wie man ist!
    Lustigerweise habe ich gestern über das Thema geschrieben – wenn du magst, schau doch mal bei mir vorbei ;)

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:34

      Oh da schau ich später gleich vorbei – danke!

      Antworten

  8. Kathrin

    24. Mai 2017 um 10:14

    Du hast so recht und doch ist es jeden Tag schwer diesen positiven Optimismus zuhaben. Ich habe Embrace auch gesehen und ich bin nachdenklich aus diesem Film herausgegangen. Wie früh fangen wir schon an, unseren Kindern diese Konsumwelt schmackhaft zumachen. Wir sollten unsere Kinder mehr dafür loben , was sie vollbringen und nicht dafür, dass sie schön aussehen. Seit dem ich für mich beschlossen habe, beim Fotografieren meinen Kopf auszuschalten und nicht über das Bild, wie es aussehen könnte, nachzudenken… Mag ich meine Fotos. Liebe Grüße an euch alle ihr tollen Frauen, jede auf ihre Weise und embrace. :)

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:34

      Ganz genau so Kathrin! :)

      Antworten

  9. mit Liebe & Nadel

    24. Mai 2017 um 11:14

    Liebe Ricarda,
    woooow, ein super toller Text und wirklich geniale Bilder :) Lese deine Texte super gerne.
    Ich wünsch dir einen schönen Tag
    Theresa

    Antworten

    • Ricarda

      24. Mai 2017 um 11:33

      Ich danke Dir Theresa!

      Antworten

  10. Laura

    24. Mai 2017 um 11:51

    Liebe Ricarda,
    Ich kann dazu nur sagen ” Die perfekten Maße einer Frau, genau so wie sie ist!!!”
    Man kann auch mit Kleidergröße 38/40 glücklich sein vielleicht sogar glücklicher als mit size 0.

    LG Laura

    Antworten

  11. Coco Maurer

    24. Mai 2017 um 12:17

    Liebe Ricarda,
    es ist heutzutage kein Wunder, dass es soviele Menschen (auch Männer!) mit Essstörungen gibt.

    Ich selbst bin wirklich in jeder Kkeidergröße zwischen 32 und 56 schon Zuhause gewesen.
    20 Jahre lief ich mit 48 kg bei 170 cm Körpergröße rum, über meinen Schlüsselbeinen hätte mann Suppe für 3 Personen einfüllen können.
    Der perfekte lebendige Kleiderständer!
    Hat das glücklich gemacht? Nein nie! Hat das “schöner“ gemacht? Auch nie.
    Wann war ich glücklich oder schön? In Momenten der puren Freundschaft, im Erleben des Augenblickes, in der Oper, dem Theater und vor allem beim Gespräch mit winderbaren Freunden hinterher.

    Inzwischen bin ich Mutter von 3 Töchtern und mir ist die gemeinsame Zeit viel kostbarer als ein scheinbar perfekter Körper! Meinen Kindern die Welt in all ihrer Unperfektheit zu zeigen und ihnen die Liebe zu sich und ihren Mitmenschen beizubringen….Respekt vor anderen und ehrliches Mitgefühl zu empfinden….das ist wertvoller und weitaus wichtiger als Kleidergröße 32!
    So trage ich derzeit eher 48/50 bin extrem glücklich und das sieht man mir auch an!
    Trotz meinen inzwischen 50 Jahren, werde ich oft und viel angeflirtet.

    Bei der Konfirmation meiner Tochter, sprach mich eine fremde Frau an…um Bewunderung für mein Aussehen, mein “mutiges Kleid“ und vor allem meiner ungewöhnlichen Schönheit auszudrücken!!

    Wow! Mädels lasst euch nicht auf einen Körper reduzieren! Echte, kluge Menschen finden anderes an euch schön. Sammelt Erinnerungen und strahlt durch sie all das schöne und auch nicht schöne erlebte in eurem Leben aus…ihr werdet feststellen, dass ein entspanntes mit dir selbst Leben euch schöner machen wird als Körpergröße 32!

