Mein Leben, Privates

6 Wochen ohne Alkohol

Ich hatte es nach meinem etwas ausufernden Kapstadttrip angekündigt – ich werde 6 Wochen keinen Alkohol trinken.
Was für die einen wie eine Selbstverständlichkeit klingt, war für mich auf den ersten Blick doch eine wirkliche Challenge. Ich glaube ich habe seit…. 15 Jahren keine 6 Wochen am Stück keinen Alkohol getrunken. Das heißt nicht, dass ich mich regelmäßig umgeschossen habe (naja mit 18 vielleicht das eine oder andere Mal… aber das ist eine andere Geschichte ;)), aber irgendwann hat es sich so eingebürgert, dass man eben doch regelmäßiger ein Glas Wein zum Essen bestellt hat, wenn ich mit Freunden verabredet war und wenn ich ehrlich bin, habe ich schon viele solcher Verabredungen im Monat.

In Kapstadt ging es dann fleißig von Weinprobe zur Weinprobe (ich übertreibe etwas) und gleichzeitig las ich zwei Bücher zum Thema Alkohol bzw. über den Verzicht dessen (hier verlinkt).

Und da entschied ich, dass ich 6 Wochen auf Alkohol in meinem Alltag verzichten möchte und auch wenn ich anfangs dachte, dass es die eine oder andere Situation geben würde, wo der Verzicht mir schwer fallen würde, war es am Ende deutlich einfacher als gedacht.

Trotzdem möchte ich euch von ein paar Situationen erzählen und von meinen Gedanken dazu.

Nach einer Woche hatte ich die erste Härteprobe für mich, ich war auf einem Neujahrsempfang mit ca. 80 anderen Unternehmern, viele kannte ich nicht, einige hatte ich schon länger nicht mehr gesehen, ich freute mich auf diesen Abend war aber gleichzeitig ein wenig aufgeregt – da hilft so ein Glas Wein – dachte ich – normalerweise ja schon ganz gut.

Am Ende muss ich sagen, dass der Abend super war und ich den Alkohol nicht vermisst habe. Möglicherweise wäre ich sonst ein wenig länger geblieben, aber irgendwann wurden mir die anderen einfach ein bisschen zu angetrunken.
Was ich übrigens sehr angenehm fand, mir einfach eine Lavendellimonade im Weinglas zu holen. Ich finde den ganzen Abend Wasser zu trinken einfach irgendwann langweilig und mag auch deutlich lieber aus schönen Gläsern trinken. Damit hatte sich dann auch irgendwann die Frage erübrigt, ob ich denn jetzt nicht einen Wein haben möchte oder warum ich nicht trinke und was ich denn zum Anstoßen hätte usw… Werde ich so wieder machen. :)

Ansonsten gab es nur zwei Situationen, wo ich abends mit Freunden zusammensaß und dachte „och jetzt ein Wein wäre schon nett“. Das schöne ist aber, dass ich mich nur kurz hinterfragt habe, warum das gerade so ist und damit der Impuls auch schnell wieder weg war.
Einmal war es Samstagabend, der Freitag und Samstag waren einfach voll und anstrengend, es wäre eine Art Belohnung zur Entspannung gewesen… Das Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern als Dessert war dann die Ersatzbelohnung. ;)
Das zweite Mal fiel mir deutlich schwerer, ich war mit meinen Mädels essen, die eine hat verkündet, dass sie einen neuen Job hat und eine zweite, dass sie mit ihrem Partner ein Haus gekauft hat. Definitiv zwei Gründe um mit einem Champagnercocktail anzustoßen… Hätte ich in dem Augenblick wirklich sehr gern. Meine Mädels fanden es total okay, dass ich mich für einen alkoholfreien Hugo entschieden habe, aber ich hätte den Cocktail im ersten Moment schon netter gefunden.
Aber auch da habe ich überlegt, warum ich denke, dass man, wenn man etwas zu feiern hat, das mit Alkohol begießen müsste und habe gemerkt, dass es einfach ein Konditionierung ist und Gewohnheiten, die ich mir (und vielleicht auch ein Stück weit die Gesellschaft und mein Umfeld) antrainiert habe.