    Liebe Grüße aus Stuttgart
    Coco

    Antworten

  12. Julia

    24. Mai 2017 um 13:30

    Ach mal wieder hast du den Nagel auf den Kopf getroffen!!
    Das sollten wir uns viel öfter vor Augen führen, dass wir schön sind wie wir sind!! Schön wirkt man in meinen Augen wenn man selbstbewusst zu deinem Körper steht. Leider läuft das bei mir auch nicht immer so… Danke, dass du es uns in Erinnerung rufst!
    Liebe Grüße
    Julia

    Antworten

  13. Antje Helbing

    24. Mai 2017 um 13:36

    Super Artikel. Ich hatte es schon immer schwer, mich zu akzeptieren. Ich hatte eine fotowütige Oma, die bei jeder Gelegenheit knipste. Nur war ich leider durch eine Krankheit “entstellt”. Ich hatte mit 12 Jahren kreisrunden Haarausfall. Also auf gutdeutsch “Glatzenbildung”. Jedes Foto von mir hat mich psychisch kaoutt gemacht, mich isoliert. Auch die Reaktionen meiner Mitschüler. Als ich 2 Jahre später wieder “vollhaarig” war, war der Schaden aber angerrichtet. Ich bin jeglichen Fotos aus dem Weg gegangen, und gab es doch mal eins, wurde es vernichtet. Erst mit 40 Jahren habe ich mich mit mir auseinander gesetzt und versucht, mich selbst zu therapieren. So langsam komme ich mit mir zurecht. Und es war nie mein Körper, immer nur mein Gesicht und Haar was mich störte. Daher bin ich auch mehr als glücklich, das meine Tochter da ein gesundes Selbstbewusstsein hat. Ich danke dir für diesen Beitrag. Er tut gut und baut auf.

    LG Antje

    Antworten

  14. Handmade by Roschi

    24. Mai 2017 um 13:38

    Liebe Ricarda,

    so ein toller Artikel. Den kann ich nur unterschreiben.
    Das ich Kleidergröße 36 getragen habe ist jetzt auch schon 10 Jahre her und sicher würde ich mich mit ein paar Kilo weniger noch besser fühlen. Aber was nicht ist, ist nicht. Ich bin nicht der Typ der gerne Sport macht und habe keine Lust auf Hunger. Und seit ich nähe mache ich meine Kleidung einfach passend und alles ist gut.

    Liebe Grüße Sandy

    Antworten

  15. dagi

    24. Mai 2017 um 13:43

    Hallo liebe Ricarda,
    witzig, grad heute diesen Artikel bei dir auf dem Blog zu lesen, dankeschön! Habe nämlich heute morgen mit meiner Freundin über graue Haare geredet, und wie die in unserer Gesellschaft irgendwie tabu sind. Ich habe mit meinen 33 Jahren einfach schon sehr viele und irgendwie geht jeder davon aus, dass man die doch selbstverständlich färbt, oder?! Solange ich einen Kinderwagen geschoben habe oder schwanger rumgelaufen bin, gab es noch Verständnis, aber jetzt? Oh man, bist du grau geworden… Und boy, das wurmt schon. So sehr, dass jetzt natürliches Färbemittel im Badezimmer steht, aber getan hab ich es dann doch nicht. Weil es wurmt die anderen, mich zur Zeit doch eigentlich gar nicht so sehr. Und meinen Mann stört es schon mal gar nicht. Und wann wäre ich denn bitte alt genug, um die Haare dann doch einfach grau sein zu lassen? Darf mein Körper nicht mehr älter werden?
    Du merkst schon, du hast mit deinem Artikel etwas angesprochen, was nicht nur dich bewegt und es ist gut! Gott hat jeden von uns einzigartig und genial geschaffen und wenn wir lernen, uns einfach anzunehmen wie wir sind und lieber von innen raus strahlen als eine fette Maske außen zu tragen, wird das sicher so manches verändern :) Und anderen Mut machen, auch einfach SIE SELBST zu sein :)
    In dem Sinn, du bist wunderschön und so kreativ, hab einen guten Tag und liebe Grüße aus dem schönen Oberberg von einer vierfach Mama mit grauen Strähnchen :)
    dagi

    Antworten

  16. Elfenzwirn

    24. Mai 2017 um 13:49

    Liebe Ricarda,
    es kann nie genug von diesen Artikeln geben, weil man es bei einem einfach nicht glauben möchte! Ich denke, je mehr Frauen darüber sprechen, desto mehr Einfluss bekommt die “Sichtweise”. Und vor allem, wenn man sich, wie du, kein Blatt vor den Mund nimmt, musste mehrfach schmunzeln :D
    Ich habe auch überlegt etwas darüber zu schreiben aus (m)einer ungewöhnlicheren Perspektive. Hatte früher auch sehr große Probleme mit meinem Körper, aber vor ein paar Jahren habe ich das ziemlich überwunden und fühle mich seitdem sehr wohl. Allerdings seit ein paar Monaten nicht mehr, denn ich habe durch eine Zahn-op all meine Reserven verloren und bin derzeit eigentlich zu dünn und fühle mich ganz mies, aber bekomme so viele Komplimente deswegen, manche wollen sich meinen Körper als Vorbild nehmen und ich sage ihnen immer: “Nein, das ist doch kein Ziel, ich habe nur noch Beschwerden….das ist ungesund!” Leider stößt das oft auf taube Ohren.
    Ich wünschte wirklich, dass wir Frauen mit weniger Selbstzweifeln durchs Leben gehen könnten und sehen wie schön wir sind :)
    Vielen Dank für den Artikel!
    Liebe Grüße
    Iris

    Antworten

  17. Jule

    24. Mai 2017 um 15:44

    Liebe Ricarda,
    als ich letzte Woche den Trailer zu Embrace gesehen habe, musste ich weinen, weil ich mich so verstanden gefühlt habe. Mit deinem Artikel ging es mir ganz ähnlich. Der ist wirklich ganz wundervoll geschrieben.
    Ich habe in den letzten Jahren 10 kg abgenommen, ich gefalle mir besser, habe auch akzeptiert, dass meine Beine nie schlank und mein Bauch nie 100% flach sein wird. So bin ich nun mal und oft fällt es mir wirklich schwer das zu akzeptieren. Aber an guten Tagen liebe ich mich so wie ich bin und das ist ein schönes Gefühl.

    Danke für deine schönen Worte, Ricarda. :-)

    Antworten

  18. Zwergenluxus

    24. Mai 2017 um 15:56

    Recht hast du! Wir sind oft viel zu kritisch mit uns selbst. Da muss ich mich auch an meine eigene Nase fassen. Egal, welche Kleidergröße ich habe, zufrieden bin ich irgendwie nie. Dabei lebt es sich doch viel leichter, wenn man sich selbst akzeptiert. Je selbstbewusster man ist, desto positiver wirkt man und dann sind ein paar Kilo mehr oder weniger total egal.

    Liebe Grüße
    Denise

    Antworten

  19. Karin

    24. Mai 2017 um 17:17

    Liebe Ricarda,
    ein schöner Artikel, es kann wirklich nicht genug davon geben! Irgendwann muss es doch mal in unseren Köpfen ankommen, dass wir genau so richtig sind, wie wir sind!
    Klug und stark und hübsch und geliebt!
    Deine Fotos mag ich übrigens immer sehr, dein Lächel und dies Strahlen in den Augen!! <3 Liebe Grüße Karin

    Antworten

  20. Lolo

    24. Mai 2017 um 17:31

    Was für ein toller Beitrag!

    Und lass dir gesagt sein, diese fast 1.60 langen Beine sind – na ich sag jetzt natürlich, heute liebe ich meine Beine. Aber früher, der Traummann war kleiner und hatte damit Probleme, jede Hose zu kurz (gut mag ich seit neustem Nähen) und übrigens auch die Röcke. Langamrmshirts sowieso – ich mag die langen Ärmel deines Shirts total. Ach und lange Beine haben meist auch grosse Füsse. Ne, Schuhe über 41 gibt es nicht so viele. Auf was ich hinaus will? Es ist nur weniges, wie es zu sein scheint und mit Sicherheit hat alles mindestens 2 Seiten! Also los, schauen wir uns die an, welche uns glücklich macht und trainieren wir unser Hirn darauf und nicht auf die Defizit-Angstkultur welche uns zu irgendwelchem Kompensationskonsum bringt.
    Danke für die tollen Gedanken