Ansonsten fand ich die Zeit ohne Alkohol sehr entspannend. Kein überlegen wie ich von A nach B abends komme, morgens immer früh aufgewacht, auch wenn ich erst um 2 Uhr im Bett war (okay das passiert mir sonst auch, aber ich war den Tag über deutlich fitter als sonst).
Ansonsten würde ich nicht behaupten, dass ich es sonst doll im Alltag bemerkt hätte. Weder dass ich viel klarer war, noch dass ich sonst deutliche Veränderungen wahrgenommen hätte.
Vielleicht braucht das aber auch noch ein wenig länger als nur 6 Wochen. :)

Und wie geht es jetzt weiter? Das erste Glas Alkohol war ehrlich gesagt nur so naja.
Ich erwarte jetzt auch nicht sehnsüchtig das nächste Glas Wein oder den nächsten Gin Tonic, vielleicht dehne ich die Zeit ohne Alkohol auch noch ein wenig aus, werde aber definitiv nicht mehr automatisch bei bestimmten Gelegenheiten ein Glas Wein bestellen.

Ich bin auf jeden Fall sehr froh, hier aus meinen Angewohnheiten ausgebrochen zu sein und bin gespannt, ob sich mein Verhältnis zu Alkohol langfristig geändert hat.

Liebste Grüße,
Ricarda

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5 Kommentare
  1. Liesa

    6. März 2019 um 9:32

    Liebe Ricarda, danke für diesen tollen Einblick. Ich bin voll bei dir mit deinen Gedanken. Jeder hat seine persönliche Ansicht zu diesem Thema und trotzdem spricht man über vieles dann doch nicht. Ich finde es auch furchtbar zu Geburtstagen Alkohol zu schenken, wenn man keine bessere Idee hat. Dies fiel mir vermehrt in meinem Umfeld auf. Und als ich schwanger war, ging es mir so, dass mich viele zum Alkohol überreden wollten! Trotz des Wissens darüber, dass ich schwanger war…. ich dachte ich spinne!
    Lg Liesa

    Antworten

  2. Christine Gehring

    6. März 2019 um 18:29

    Liebe Ricarda,

    dein Bericht macht mir Mut 😁. Ich habe mir vorgenommen die Fastenzeit zu nutzen und auf Alkohol und Süßkram (😨) zu verzichten. Mal sehen wieviel Selbstdisziplin ich aufbringe 😂😂….

    LG Christine

    Antworten

    • Ricarda

      8. März 2019 um 11:57

      Hui . beides zusammen ist natürlich… sportlich! Aber Du schaffst das! :)

      Antworten

  3. Ani Lorak

    7. März 2019 um 6:05

    Hallo. Es ist gut mit Gewohnheiten mal zu brechen und ich denke, dass es einfach ist auch mal abzzrurschen. Der Umgang mit Alkohol ist komisch, da gesellschaftlich akzeptiert, muss man sich rechtfertigen warum nicht. Ich habe durch 2 Schwangerschaften lange darauf verzichtet und obwohl ich meist Wasser trinke, gerne Wein oder Lillet oder Gin Tonic, fiel es mir leicht, da es einen guten Grund gab. Seit ich Mutter bin, war ich noch nie wirklich betrunken, da irgendwie im Hintergrund die Verantwortung schlummert. Ich finde Deinen Versuch gut und ja, die alkoholischen Getränke werden in hübscher en Gläsern serviert und ich würde es auch wie Du mit einem hübschen Glas umgehen… Immer diese Rechtfertigungen.

    Antworten

  4. Rike

    7. März 2019 um 6:46

    Hallo Ricarda!
    Ich habe eine über 2jährige „Zwangspause“ gemacht als ich schwanger wurde und danach fast ein Jahr gestillt habe. Da merkt man das dann schon. ;) Zwischendurch habe ich natürlich auch meine üblichen Weihnachtsschokokugeln gemacht und darin gehört ein Pfefferminzlikör. Das abschlecken des Löffel, dass ich mir nicht verkneifen konnte, hat mich gefühlt so umgehauen. *ggg*
    Ich bin gespannt, ob du weitermachst! Die Taktik mit dem Alkoholfrei gefüllten Weinglas habe ich auch schon genutzt umd das funktioniert immer recht gut. Mich hat das Rechtfertigen, warum ich denn nichts trinke immer genervt. Das muss ich schon bei Kaffee und Bier, das ich nicht mag. Als Bauingenieurin bin ich da ein echter Exot. Ist aber auch gut so!
    *ggg*
    LG Rike

    Antworten

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