    Antworten

  21. Theresa

    24. Mai 2017 um 17:39

    Ricarda, du trifft den Nagel auf den Kopf! Ja, auch wenn es schon 1000 Artikel dazu gibt – deinen gab es eben noch nicht. Und ich muss sagen, ich mag deinen Artikel, ich mag dich und ich mag die Themen über die du schreibst, vorallem auch, wie du schreibst. Man merkt dass es dir eine Herzensangelegenheit ist. Ich selbst bin eine von der Sorte, die mit sich selbst niemals zufrieden ist(oder verdammt selten….), die eigenen Ansprüche sind eigentlich nie zu erreichen – aber meine Ansprüche an andere, sind niederschwellig, ja fast kaum vorhanden. Ich kann mich bei und für andere über Dinge freuen, die mir persönlich nie genug wären und im Grunde ist das sehr schade, denn ich kann es mir niemals recht machen. Aber es gibt Momente, in denen ich diesen eigenen Druck vergesse: bei meiner Arbeit mit den Kindern. Denen ist es sowas von scheißegal ob ich 15Kilo zu viel auf den Rippen habe(ne, manche findens toll, weil da kann man ja so gut kuscheln…) oder ob meine Haare nicht perfekt im Zopf sind (ja, meistens wird nochmal mit Absicht durchgewuschelt). Manchmal wünsche ich mir die Leichtigkeit im Umgang mit solchen Dingen, wie sie die Kinder haben. Und durch meine eigenen Ansprüche, habe ich immer das Gefühl, die Ansprüche, die andere an mich haben, sind ebenfalls so hoch wie meine eigenen oder auch, dass sie mich nicht so mögen, weil ich mich selbst oft nicht so mag, wie ich bin…Schwachsinn eigentlich. Und tief in mir, weiß ich das.
    Ach, was ich eigentlich sagen will: Dein Artikel ist prima! Mach weiter so und lass auch du dich nicht entmutigen von dir selbst.

    Antworten

  22. Judith

    24. Mai 2017 um 19:11

    Liebe Ricarda,

    danke für deine ungeschönten Worte, die so wahr und direkt sind und genau ins Schwarze treffen. Mit sich selber als Frau weniger kritisch sein, dass wäre wirklich gut. Durch zwei traurige Lebenserfahrungen habe ich gelernt zu verstehen, dass ich einfach froh und glücklich sein kann, die zu sein, die ich bin, mit dem (nicht wirlich vorhandenen) Doppelkinn uws. Aber trotzdem muss man es sich öfter bewusst machen, dass das kritisch sein einem nur schadet und nicht hilft stolz auf sich und seinen gesunden Körper zu sein.

    Liebe Grüße

    Judith

    Antworten

  23. Karina

    25. Mai 2017 um 7:13

    Ich habe Deinen Artikel gelesen und grad gedacht, yeah, Du hast recht. Auf meinem Dashboard schlummert seit Tagen ein ähnlicher Artikel mit meinen Gedanken zu diesem Thema.
    Vor vielen Jahren habe ich auch sehr viel Sport gemacht, Bodybuilding um genau zu sein. Heute ist mir klar, das ich das tat, um mein sehr geringes Selbstbewusstsein zu verstecken und etwas Anerkennung zu bekommen. Und heute fühle ich mich in meinem Körper wohl, okay mal mehr und mal weniger, aber ich bin zufrieden. Mein Selbstbewusstsein ist durch postive Erfahrung in anderen Bereichen sehr gefestigt, also wozu verrückt machen. Lasst uns einfach uns selbst sein, wir müssen nicht falschen Idealen nacheifern. Jede von uns ist schön. Egal wie groß, klein, dick oder dünn wir sind.
    Liebe Grüße
    Karina

    Antworten

  24. Hana Mond

    25. Mai 2017 um 10:25

    Es ist heute ein Spagat – einerseits die dünne Modewelt, der Teenager nacheifern, andererseits die Epidemie Übergewicht (die auch schon im Teenageralter viel zu verbreitet ist), die ein deutlich größeres Problem ist und mehr Menschen zu früh sterben lässt als der Schlankheitswahn …
    Ich glaube aber, dass Selbstliebe und auch die Liebe zum eigenen Körper in beide Richtungen hilfreich ist – “Ich möchte meinem Körper etwas Gutes tun, ihn nicht belasten, in gesund halten” ist ein viel kraftvollerer und nachhaltigerer Motor als das zum Scheitern verurteilte Streben danach, wie ein retouchiertes Model auszusehen.

    Als ich meinen Freund kennenlernte vor ein paar Jahren und zum ersten Mal den Hobby-/Partykeller betrat, hing da noch ein altes Poster von seinem großen Bruder, das in den frühen 90ern gekauft worden sein muss: Eine Frau in Unterwäsche neben einem schicken Auto. Klassisches Motiv für einen jungen Mann – aber für mich ein Augenöffner: Die Frau war nicht retouchiert. Schöne Figur, lange Beine – und der klassische Reiterhosen-Ansatz.
    Es hat mich etwas traurig gemacht, dran zu denken, wie dieses Poster heute aussähe: Die Augen vergrößert, Becken und Taille verschmälert, Brüste vergrößert, und der Reiterhosen-Ansatz natürlich glattgebügelt … dabei war die Frau auch so offensichtlich schön genug, dass man sie auf einem Poster verkauft hat!

    Als Teenager fand ich mich auch zu dick – meine Fettverteilung setzt am Bauch an, sobald nur ein Gramm zuviel auf den Rippen ist, Birnen-Typen können ihre Fettpolster leichter mit Röcken überspielen, das Bäuchlein ist da schwieriger zu kaschieren – und dann kam grad mal wieder eine Bauchfrei-Modewelle.
    Heute bin ich eine knapp über 30jährige Frau, die sich wohlfühlt in ihrem Körper – auch mit 1,60 m, mit Zähnen, die keine Zahnspange gesehen haben und etwas schief sind, mit weißen Strähnen – die ersten weißen Haare hatte ich mit 13 – und all den Makeln. Ich nehme gerade ab, um auf einen gesunden Körperfettanteil zu bekommen (vom Übergewicht bin ich schon ins obere Normalgewicht runter, und stolz darauf!) – im Wissen, dass mich ein kleiner Bauch immer begleiten wird, sofern ich nicht extreme Arbeit in Kraftsport und Ernährung stecken möchte. Und das ist okay. Viele andere Baustellen hab ich in meinem Leben, aber mit meinem Körper bin ich okay :D

    Antworten

  25. Pamela

    25. Mai 2017 um 12:26

    Hallo Ricarda,

    ich verfolge erst seid kurzem deinen Blog! Aber ich bleibe hier immer wieder hängen und ich finde du bist eine total hübsche Frau und brauchst dir keine Sorgen um deine Figur machen! Aber was du schreibst stimmt, ich selber finde mich dabei momentan auch immer wieder, dabei trage ich selbst auch Größe 36!

    Sonnige Grüße aus Neumünster

    Pamela

    Antworten

  26. Pitti

    25. Mai 2017 um 12:48

    Liebe Ricarda,
    ich habe letztes Jahr bei deinen Bildern schon gedacht: was hat sie denn, sie sieht so toll aus und alles passt. Vor allem strahlst du so schön, so von innen heraus. Bleib so wie du bist, du hast so viel Elan, das ist toll.
    Viel Spaß beim Umzug und liebe Grüße
    Pitti

    Antworten

  27. Melissa

    25. Mai 2017 um 20:34

    So ein schöner Text <3

    Ich kenne das auch zu gut. Essprobleme hab ich seit meiner frühesten Kindheit und noch heute regiert mein Essverhalten unter Stress.
    Mein Spiegelbild ist oft ein Graus und Bilder, auf denen ich mich mag, eine Seltenheit.

    – wie gern wäre ich einfach schön – was ein blöder Gedanke, wenn man dich bedenkt, dass ich den Kindern genau das Gegenteil versuche beizubringen. Nämlich, dass sie einfach wunderschön SIND.

    Ich wünsche dir von Herzen Zufriedenheit mit dir. Du bist eine tolle Frau!

    Antworten

  28. Sandra

    26. Mai 2017 um 12:17

    Ein ganz wunderbarer Beitrag! Auch ich, Anfang 30, weiß ja wie es läuft, aber häufig erwischt man sich doch immer wieder dabei, sich zu vergleichen und überall Problemstellen zu sehen. Seit einiger Zeit habe ich häufiger das Gefühl “eigentlich fühl ich mich ganz gut so, wie ich bin” und dann kommt aber meist noch im selben Moment das Teufelchen ums Eck und ruft “Dir ist aber schon klar, dass 1-2kg runter müssten” Joa… ist mir, zumindest hätte ich das gerne so, aber sie wollen halt nicht von alleine gehen und ich bin gerade so null motiviert richtig Arbeit rein zu stecken, also ist es halt so. Ist okay. :D Manchmal. ;-)

    Liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten

  29. Andrea Karminrot

    28. Mai 2017 um 8:34

    Ein herrlicher Post! Das sollten wir einfach alle unterschreiben.
    Wenn frau ihren Partner fragt, sagt der meistens, das er/sie dich liebt so wie du bist.
    Ich hoffe, dass viel mehr Frauen zu solchen Schlüssen kämen.
    Lieben Gruß
    Andrea

    Antworten

  30. Julia

    28. Mai 2017 um 17:58

    Liebe Ricarda,
    ich sah die Überschrift zu Deinem Beitrag und musste ihn einfach lesen. In Gedanken war ich beim Kommentieren, weil ich Dir unbedingt die Kolumne aus dem Spiegel empfehlen wollte… Beim Weiterlesen merkte ich dann, dass Du sie kenbst und weil mich dieser Artikel so ungemein begeistert hat, freue ich mich sehr, dass Du das Thema hier nochmal aufgreifst. Es kann nicht oft genug erwähnt werden. Zumal Frauen untereinander ja auch oft die schlimmsten Kritikerinnen sind (wurde im Spiegel auch erwähnt).
    Viele Sachen, die Du geschrieben hast, kenne ich leider aus eigener Erfahrung und ich bin da auch noch nicht immer ganz frei von. Aber langsam komme ich mit meinen 52 Jahren zu mehr Zufriedenheit. Ich wünschte, ich hätte sie früher gehabt.

    Übtigens bewundere ich Eure Schwesternliebe. Die ist so schön. Und völlig abgesehen von Körperlichkeiten fällt mir bei Dir ganz besonders das innere Strahlen und die natürliche Schönheit auf. Das ist doch das, was zählt. Auch wenn ich es mir selbst mmer mal wieder predigen muss.
    Vielen Dank für Deine Worte!
    Sei herzlich gegrüßt, Julia

    Antworten

  31. Arlette

    29. Mai 2017 um 11:57

    Liebe Ricarda,

    meine älteste Tochter stand am Freitag vor mir und meinte, ihre Oberschenkel wären zu fett. Sie mußte mit aller Gewalt das bißchen Fleisch an ihren Beinen mit beiden Händen nach oben drücken, um überhaupt irgendeinen Effekt zu erzielen. Ich kann ihre Rippen sehen. Mein Kind wird acht, im Juli. Wir haben zuhause gar keine Waage, weder für den Mann noch mich sind Körperformen irgendwie besonders wichtig. Und trotzdem bringt das Kind diese Vorstellung nach Haus. Es beschäftigt mich sehr, wo sie das hernimmt, warum das – jetzt schon – so wichtig ist, und was wir tun können, um ihr zu vermitteln, dass ihr Körper ihr Haus ist, und es darauf ankommt, was DRIN ist.
    Den Film habe ich gesehen, er hat mich sehr berührt und ich wünsche mir, dass er in Schulen gezeigt wird, wenn die Kinder alt genug sind. Und das gern, bevor die Pubertät kommt.
    Ich wünsche mir für unsere Kinder und uns alle, dass wir eine Gesellschaft werden, die Menschen nicht nach ihrem Aussehen bewertet und verurteilt. Und manchmal bin ich sehr pessimistisch, ob das möglich ist.

    Alles Liebe
    Arlette

    Antworten

  32. Anita

    30. Mai 2017 um 9:15

    Das hast du sehr schön geschrieben, ich glaube es geht uns allen manchmal so, dass wir uns auf Fotos nicht mögen – aber egal, das Leben wäre doch langweilig, wenn alle Menschen wie Models aussehen würden!
    Ich finde, es kann nicht genug Beiträge darüber geben! Im Verhältnis gibt es sicher mehr, in denen es darum geht, in 3 Schritten zum perfekten *wasweißich* zu kommen. Du hast mich dazu inspiriert, in nächster Zeit auch einen Artikel über den Mut zur Natürlichkeit zu schreiben! Vielen Dank für diesen Artikel!

    Antworten

  33. Maike

    1. Juni 2017 um 19:52

    Hallo Ricarda,
    der Text ist so unglaublich schön und so wahr! Vielen Dank für die kleine Erinnerung ;)
    Die Bilder sind wunderschön und deine Ausstrahlung finde ich auch immer so positiv und natürlich auf Bildern.
    Liebe Grüße,
    Maike

    Antworten

  34. Madleinchen

    19. Juni 2017 um 23:20

    Schöne Frau,
    Schöner Text,
    Weiter so!!!

    Liebe Grüße
    Madeleine

    Antworten

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